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Fr, 16:00 Uhr
24.04.2020
Kriminalstatistik Nordthüringen

Blaulicht-Rückblick auf 2019

Die Landesinspektion (LPI) der Polizei bearbeitete in den vier Nordthüringer Kreisen im Jahr 2019 insgesamt 20.380 Fälle. Damit verzeichnet der im Thüringer Norden rund 15,8 der im Freistaat erfassten Straftaten. Die ausführliche Statistik hat die LPI Nordhausen jetzt herausgegeben...

Polizei veröffentlicht Kriminalstatistik für Nordthüringen (Foto: nnz-Archiv) Polizei veröffentlicht Kriminalstatistik für Nordthüringen (Foto: nnz-Archiv)

Aufklärungsquote gesunken
Im Jahr 2019 ist im Freistaat Thüringen die Zahl der in der Polizeilichen Kriminalstatistik erfassten Straftaten um – 13.857 Fälle auf 129.301 Fälle zurückgegangen. Die Aufklärungsquote im Land Thüringen ist im Jahr 2019 mit 61,1 % zwar gegenüber dem Vorjahr um 5 % gesunken (Vorjahr 66,1 %), aber immer noch auf einem sehr hohen Niveau, teilt die Landespolizeiinspektion mit. Zum Schutzbereich der Nordthüringer LPI gehören die Landkreise Nordhausen, Kyffhäuser, Eichsfeld und Unstrut-Hainich. Im Jahr 2018 wurden hier 20.865 Straftaten erfasst, die Aufklärungsquote lag bei 66,3 %. Für das Jahr 2019 verzeichnet die LPI 20.380 Straftaten und eine Aufklärungsquote von 63,6 Prozent. Damit ist die Zahl der abgeschlossenen Straftaten gegenüber dem Vorjahr um 485 Fälle (-2,3%) zurückgegangen.

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Die Kriminalpolizei Nordhausen, einschließlich der Kriminalpolizeistation Mühlhausen, bearbeitete 4.102 Straftaten, mit einer Aufklärungsquote von 63,7 %. Dies entspricht einem Anteil von 20,13 % am Gesamtstraftatenaufkommen der LPI Nordhausen. Bei den bearbeiteten Straftaten handelt es sich vorwiegend um Delikte der Gewalt- und Schwerkriminalität.

Den höchsten Bearbeitungsanteil am Gesamtstraftatenaufkommen der LPI Nordhausen weist im Berichtsjahr 2019 die Polizeiinspektion (PI) Unstrut-Hainich mit 4.330 erfassten Fällen und einer Aufklärungsquote von 67,5 % auf.

Tatverdächtige
Im Schutzbereich der LPI Nordhausen konnten im Jahr 2019 insgesamt 7.876 Tatverdächtige (TV) ermittelt werden. Im Vorjahr waren es 8.555 Tatverdächtige. Die Anzahl der weiblichen als auch der männlichen Tatverdächtigen ist im Vergleich zum Vorjahr leicht rückläufig. Die männlichen Tatverdächtigen überwiegen mit 75,2 % oder 5.922 Personen. Für das Vorjahr weist die Statistik 6.534 männliche Tatverdächtige aus oder 76,4 %. Die Zahl der Tatverdächtigen Frauen lag im Jahr 2019 bei 1.954 oder 24,8%. Im Jahr zuvor lag die Zahl weiblicher Tatverdächtiger bei 2021 Personen oder 23,6%.

Der Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen liegt mit 881 Personen bei 11,2%. Hier ist ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Das ist ein geringer Anteil im Vergleich zu anderen Landespolizeiinspektionen in Thüringen. Im Vorjahr lag die Zahl nichtdeutscher Tatverdächtiger bei 953 Personen oder 11,1%. Festzustellen ist zudem, dass etwa 2/3 der Täter Straftaten innerhalb ihrer Wohnortgemeinde begehen.

Die Anzahl der ermittelten Tatverdächtigen ist bei den Heranwachsenden und Jugendlichen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurückgegangen ist.

Altersgruppe20182019
Kinder250269
Jugendliche735674
Heranwachsende726679
Erwachsene68546254



Opfer
Die polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) erfasst unter Opfer eine natürliche Person, gegen die sich eine mit Strafe bedrohte, versuchte oder vollendete Handlung unmittelbar richtet. Geschädigte von Diebstählen, Betrugshandlungen, Sachbeschädigungen und ähnlichem werden in der Statistik nicht erfasst und können deshalb aus der PKS-Opfer-Tabelle nicht analysiert werden.

