nnz-tv Nachrichten aus Nordthüringen Eichsfelder Nachrichten Kyffhäuser Nachrichten Mansfeld-Südharz-Zeitung Unstrut-Hainich Zeitung
Do, 13:00 Uhr
23.07.2020
Nachgefragt bei der SWG Nordhausen:

Schwesternheim soll Blockhaus weichen

Schon länger wabern Gerüchte durch die Rolandstadt, dass es dem ehemaligen Schwesternwohnheim am Krankenhaus an den Kragen gehen soll. Im Rahmen des Projekts „Ossietzky-Hof“ will die SWG hier aktiv werden. Wir haben nachgefragt …

Das ehemalige Schwesternheim in der Ossietzkystraße wird abgerissen (Foto: oas) Das ehemalige Schwesternheim in der Ossietzkystraße wird abgerissen (Foto: oas)


„Der Ossietzky-Hof in Nordhausen ist ein Projekt der Internationalen Bauausstellung (IBA) Thüringen. Der Wohnhof in Nord, bestehend aus drei DDR-Plattenbauten, ist eines von insgesamt rund 30 IBA Vorhaben, die im Freistaat umgesetzt werden sollen. Modellhaft soll hier gezeigt werden, wie ein typischer DDR-Wohnblock und sein Umfeld so umgestaltet werden kann, dass er als solcher noch erkennbar bleibt, aber ein modernes und nachhaltiges Zuhause für alle Altersgruppen werden kann.“ So steht es auf der Internetpräsenz der kommunalen Nordhäuser Wohnungsbaugesellschaft. Für das einstige Schwesternwohnheim war ursprünglich eine umfassende Umgestaltung vorgesehen. Die 1-Zimmer- sollten zu 2- bis 3-Zimmerwohnungen zusammengelegt und der bestehende Laubengang als Loggia ausgebaut werden.

digital
Jetzt zeigen allerdings die ersten bautechnischen Untersuchungen, dass eine Sanierung mit bezahlbaren Mieten nach einer Umstrukturierung wirtschaftlich nicht möglich sein wird. „Das Objekt hat in seiner Bauweise mit den sehr kleinen Einraumwohnungen, die als Schwesternunterbringung gebaut wurden, keine guten Vermietungschancen für die Zukunft. Deshalb war Aufgabenstellung zu untersuchen, ob eine Zusammenlegung der Wohnungen statisch möglich ist und mit welchem Aufwand das realisiert werden kann“, sagt Inge Klaan, Geschäftsführerin der SWG Nordhausen. Logische Konsequenz daraus ist es, den Block abzureißen. Bereits seit drei Jahren gibt es hier einen Mietstopp und es läuft der Leerzug des Gebäudes.

„Wir haben in diesem Objekt allen Mietern, die jetzt noch dort wohnen, ein Umzugsmanagement angeboten. Wir wollen unsere Mieter nicht verlieren, brauchen aber für solche Bauprozesse Baufreiheit, die nur mit einem kompletten Leerstand möglich werden“, erklärt Inge Klaan das Vorgehen der Planer. „Die Wohnungsgrößen der Einraumwohnungen betragen etwa 23 qm. Diese Wohnungen kann man mit einem vertretbaren Aufwand weder barrierearm, noch zu vernünftigen Wohnungsgrößen umbauen.“

Die Wohneinheiten sind zu klein für einen Umbau - hier waren ursprünglich Laubengänge geplant (Foto: oas) Die Wohneinheiten sind zu klein für einen Umbau - hier waren ursprünglich Laubengänge geplant (Foto: oas)


Was soll aber mit der Abrissbrache zukünftig geschehen, da es sich beim „Ossietzky-Hof“ doch um das bestätigte Projekt einer Bauausstellung handelt? Die SWG-Chefin hat schon eine interessante Variante zum bestehenden Gebäude ins Auge gefasst: „Wir haben vorgeschlagen, an der gleichen Stelle einen Wohnungsneubau auf Basis von Holzbau zu realisieren. Wir begleiten mit diesem Ansinnen die aktuelle Gesetzgebung in Thüringen zur Änderung der Bauordnung, die zukünftig den mehrgeschossigen Wohnungsbau mit Holz ermöglichen soll. Parallel dazu wird der Neubau eine besondere Rolle im energetischen Quartierskonzept übernehmen.“

Die Nordhäuserinnen und Nordhäuser werden den Verlust des Wohnheims sicherlich verkraften können. Und wenn an seiner Stelle erst einmal das erste mehrgeschossige Blockhaus der Stadt steht, wird das Umfeld des Südharz Klinikums dadurch sicherlich noch aufgewertet.

