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02.08.2020
ENDE DER REISEABSTINENZ

Landsenioren wieder auf Tour

Es war jammerschade: Kein Frühlingsfest. Keine Tagesfahrt in das Bauhausmuseum Weimar, Belvedere Park und Schloss Tiefurt. Keine Reise in die Oberlausitz. Die Landsenioren waren traurig. Am 29. Juli hatte für sie die Reiseabstinenz aber ein Ende...

Landsenioren waren wieder unterwegs (Foto: Kurt Frank) Landsenioren waren wieder unterwegs (Foto: Kurt Frank)
Nordhausen/Fritzlar/Ederstausee. Dem Vorsitzenden der Vereinigung der Landsenioren, Herbert Weschcke, und Busfahrer Uwe Keitel sah man die Freude an, als sie am Mittwoch 44 Leute an Bord nach Monaten wieder begrüßen konnten. Keitel hatte die Fahrt nach Fritzlar und an den Edersee vorgeschlagen. Ob sie aus Klettenberg, Görsbach, Heringen, Münchenlohra oder Nordhausen kamen die Frauen und Männer sahen sich in der großen Familie Landsenioren wieder vereint und waren glücklich.

Den Nasen-Mund-Schutz während der Fahrt nahmen sie gelassen hin. Die Reisegesellschaft sei in guten Händen, sollte sie in Fritzlar ein Manfred Ochs von der Stadtführergilde in Empfang nehmen, bemerkte Keitel unterwegs. Just am 29. Juli 2009 hatte der Mann schon einmal Nordhäuser Touristen durch die 15000 Einwohner zählende kleine Dom- und Kaiserstadt mit den wunderschönen Fachwerkhäusern geführt und war in guter Erinnerung geblieben.

Welch ein Glück. Wieder war es der hoch gewachsene schlanke Geschichtslehrer, der sich einigen Nordhäusern vorstellte. Seit 25 Jahren führe er Besucher durch Fritzlar. Seine packenden Erzählungen flossen ihm nur so von der Zunge. Geschichte, das weiß der Heimat verbundener Mann, lebt immer von den Menschen, die sie erzählen. Und Manfred Ochs erzählte viel.

Fritzlar sei geprägt von historischen Bauwerken, uraltem Pflaster auf mittelalterlichen Gassen, Zeichen vergangener Jahrhunderte. Eine der wenigen kunsthistorisch bedeutsamen Städte, die sich noch einen großen Teil ihrer mittelalterlichen Grundstruktur und Bausubstanz bewahrt habe, erzählte Ochs. Er verwies auf die Altstadt mit ihren kleinen Läden, Boutiquen und Cafes, die ein besonderes Einkaufsambiente böten. Der Dom St. Peter, den die Südharzer unter anderem eingehend besichtigten, könne als eines der bedeutendsten Bauwerke der Romanik und Gotik betrachtet werden.

Während einer Schifffahrt über den 27 Kilometer langen Ederstausee mit seiner 48 Meter hohen Staumauer, mitten im Naturpark Kellerwald gelegen, erfuhren die Südharzer: Für den Bau mussten etwa 900 Menschen ihre Heimat aufgeben und sich anderswo niederlassen. Dörfer, die im Tal der Fulda lagen, wurden, nachdem sie abgerissen und abgetragen waren, an höher gelegenen Orten neu errichtet. Der Bau der Talsperre, der zwischen 1908 und 1914 erfolgte, kostete rund 25 Millionen Mark.

Helle weiße Sandstrände zieren den See nicht. Dennoch fanden sich auf den steinigen Ufern unverzagte Badegäste ein. Abseits davon laden schmucke Ferienhäuser zum Urlaub machen ein. Sehenswerte Ausflugsziele gibt es einige. Dass hier nicht die Schönen und Reichen zuhause sind, merkt der Betrachter an den kleinen am Ufer liegenden Segel- und anderen Booten, die sich jedermann leisten kann.

Die leckere Torte, die den Gästen an Bord serviert wurde, war eine willkommene Entschädigung für die, die als Mittagsmahl in Fritzlar Seescholle gewählt hatten: Viel Paniertes, wenig Fisch, stocktrocken.
Kurt Frank
Landsenioren waren wieder unterwegs (Foto: Kurt Frank)
Landsenioren waren wieder unterwegs (Foto: Kurt Frank)
Landsenioren waren wieder unterwegs (Foto: Kurt Frank)
Landsenioren waren wieder unterwegs (Foto: Kurt Frank)
Landsenioren waren wieder unterwegs (Foto: Kurt Frank)
Landsenioren waren wieder unterwegs (Foto: Kurt Frank)
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