Im Jahr 2019 ist ein Rückgang der registrierten Opfer von 4.412 auf 4.044 Opfer zu verzeichnen. Maßgeblich ist dabei die Anzahl der erwachsenen Opfer.

Die Altersgruppe der Heranwachsenden verzeichnet etwa so viele Opfer wie im Vorjahr. In der Gruppe der Kinder wurden -11 Opfer, der Gruppe der Jugendlichen -97 Opfer und in der Altersgruppe der Erwachsenen -248 Opfer (davon Senioren -21 Opfer) weniger gezählt. Von den 4.044 erfassten Opfern sind 2.400 (59,3 %) männlichen und 1.644 (40,7 %) weiblichen Geschlechts.

Kriminalitätsentwicklung 2019

Durch die LPI Nordhausen wurden im Jahr 2019 insgesamt 20.380 Ermittlungsverfahren (2018 = 20.865 EV) abschließend bearbeitet. "Das stellt einen marginalen Rückgang um 485 Fälle (-2,3 %) gegenüber dem Vorjahr dar, ist aber trotzdem noch auf einem sehr hohen Niveau.", so die LPI.

Die Aufklärungsquote im Bereich der LPI Nordhausen im Berichtszeitraum ist ebenfalls leicht gesunken auf 63,6 % (Jahr 2018 = 66,3%), liegt aber 1,5% über dem Landesdurchschnitt. Der Anteil der Landespolizeiinspektion Nordhausen am Gesamtstraftatenaufkommen im Freistaat Thüringen beträgt 15,8 Prozent.

Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung weisen gegenüber dem Vorjahr einen leichten Rückgang um -11 Fälle (-3,9 %) auf. Es wurden insgesamt 268 Fälle registriert (2018: 279 Fälle). Mit dem Jahr 2016 sind in diesem Bereich Gesetzesänderungen und nachfolgende Straftatenschlüsseländerungen in den Jahren 2017 und 2018 (unter anderem zu sexuellen Übergriffe) zu berücksichtigen, die sich auf die statistische Erfassung auswirken. Die Vergleichbarkeit der Daten von 2016 bis 2018 ist damit stark eingeschränkt, stellt die LPI klar.

Rückläufig sind in diesem Deliktsbereich die Fälle der Vergewaltigung sowie der sexuellen Nötigung/des sexuellen Übergriffs im besonders schweren Fall (-39 Fälle; -67,2 %). Diese Fälle werden jetzt als sexuelle Übergriffe/sexuelle Nötigung § 177 Abs. 1, 2, 4, 5, 9 StGB (+15 Fälle; +53,6 %) und sexuelle Belästigung (+19 Fälle; +65,5 %) statistisch erfasst. Einen Rückgang der Fallzahl mit 90 erfassten Fällen zeigt der sexuelle Missbrauch (-2 Fälle, -13,5%).

Die Fälle der Verbreitung pornographischer Schriften stieg an. Es wurden 66 Fälle registriert (+13 Fälle; +24,5%). Dabei verzeichnet die Fallgruppe Verbreitung, Erwerb, Besitz und Herstellung kinderpornographischer Schriften mit 48 erfassten Fällen einen Anstieg um +12 Fälle (+33,3 %).

Einen weiteren Anstieg ist bei den Vermögens- und Fälschungsdelikten zu verzeichnen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gab es einen Anstieg um 90 Straftaten auf 3.406 Delikte. Die Betrugsstraftaten stiegen dabei um 136 Fälle (+ 5,9 %) an.

Der Anteil von Vermögens- und Fälschungsdelikten an der Gesamtkriminalität beträgt 16,7 % (+ 0,8 %). Den größten Anteil bei den Vermögens- und Fälschungsdelikten nehmen die Betrugsstraftaten mit einem Anteil von 72,2 % ein. Die Aufklärungsquote bei den Vermögens- und Fälschungsdelikten ist mit 58,7 % gesunken (-9,0 %), im deliktischen Vergleich mit anderen Straftatenkategorien ist diese dennoch hoch.

Ursächlich für den Rückgang der Aufklärungsquote sind Straftaten mit dem Tatmittel Internet, die oft aus dem Ausland begangen werden. Als Tatverdächtige wurden mit 64,2 % überwiegend Personen männlichen Geschlechts ermittelt.

