eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige symplr (4)
Di, 15:35 Uhr
28.04.2020
Eine nnz-Leserin schildert ihre Alltagssorgen

»Keiner interessiert sich«

Viel wird dieser Tage geredet und geschrieben darüber, was der Lockdown für Auswirkungen auf die Menschen hat. Hier zeigen wir Ihnen anhand des Leserbriefs einer vierfachen Mutter einen sehr konkreten Fall...

Anzeige Refinery (lang)
"Hallo, ich bin Mama von 4 Kindern und davon sind 2 im Kindergarten. Ich bin von allen sehr enttäuscht, da mein Sohn in August in die Schule kommt und niemand weiß wie es weiter geht", schreibt eine nnz-Leserin aus Nordhausen. ihre Verzweiflung ist aus dem Brief gut herauslesbar: "Soll mein Sohn jetzt bis August zu Hause bleiben und dann mit einmal in die Schule gehen? Damit schmeiße ich ihn ins kalte Wasser. Wieso wird auf die Eltern nicht eingangen? Warum nimmt man die Kinder nicht auf wo ein bzw. beide Eltern arbeiten gehen? Nein viele Eltern werden gekündigt, weil sie nicht arbeiten können, weil niemand im Kindergarten die Kinder aufnehmen darf!" Und sie fragt sich: "Ist das der Sinn?"

Im letzten Absatz des Schreibens schildert die vierfache Mutter dann das ganze Dilemma: "Keiner interessiert sich, aber dass wir Angst um unsere Existenz haben, das ist egal. Ich gehe früh arbeiten und mein Ehemann geht, wenn ich komme. Wir als Familie haben kein Familienleben mehr. Meine zwei kleinen Kinder gehen beide in die Kita und wir konnten bis zum Lockdown beide Frühschicht machen und so waren nachmittags beide Eltern für alle da! Das Ganze geht an die Grenzen."
Autor: red

Anzeige symplr (6)
Kommentare
Marino50
28.04.2020, 16:20 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Verstoß gegen AGB
Psychoanalytiker
28.04.2020, 17:18 Uhr
Liebe nnz-Leserin ...
... ich kann mir Ihre Situation und die damit verbundenen potentielle Existenzängste sehr gut vorstellen. Leider hat sich das Virus "weltweit" verbreitet und wir sind entsprechend derzeitiger Forschungsergebnisse noch immer am "Anfang" der Pandemie.

Auch (aber nicht nur) auf Grund menschlicher Situationen, Gefühle und Ängste versuchen Politiker (die meist Null-Ahnung von Viren haben) derzeit, diverse "Lockerungen" vorzubereiten und durchzuführen. Das suggeriert leider vielfach, dass es "nicht so schlimm" sein kann, wir "über den Berg" sind und langsam Verhältnisse, wie sie vor "Corona" waren, eintreten. Das "Dumme" dabei ist, dass dieses Virus für die Allgemeinheit nicht sichtbar, nicht greifbar ist, vielfach aber den Tod mit sich bringt. Und es sterben auch jüngere Menschen, wie beispielsweise der chinesische Arzt, der vergeblich vor den Gefahren warnte, und den es dann selbst traf.

Ich persönlich bin zwar für "Lockerungen", aber so wie sie Markus Söder, derzeit in Bayern vornimmt. Nicht sofort, langsam, bedächtig und das Virus immer betrachtend, aber vor allem auf die Spezialisten hörend. Wenn das Robert-Koch-Institut vermeldet dass heute jeder Kranke einen Gesunden ansteckt, ist dies wieder gefährlich, denn wenn der Faktor über 1,0 liegt, kommen wir ggf. in medizinische Notsituationen, die Deutschland und die Welt wahrlich nicht brauchen. Vor wenigen Tagen lag der Faktor bei 0,8 (100 Kranke stecken 80 Gesunde an), in Österreich heute bei 0,5, in Deutschland steigt er schon wieder an.

Sollte der Faktor nicht in Richtung 0,0 tendieren und über 1,0 liegen, kann es einen Rückfall geben, der uns dann wirklich und massiv gesundheitlich, moralisch, finanziell, wirtschaftlich, kulturell usw., usw. schädigt.

