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Sa, 07:42 Uhr
18.07.2020
Starkwindband verhindert Sommerhoch

So entstehen Jetstreams

Tagelang Sonne und Temperaturen um 30 Grad - daran ist derzeit kaum zu denken. Verantwortlich für die aktuelle Wetterlage ist der Jetstream. Er steuert die Zugbahn der Atlantiktiefs. Doch wie entstehen Jetstreams?...



Der Jetstream ist ein Starkwindband in etwa 9 bis 14 Kilometer Höhe. Wie auf einer Autobahn nehmen an ihm Atlantiktiefs Kurs auf Europa. Der Jetstream zieht sich in Wellen in den mittleren Breiten rund um den Globus. „Liegen wir im Wellental, wie zurzeit, haben wir es mit kühler Luft und wechselhaftem Wetter zu tun. Liegen wir im Bereich des Wellenbergs, dominiert Hochdruck“, erklärt Birgit Heck, Sprecherin der Unternehmenskommunikation von WetterOnline. „Der Jetstream liegt derzeit genau über Mitteleuropa sehr weit südlich. Er trennt dabei kühle Polarluft von warmer Sommerluft. Auch in den nächsten Tagen ändert sich an der Lage des Starkwindbands nur wenig. Im Süden zeigt sich zwar häufiger die Sonne, weiter nordwärts dominieren aber weiterhin die Wolken und zeitweise wird es nass.

Erst Richtung Wochenende schwächt sich der Jetstream ab und zieht sich in Richtung Skandinavien zurück. Nach derzeitigem Stand wird somit auch der Weg für ein Hoch frei. Wie lange dieses durchhält, bleibt aber abzuwarten“, berichtet Heck.

Polarfrontjet beeinflusst mitteleuropäisches Wetter
Jetstreams gibt es mehrere. Die wichtigsten sind der Subtropenjet und der Polarfrontjet. Letzterer beeinflusst das Wetter in Mitteleuropa. Der Polarfrontjet trennt dabei warme Luft am Äquator von kalter Polarluft. Die warme Luft über dem Äquator steigt sehr weit nach oben auf, die kalte Luft am Pol aber ist dagegen wesentlich dichter und staut sich am Boden. Der stets nach Ausgleich strebende Wind weht somit vom Äquator zum Pol. Auf dem Weg nach Norden wird die Luft aufgrund der Erdrotation, der sogenannten Corioliskraft, nach Osten abgelenkt. Der von West nach Ost wehende Jetstream ist die Folge.

Durch die Temperaturunterschiede, die durch mehrere Faktoren entstehen, entwickeln sich Wellentäler und -berge, sogenannte Tröge und Rücken. Diese wandern von Westen nach Osten und bestimmen unser Wetter. Im Wellental bilden sich Tiefs, die Wolken und Regen bringen. Im Wellenberg, dem Rücken, befinden sich Hochs. Oft scheint dort die Sonne.

Verlangsamung durch den Klimawandel
Durch den Klimawandel nehmen die Temperaturkontraste zwischen Pol und Äquator ab. Als Folge mäandriert der Jetstream stärker. Wellenberge und Täler sind somit ausgeprägter und wandern nicht mehr ganz so schnell. Im Bereich der Wellenberge kommt es dann zu längeren Hitzeperioden. In den Wellentälern kann sich aber auch wochenlang launisches Sommerwetter festsetzen.
Autor: red

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Kommentare
Leser X
18.07.2020, 16:16 Uhr
Möge er bleiben wo er ist
Schön, dass sich der Jet in diesem Jahr etwas näher an seinem angestammten Platz befindet als in den letzten beiden Sommern.

Das beschert uns Wohlfühltemperaturen mit schlaftauglichen Nächten und erträglichen Tagen. Und wir haben endlich wieder mal einen grünen Sommer.

Auch wenn manche sich vom Sommerloch-Hype einiger Medien anstecken lassen: dieser Sommer entspricht bisher dem langjährigen Mittel.
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