Insgesamt ist jedoch für den Schutzbereich der LPI Nordhausen festzustellen, dass die Kriminalität in fast allen Deliktsfeldern im Vergleich zum Vorjahreszeitraum rückläufig ist.

Diebstahlsdelikte
Eigentumsdelikte stellen mit einem Prozentsatz von 26,4 % seit vielen Jahren den höchsten Anteil an der Gesamtkriminalität im Schutzbereich der LPI Nordhausen dar. Die Diebstahlsdelikte sind mit einer Anzahl von 5.377 Delikten um 2,3 % (-129 Delikte) im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen.

Insbesondere im Diebstahlsbereich werden immer wieder neue Kriminalitäts-phänomene und Veränderungen in den „Begehensweisen“ der Täter festgestellt, um schnell an Geld- und hochwertige Sachwerte zu gelangen.

Im Bereich des Wohnungseinbruchsdiebstahls sind nachhaltige Bekämpfungserfolge zu verzeichnen. Trotzdem sind in diesem Deliktsbereich die Zahlen im Landesvergleich weiterhin auf einem hohen Niveau. Hier wurden im Berichtjahr 2019 insgesamt 274 Delikte registriert. 2018 waren es 301 Delikte.

Im Bereich des Wohnungseinbruchsdiebstahls wurde weiterhin erfolgreich Präventionsarbeit betrieben, sowie eine intensive Tatortarbeit geleistet, welche letztendlich auch zur Ermittlung von Tatverdächtigen führte. Die Aufklärungsquote beträgt 44,6 %. Fast jeder zweite Wohnungseinbruchsdiebstahl konnte aufgeklärt werden.

Vermögens- und Fälschungsdelikte
Bei den Vermögens- und Fälschungsdelikten ist ein leichter Anstieg um 90 Straftaten auf 3.406 (+2,7%) Straftaten zu verzeichnen. Der Anteil von Vermögens- und Fälschungsdelikten an der Gesamtkriminalität betrug 16,7 % (+0,8%).

Die Hauptkategorie bei den Vermögens- und Fälschungsdelikten stellen, wie bereits erwähnt die Betrugsstraftaten mit einem Anteil von 72,2 % dar. Die Aufklärungsquote bei den Vermögens- und Fälschungsdelikten ist um 9 % auf 58,7 % gesunken, im deliktischen Vergleich mit anderen Straftatenkategorien dennoch auf einem hohen Niveau.

Als Tatverdächtige wurden, wie oben bereits erwähnt, mit 64,2 % überwiegend Personen männlichen Geschlechts ermittelt.

Sachbeschädigung
  • gesunkene Fallzahlen im Jahr 2019 ( 2.359 ) gegenüber dem Vorjahr (- 66 Fälle)
  • Aufklärungsquote 2019 = 39,9 % / 2018 = 38,3 %
  • Mehrzahl der Tatverdächtigen in den Tatortgemeinden wohnhaft (733 TV gesamt, davon 75,3% in Tatortgemeinede wohnhaft).
  • Durchschnittlich jeder 3. Täter wurde hier ermittelt


Betäubungsmittelkriminalität
Delikte der Rauschgiftkriminalität werden in einem Summenschlüssel statistisch nach kriminologischen Gesichtspunkten erhoben. Die Gesamtzahl der Betäubungsmittelstraftaten umfasst dabei die Rauschgiftdelikte und die direkte Beschaffungskriminalität (also Straftaten zur unmittelbaren Erlangung von Betäubungsmitteln, wie Raub zur Erlangung von Betäubungsmitteln, Diebstahl von Betäubungsmitteln, Diebstahl von Rezeptformularen zur Erlangung von Betäubungsmitteln und Fälschungen zur Erlangung von Betäubungsmitteln). Fälle der indirekten Beschaffungskriminalität (Straftaten zur Beschaffung von Zahlungsmitteln und Sachwerten für den Erwerb von Betäubungsmitteln, sowie der Folge- und Begleitkriminalität) können der Polizeilichen Kriminalstatistik nicht entnommen werden.