Und wenn man stirbt ist man für immer tot, da nutzen auch keine Gedanken über das "Wie weiter" etwas. Wie sagt es ein altes Sprichwort: "Die Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste" und das gilt heute mehr als je zuvor ...
ottilie
28.04.2020, 17:39 Uhr
Psychoanalytiker, an die NNZ-Leserin geschrieben
Das ist sehr gut geschrieben und es entspricht der vollen Wahrheit. Von diesem Virus hat noch keiner eine richtige Erfahrung, deshalb muß man sehr vorsichtig mit den Lockerungen sein.
Denn wer wäre Schuld, wenn von dieser Familie vielleicht ein Mitglied stirbt? Dann wäre das Geschrei groß.
Man muß schon abwarten, was entschieden wird. Das ist wirklich nicht leicht und es betrifft alle Menschen.
Man kann nur hoffen, daß alles gut wird und man gesund bleibt.
henry12
28.04.2020, 19:35 Uhr
»Keiner interessiert sich«
Dazu sind die Gedanken von Boris Palmer sehr konstruktiv. Alles andere fährt die Gesellschaft komplett an die Wand. Auf der Strecke bleiben nicht nur Existenzen, sondern auch die Kinder. Die haben bei unserem Nachkriegsschulsystem ohnehin schlechte Voraussetzungen, die sich jetzt noch einmal gravierend verschlechtern.
Kobold2
28.04.2020, 21:44 Uhr
Oh, ja
Ich freue mich auch immer, wenn ich jemanden finde der eine Glaskugel zu hause hat und damit mehr weis als die Fachkräfte....
OB gegen RKI. Da kann man sich zukünftig die Studiererei ganz sparen. "Weiter so"war schon vorher sichtbar der Weg gegen die Wand. Nur mit weniger Verlust an Menschenleben.
b@st3l76
29.04.2020, 09:19 Uhr
Liebe 4 fache Mama,
Genauso sieht es aus. Wir stecken in der selben Situation, allerdings mit nur einem Kind.
Ich kann es auch nicht mehr hören, diese Statistiken und diese Reproduktionszahl. Das sind nur Zahlen, die man sich hin dreht wie man will, und, je nach Sichtweise, es als positiv oder negativ auffasst. Was aber der Realität entspricht, sind Existenzen, mit denen gespielt wird. Die ganze Wirtschaft steht auf dem Spiel, Fahrschulen, Gastronomen, kleine Firmen, Händler und Betriebe stehen vor dem aus. Wie sagte unser Wirtschaftsminister vor den Maßnahmen? Es geht in Zeiten der Coronakrise kein einziger Arbeitsplatz verloren. Und da ist das Problem!! Was Sagen und Handeln ohne darüber nachzudenken. Die ersten 5 Wochen der Kitafreien Zeit haben Eltern irgendwie vereinbaren können zwischen Job und Kind. Und dann?
Dann werden nochmals Wochen auf unbestimmte Zeit dran gehangen, ohne Lösungen für Eltern und Arbeitgebern zu schaffen. Wo ist die Unterstützung des Staates für die Eltern in der weiteren Zeit? Wie viel Minusstunden, Urlaub, unbezahlte Freistellung sollen die Eltern noch ertragen? Die eigentliche Katastrophe ist nicht die Krankheit Corona, sondern die Folgen, die aus dem Handeln des Staates entstehen und derer Hilflosigkeit.
Gestern hat sich ein Arzt zurecht darüber beschwert, warum Obduktionen an Verstorbenen nicht zugelassen werden dürfen, um mehr über den Virus zu erfahren? Eigentlich wissen WIR alle nichts richtig darüber, Hauptsache es werden erstmal Massnahmen ohne entsprechende Unterstützung getroffen.
Und diese ganze " Werbung", gemeinsam gegen Corona, oder Zusammen schaffen wir das und bleibt zu Hause etc. Ich kann es nicht mehr hören. Macht endlich was, das der Mensch wieder Mensch sein darf, und Kinder wieder Kinder.
Und kommt mir jetzt bitte nicht mit Tod oder Ansteckung und deren Folgen. Von 10 unter Corona Verdacht verstorbenen, waren nur einer Direkt an Corona verstorben. Unter Hygiene Regeln und Richtlinien sowie Abstand sollte doch wieder irgendwas möglich sein, um die freiheitlichen Rechte des Menschen nicht weiter einzuschränken. VATER STAAT, fangt sofort an, Familien zu unterstützen, und werft nicht nur Maßnahmen in Raum, ohne deren Wirkung zu kennen.
Lotterfee
29.04.2020, 10:52 Uhr
Sorgen und Nöte
Ich kann die Sorgen der Familienmutter sehr gut verstehen.
Ich bin Großmutter von zwei Enkeln und habe trotz aller Wahrnung beide Enkel seit Schulschließung bei mir aufgenommen.
Zu groß sind die Sorgen, wenn auch nur ein Elternteil seinen Job verlieren würde. Ich bin mir bewusst welchem Risiko ich mich aussetze, aber wer soll sonst helfen?
Das Wohl der jungen Familie liegt mir sehr am Herzen, denn sie haben noch eine lange Zukunft vor sich.
Die vielen Tage verbringen wir mit Schulaufgaben und sie haben die Möglichkeit im heimischen Garten etwas zu spielen. Vielen Familien ist das verwehrt, Ängste und Sorgen bestimmen den Alltag.
Aber trotzdem sollte man noch Vorsicht walten lassen, denn scheinbar niemand weiß wirklich, was es mit dem Virus auf sich hat.
Ich hoffe, das bald alle Großeltern wieder ihre Enkel in die Arme nehmen können, gesund und munter. Bis dahin bleibt alle gesund!
rosie
29.04.2020, 10:53 Uhr
Diese "Ratschläge",
die der Mutter hier gegeben werden, sind voll daneben! Sie schildert ihre Situation aus der Verzweiflung heraus und muss dann lesen: Wenn man stirbt, ist man für immer tot. Das weiß die Frau mit Sicherheit selbst und es geht ja nicht darum, dass sie nicht weiß, worum es geht.
Die persönliche Situation ist einfach zu viel für die gesamte Familie. Das Schulanfängerkind bleibt auf der Strecke, weil es auch nicht in den Kindergarten darf. Da kann ich mir die Sorgen der Mutter sehr gut vorstellen. Die Eltern wollen das Beste für die Kids und sie werden hängen gelassen.
Hört auf mit euren Zahlen und Allgemeinplätzen, damit bestraft ihr die Frau, die ihr Herz ausgeschüttet hat, nur noch mehr!
Ich wünsche der Familie alles Gute und die Zuversicht, dass alles bald wieder normaler zugehen wird.
Kommentare sind zu diesem Artikel nicht mehr möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)