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Do, 09:58 Uhr
23.04.2020
Positionspapier des Harzer Tourismusverbandes:

Der Harztourismus in der Corona-Krise

Der Harz gehört zu den ältesten und bekanntesten Tourismusdestinationen Deutschlands. Das Gebiet erstreckt sich über Teile der Länder Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen und umfasst die Landkreise Goslar, Göttingen, Harz, Mansfeld-Südharz, Nordhausen und Kyffhäuser...

Harz (Foto: oas) Harz (Foto: oas)


Seit Mitte März befindet sich der komplette touristische Bereich im Shutdown. In dieser Zeit verlieren die Betriebe der Tourismusbranche und flankierender Dienstleistungsbereiche quasi ihre kompletten Umsätze und Einkünfte.
Der „Totalausfall“ von Mitte März bis voraussichtlich Mitte Mai 2020 bedeutet für den Harztourismus Umsatzeinbußen
  • von 128 Mio. im Harzer Gastgewerbe
  • von 75 Mio. im Einzelhandel (durch Touristen erzielte Umsätze)
  • von 62 Mio. in flankierenden Dienstleistungsbereichen
  • kommt ein Ausfall an Steuereinnahmen aus dem Tourismusbereich (Mehrwert- und Einkommenssteuer) von 25 Mio. und ein Ausfall an Gäste- und Kurbeiträgen
  • von ca. 2 Mio.

Damit sind bereits jetzt insgesamt 292 Mio. für die Harzer Tourismusbranche unwiederbringlich verloren.
Was passiert danach? Das Kompetenzzentrum Tourismus des Bundes hat dafür ein Szenario entwickelt, welches einen vorsichtigen Blick in die Zukunft wagt. Das in dieser Untersuchung dargestellte „realistische Szenario“ geht davon aus, dass eine Wiederaufnahme des touristischen Betriebes ab Mitte Mai unter bestimmten Kriterien erfolgen kann. Bis zum September werden daraus resultierende Umsätze von ca. 35 % des Vorjahresniveaus (2019) erwartet. Eine stärkere Belebung des Tourismus ab Oktober verspricht danach bis Ende des Jahres Umsatzerlöse für diesen Zeitraum von 50 % des Vorjahresniveaus.

Betrachtet man unter diesen Prämissen das gesamte Jahr 2020 muss die Harzer Tourismusbranche einen Umsatzverlust von 57 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verkraften, das entspricht fast 1 Mrd. Euro. Diese Umsatzverluste werden daher zahlreiche Betriebe existenziell gefährden, es drohen Insolvenzen in Größenordnungen. Trotz seiner eher kleinteiligen Struktur ist der Tourismus im Harz in seiner Gesamtheit einer der wichtigsten Wirtschaftszweige. Stirbt diese Branche in der Region, stirbt die Region.
Daher braucht der Tourismus - wie bereits deutschlandweit gefordert - ein Soforthilfeprogramm.
1. DieUnterstützungmussinFormnichtrückzahlbarerZuschüsseorientiertandenUmsatzausfällenerfolgen.
2. Alle nachweislich in Not geratenen touristischen Einrichtungen - egal welcher Größe, Trägerschaft und
Struktur - müssen diese Unterstützung in Anspruch nehmen können.
3. Darüber hinaus gilt es Unterstützungsprogramme (Kurzarbeitergeld, Steuererleichterungen,
Liquiditätshilfen) mittelfristig auszubauen. Die Bewältigung der Krise wird den Tourismus langfristig
beschäftigen.
4. MittelfristigbrauchtderTourismusnachhaltige,verlässlicheUnterstützungundeinOffensivprogrammzur
Wiederbelebung in allen Ebenen.
5. Eine Verkürzung der Sommerferien darf nicht erfolgen. Das würde die Situation bei hoffentlich zulässigem
Reiseverkehr weiter verschärfen.
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