Insgesamt wurden im Schutzbereich der LPI Nordhausen zwei Rauschgiftdelikte weniger als im Jahr 2018 registriert (- 0,1 %). Die Aufklärung lag bei 96,1 %.
Im Landesvergleich ist die LPI Nordhausen mit der Anzahl der registrierten Straftaten im Bereich der Rauschgiftkriminalität weiterhin auf einem sehr hohen Niveau.

Als Tatverdächtige wurden 1.604 Personen (1.666 - 2018) ermittelt. Beim Betrachten der Aufteilung nach dem Geschlecht der Tatverdächtigen fällt auf, dass die Gruppe der Frauen mit 276 Fällen (Anteil 17,2%) nur einen geringen Teil gegenüber der Gruppe der Männer mit 1.328 Fällen ausmacht.

Alle Altersgruppen sind vertreten. Bei Kindern bis 14 Jahre wurden insgesamt elf Tatverdächtige erfasst. In den Altersgruppen 14 Jahre bis 18 Jahre wurden insgesamt 176 Tatverdächtige ermittelt. Bei den heranwachsenden Jugendlichen im Alter von 18 Jahre bis 21 Jahre wurden 259 Tatverdächtige registriert.

Kriminalpolizei Nordhausen


Durch die Beamten der Kriminalpolizeiinspektion sind im Jahr 2019 insgesamt 4.102 Fälle abgeschlossen worden. Die Zahl der aufgeklärten Fälle beläuft sich auf 2.613 Delikte (2018 - 2.879 Fälle), was einer Aufklärungsquote von 63,7 % entspricht. Im Berichtszeitraum wurden insgesamt 2.138 Tatverdächtige ermittelt.

Im Deliktsbereich Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit sind durch die KPI Nordhausen insgesamt 672 Straftaten erfasst worden. Damit ist ein leichter Anstieg von +11 Fällen (+1,7 %) im Vergleich zum Vorjahr festzustellen. Die Raubdelikte insgesamt zeigen mit 102 registrierten Fällen eine Zunahme um +18 Straftaten (+21,4 %) gegenüber dem Jahr 2018. Dabei wurden beispielsweise mehr Räuberische Diebstähle (40 Fälle; +24 Fälle; +150 %), sowie mehr Fälle des Handtaschenraubes (3 Fälle; +2 Fälle) abschließend bearbeitet und erfasst.

Die Körperverletzungen insgesamt verzeichnen steigende Fallzahlen (+ 40 Fälle, + 9,3 %), welche vor allem durch die bei der Kriminalpolizeiinspektion bearbeiteten Delikte der gefährlichen/schweren Körperverletzung auf Straßen, Wegen und Plätzen (+26 Fälle; +8,4 %) geprägt sind. Der Rückgang der Straftaten gegen die persönliche Freiheit um -47 Fälle (-32,0 %) wird im Wesentlichen durch den Rückgang der registrierten Nötigungen (- 10 Fälle; - 35,7%) und Bedrohungen (-14 Fälle; -23,7 %) bestimmt.

Im Deliktfeld „Diebstahl insgesamt“ ist ein Rückgang um -122 Fälle (-18,7 %) zu verzeichnen. Nach wie vor hohe Fallzahlen weisen jedoch zum Beispiel der schwere Diebstahl in/aus Wohnungen auf, wobei die Delikte des Tageswohnungseinbruchs rückläufig sind (-22 Fälle, -28,6 %).

Die Aufteilung auf ausgewählte Deliktgruppen stellt sich wie folgt dar:

DeliktFälle 20192018Aufklärung 20192018
Straftaten gesamt4.1024.17563,769,0
Mord, Totschlag79100100
Sexualstraftaten26027286,991,9
Raub1028475,077,4
Körperverletzung47043087,286,7
Diebstahl gesamt53065237,735,9
Diebstahl Kfz445731,835,1
Fälschung79484740,857,3
Computerkriminalität21718421,725,5
Brandstiftung14213454,950,7
Rauschgift gesamt48547397,197,7
BSD aus Wohnungen37237144,642,6
Einbruch am Tag557743,632,5



Anm. d. Red.: Die ausführliche Statistik findet sich hier . Den Blick in die Landkreise und die "Highlights" des vergangenen Jahres werden wir separat veröffentlichen
Autor: red

Kommentare
Wolfi65
24.04.2020, 16.05 Uhr
Bei den sinkenden Fallzahlen
Kann man darüber nachdenken, den Ordnungshütern mal eine richtige Arbeit zu zuweisen.
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