„Das Quartiersenergiekonzept wird zeigen, welche positiven Synergien in den Versorgungsstrukturen sowohl für die Investitionen als auch für die späteren Betriebskosten zum Vorteil für Bauherren und Mieterschaft stecken“, blickt Inge Klaan schon einmal optimistisch in die Zukunft.
Olaf Schulze
→ Druckversion
← zum Nachrichtenüberblick

Kommentare

23.07.2020, 13.50 Uhr
Flitzpiepe | Es ist mir ein Rätsel
dass kleine Einraumwohnungen heutzutage schlecht vermietet werden könnten. Ist der Bedarf an kleinen Wohnungen nicht größer als an großen Wohnungen?
Ist es nicht eher so, dass nach einer Sanierung ein zu kleiner Gewinn für die SWG dabei raus springt?
Ein Neubau wird gefördert und die Mietpreise sind dann höher.

10   |  4     Login für Vote
23.07.2020, 14.23 Uhr
echter nordhäuser54 | Flitzpiepe
Genauso wie sie Flitzpiepe sehe ich es auch,Neubau heißt im Umkehr höhere Mieten.
Kaum vorstellbar,das kleinere Wohnungen nicht gesucht werden,denn es gibt ja immer mehr Singels oder Studenten welche kleine Wohnungen brauchen um nicht in einer WG zu landen.
Aber kein Wunder,die SWG und die Bürgermeisterin(siehe Bebelplatz und neue Feuerwache).
Armes Nordhausen.

10   |  4     Login für Vote
23.07.2020, 15.18 Uhr
Fischkopp66 | Alarmglocken
Wenn ich schon lese was die Swg mal wieder plant gehen bei mir alle Alarmglocken an. Die Begründung kleiner Wohnraum lässt sich nicht vermieten weil kaum Bedarf besteht kann ich nicht nachvollziehen. Gerade hier in Nordhausen mit den vielen Studenten der Hochschule wird dringt bezahlbarer Wohnraum gesucht welcher hier quasi schon vorhanden wäre. Aber nein man hat den Abriss ja schon so gut wie beschlossen wenn nicht sogar beauftragt. Ich frage mich warum man dort mit so einer eile an die Sache geht. Aber eins ist klar, Abriss und Neubau mit schicken Wohnungen sind natürlich teurer an den Mann zu bringen. Sozial gedacht ist das nicht, wie immer steht der Profit im Vordergrund.
Langsam wird mir die Swg mit all ihren Vorhaben und Verwicklungen hier in der Stadt unheimlich.
Ist schon mal jemand auf die Idee gekommen einen Untersuchungsausschuss Betreff Swg und Einflussnahme der Stadt ins Leben zu rufen.
Die personellen stellen greifen ja irgendwie ineinander, was bevorteilung ect vermuten lässt.
Nur mal so ein Gedanke

8   |  4     Login für Vote
23.07.2020, 16.13 Uhr
Blick in die Heimat | @fischkopp: Die SWG ist ein Unternehmen der Stadt Nordhausen
Deshalb gibt es auch keine "Verwicklungen" "Klüngel" o. ä. zw. Stadt und SWG. Denn alles ist offiziell, weil die Stadt ist einziger Gesellschafter der SWG. Die SWG hat einen Aufsichtsrat, dessen Vorsitzende*r der jeweilige OB ist.

Ohne Zustimmung aus dem Rathaus geschieht also nichts in der SWG! Soweit zu den Basics.

7   |  3     Login für Vote
23.07.2020, 17.05 Uhr
Checker | Schwesternheim muss weichen...
Inge Klaan und ihr Größenwahn.
Auch sie will mit aller Macht wie Rinke, Zeh usw. sich in dieser Stadt ein Denkmal setzen...

