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Do, 13:20 Uhr
16.04.2020
Appenrode geht neue Wege in Corona-Zeiten

Gottesdienst via Dorffunk gefeiert

Kontaktbeschränkungen sind das Gebot der Stunde: Deutlich öfter als sonst wird deshalb in Appenrode der Dorffunk genutzt. Selbst für einen Gottesdienst kam das Dorfmedium Ostern zum Einsatz, wie Ortsteilbürgermeister Ingmar Flohr der nnz berichtet...

Schon lange war es der Wunsch der Appenröder, dass der Dorffunk wieder mehr zum Einsatz kommt. „Diesem Wunsch wollten wir in der momentan doch besonderen Situation gern nachkommen“, sagte Ortsteilbürgermeister Ingmar Flohr.

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Immer mittwochs, kurz nach 18 Uhr, informiert der Ortsteilrat zu aktuellen Themen und Geschehnissen aus Appenrode und aller Welt. Bereits zum fünften Mal hat sich Flohr in den vergangenen vier Wochen so an die Appenröder gewendet.

"Für Ostern kündigte sich, von langer Hand im Hintergrund geplant, ein Novum an", so Flohr weiter.
Gemeinsam mit seinem Ortsteilrat, dem Gemeindekirchenrat und Pfarrer Jochen Lenz entstand Ende März die Idee, den Ostergottesdienst über den Dorffunk zu feiern.

Anfang April wurde aus der Idee ein Projekt. „Den gesamten Karfreitag hat Dirk Jäger am Dorffunk und an den Verstärkern geschraubt und neue Kabel im Dorfgemeinschaftshaus verlegt“, machte Flohr noch einmal den Aufwand deutlich. „Ostersamstag haben wir intensiv getestet und die Lautstärken der verschiedenen Lautsprecher feinjustiert und aufeinander abgestimmt“, berichtete Jäger. Fast alle Lautsprecher funktionieren gut und die Töne sind zumeist klar verständlich.

„Pfarrer Jochen Lenz hat uns diverse Lieder mit der Gitarre eingespielt sowie mehrere Segenswünsche und das Vaterunser aufgesprochen. Danach habe ich die Andacht mit meiner Frau in Form gebracht. Summa summarum sind es 16 Minuten Gottesdienst geworden“, war Petra Jäger begeistert.

Ostersonntag, um 10.10 Uhr war es dann soweit: Der erste Gottesdienst über den Dorffunk lief vom Band. Viele Appenröder lauschten den Liedern und Worten des Pfarrers, traten auf den Hof oder auf die Straße und freuten sich über die besondere Form des Gottesdienstes. „Der Glaube hat den Menschen in der Vergangenheit in dramatischen Situationen immer geholfen. Deshalb ist es in der momentanen Lage wichtig, dass wir diesen Gottesdienst zu Ostern ermöglicht haben. Die Menschen brauchen Halt und Zuversicht für die Gegenwart und die Zukunft. Dazu wollten wir einen kleinen Beitrag leisten“, war Flohr doch sichtlich stolz auf das Erreichte.

Wenn das Gottesdienstverbot noch weiter verlängert werden sollte, sind die Appenröder gut vorbereitet. „Der nächste Gottesdienst ist schon in Planung. Wir sind da flexibel. Es hat sich wieder einmal gezeigt, dass die Investitionen in den Dorffunk nicht umsonst waren“, merkte Dirk Jäger abschließend an.

Demnächst sind weitere Arbeiten am Dorffunk geplant: So werden zur noch besseren Verständlichkeit weitere Lautsprecher an bereits bestehenden Masten installiert.

„Wir haben den Dorffunk aufwendig finanziell und mit Arbeitskraft durch den Förderverein und die Einwohner repariert und nun nutzen wir ihn auch konsequent. Im März wollte der MDR 'Mach dich ran!' bei uns über den Dorffunk drehen", sagte Flohr. Doch der Termin musste aufgrund der Corona-Schutzmaßnahmen abgesagt werden.
Autor: ssc

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Kommentare
Flitzpiepe
16.04.2020, 13:40 Uhr
Einen Gottesdienst
über den Dorffunk im ganzen Dorf zu beschallen ist schon ein starkes Stück. Für mich wäre das eine unnötige Belästigung.
Religion ist eine Privatangelegenheit und sollte es auch jetzt bleiben.
Darf dann demnächst auch noch ein Muezzin seine Ausrufe per Funk machen?
Leser X
16.04.2020, 15:01 Uhr
Flitzpiepe
Nichts mit Privatsache. Staat und Kirche sind in Deutschland eng verquickt und fördern sich gegenseitig. Kein Wunder, denn Atheisten unter den Politikern sind eher die Ausnahme. Leider gibt es da keine Quotierung, die die Gesellschaft widerspiegelt. Ist auch nicht gewollt.
geloescht 20210830
16.04.2020, 17:22 Uhr
Liebe Kommentatoren
die ihr nicht aus Appenrode kommt. Lasst es einfach, ich habe aus dem Ort nicht einen negativen Kommentar gehört. Wer es nicht hören wollte, hat einfach das Fenster zu gemacht. Die übrigen Einwohner hats gefreut. Und damit gut....
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