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Mi, 09:06 Uhr
08.06.2005

Prügelnde Frau vor Gericht

Nordhausen (nnz). Mit irgendwie verkehrten Rollen in einem gemeinsamen Leben müssen sich morgen die Richter am Amtsgericht in Nordhausen beschäftigen. Eine Frau aus Sollstedt ist wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt.


Es war zwei Tage vor dem Heiligenabend des Jahres 2004. In einer Sollstedt war davon nicht viel spüren. Statt friedlicher Weihnacht lag Zoff in der Luft. Die Streitereien zwischen der 28jährigen Frau und ihrem damaligen Lebensgefährten erreichten ihren weihnachtlichen Höhepunkt just an diesem 22. Dezember. Zuvor hatte das Paar jedoch reichlich dem Alkohol zugesprochen. Gegen 19 Uhr nahm das Unheil seinen Lauf. Während sich der Mann bückte, um sich die Schuhe zuzuschnüren, ergriff Ivonne B. ein Messer und stach dem Mann damit in den Rücken.

Nach Angaben der Mühlhäuser Staatsanwaltschaft drang das Messer jedoch nur zehn Zentimeter tief in den Körper ein und verletzte keine lebenswichtigen Organe. Das muss wohl auch die rasende Frau gemerkt haben, jedenfalls zerschlug sie noch eine Bierflasche auf dem Kopf des verletzten Mannes. Die Anklage geht nach all dem davon aus, dass die Frau nicht wirklich vorhatte, ihren Lebensgefährten zu töten. Sie soll weiterhin keinen Tötungsversuch mehr unternommen haben, der Mann hatte Glück.

Vermutlich auch die Frau, die nun „nur“ wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt ist. Für die Justiz ist die 28jährige allerdings keine Unbekannte, sie war bereits mehrfach wegen Schlägereien in Erscheinung getreten. Um weitere Gefahren für ihren Lebensgefährten aber wohl auch für den „Rest der Welt“ auszuschließen, wurde sie nach der Tat in Sollstedt vorläufig festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

Bislang hat die Dame die Tat bestritten, in den Vernehmungen gab sie an, dass sich ihr Lebensgefährte den Stich in den Rücken selbst zugefügt habe. Für den Prozeß sind zwei Verhandlungstage angesetzt.
Autor: nnz

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