10   |  4     Login für Vote
23.07.2020, 17.43 Uhr
TB77 | ....immer was zu meckern...
haben die Nordhäuser, wenn irgendwas passiert und einer, eine Idee hat.
Wer möchte den heute noch in einer 23qm Wohnung wohnen??? (mit Küche, Bad), da ist ja jedes Wohnzimmer größer. Ich glaube nicht, dass dort selbst Studenten einziehen würden.

6   |  12     Login für Vote
23.07.2020, 18.19 Uhr
Paulinchen | Nordhausen ist irgendwie Spitze...
...nehme ich mir das Beispiel Göttingen, dann wären dort nicht wenige Krankenschwestern sehr froh, eine 23m² Wohnung ihr Eigen nennen zu können. Daher wäre es angebracht, den Namen "Schwesternwohnheim" erst einmal zu begraben. Auf der anderen Seite, ist es aber vielleicht doch noch eine nicht allzu schlechte Wohnung, für die nicht so gut bemittelten Rentner gewesen. Immerhin fühlen sich unsere älteren Mitmenschen in einer solchen Wohnnung wohler, als im Seniorenheim, wo sie auch nicht mehr Fläche zur Verfügung haben, aber eben für sich sind! Denn es fällt mir sehr schwer daran zu glauben, dass dort am Ende noch für "Normalos" ein bezahlbarer Wohnraum entsteht.

10   |  3     Login für Vote
24.07.2020, 09.00 Uhr
Honsteiner | Also doch kein IBA Projekt?
Ich verstehe das jetzt nicht. Im Text steht IBA bedeutet den Umbau eines DDR Blocks zu einem modernen Wohnblock an dem man optische die DDR Bauweise erkennt aber alles modern ist.
Mit dem Abriss ist aus meiner Sicht der Block weg! Wo ist da das IBA Projekt an das sich die SWG halten will?

Untersuchungen haben ergeben, dass ein Umbau nicht möglich sein. Ist doch Blödsinn. Das Schwesternheim ist ein typischer DDR Bau Planbau. An unserer Hochschule gibt es zahlreiche Studenten die genau solche Wohnungen suchen.

Was ist mit dem restlichen Quartier? Ändern sich da auch die Pläne? So ein Blockhaus würde bei uns in Hohnstein bestimmt gut in die Landschaft passen, aber in der Innenstadt? Wie sind die Folgekosten für die Holzwartung? Aus meiner Sicht auf Dauer eine Geldfalle.

Werter Herr Buchmann. Als Gesellschafter geben Sie doch vor, was Ihr Unternehmen in Nordhausen leisten soll. Warum bauen Sie so was in Nordhausen?

9   |  0     Login für Vote
26.07.2020, 16.29 Uhr
toni | Warum Blockhaus nicht woanders bauen?
@TB77, ich hatte zu Studentenzeiten in Jena ein 10-qm-Einzelzimmer in einer Plattenbau-Hochhaus-4Leute-WG, die nicht größer war als eine hiesige Plattenbauwohnung. Mit 250 DM warm war das in den 90igern bezahlbar und vor allem hatte ich in meinem Mini-Reich Ruhe zum Lernen. Das war super und hat mir völlig gereicht. 23 qm wären für mich damals echter Luxus gewesen.
Ich würde vorschlagen, dass die SWG ihr Blockhausprojekt an anderer Stelle realisiert und hier im Schwesternwohnheim bezahlbaren Studenten- und Azubiwohnraum schafft. Dann könnten auch die Bäume davor stehen bleiben!! Über die Mieten im geplanten neuen Haus schweigen sie sich ja noch aus.

3   |  0     Login für Vote
27.07.2020, 08.42 Uhr
Wolfi65 | Ein Holzhaus, mitten in der Stadt
Da locken bestimmt die Fördermittel für das regenative Bauen.
Und billiges Holz gibt es ja genug.
Und dann noch das positive Image für Nordhausen und die SWG.

0   |  0     Login für Vote
→ Kommentar hinzufügen



Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.

 
Wir verwenden Cookies um die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren und geben hierzu Informationen zu Ihrer Nutzung unserer Website an Partner weiter. Mehr Informationen hierzu finden Sie im Impressum und der Datenschutzerklärung.