eic kyf msh nnz uhz tv nt
Mi, 07:52 Uhr
15.04.2020
Lindbergh am Kohnstein

Der Fliegerheld und das KZ

Charles A. Lindbergh ist einer der berühmtesten US-amerikanischen Piloten und ein Held der Luftfahrt. Am 21. Mai 1927 beendete er sensationell seine Alleinüberquerung des Atlantiks als Nonstopflug von New York nach Paris. Aber, 1945 inspizierte er auch die unterirdischen Rüstungsanlagen im Kohnstein bei Nordhausen...

In seinem Buch „The War Time Journal“, berichtet Charles Lindbergh von seinem Besuch des Dora-Lagers und der unterirdischen Installationen bei Nordhausen (Mittelwerk-d.A.), die für die Produktion von V1 und V2 im Kohnstein vorgesehen waren. Offenbar fand der Überflieger noch eine intakte Fertigungsanlage im Kohnstein vor.

Anzeige Refinery (lang)
Er spricht davon, dass Hunderte von V2 noch am Fließband waren. Datiert ist der Besuch hier für den 11. Juni 1945. Der berühmte Flieger, der vor dem Krieg wahrscheinlich Sympathien für die nationalsozialistische Ideologie hatte, ist schockiert über die Behandlung der Gefangenen. Es scheint ihm unmöglich, dass zivilisierte Männer sich so erniedrigen können. Aber war der Besuch in Nordhausen nicht früher und galt dieser nicht der Begutachtung vorzugsweise der Raketen-Produktionstechnologie im Kohnstein?

Lindbergh, Der 1. Atlantiküberflieger New York -Paris, 21 Mai 1927 (Foto: Charles A. Lindbergh Postkartenfoto Made in France ) Lindbergh, Der 1. Atlantiküberflieger New York -Paris, 21 Mai 1927 (Foto: Charles A. Lindbergh Postkartenfoto Made in France ) Leonhard Mosley, ein Biograph Lindberghs, ergänzt dazu, dass Lindbergh diese deutschen Zustände mit den vielen Vertriebenen und den Sklaven vieler Nationen, als (wie er es genannt haben soll) „mit mausigem Geruch behaftet“ empfand. Immer wenn er in die Nähe von solchen Menschen kam, nicht nur bei Nordhausen. Aber hier drängten sich diese Gedanken besonders auf, denn hier besichtigte er wohl Teile des ehemaligen KZ Mittelbau-Dora. Selbst für Charles Lindbergh war es offenbar ein längerer Prozess zu verstehen, dass dieser NS-Staat zu solchen Taten fähig war.

In einer weiteren Publikation von A.E. Samaan „From a Race of Master to a Master Race“ wird ein Visite Lindberghs in Nordhauen bereits auf den 07. Mai 1945 datiert. Ziel sei eine technische Mission im Auftrag der US-Navi gewesen.

Wollte sich die US-Navi die Expertise sichern, um mit der Technologie führend im Westen werden zu können? Offenbar bedauerte Lindbergh später offen auch eigene falsche Wahrnehmungen der Nazis, denn er äußerte sich befremdlich zum Schicksal insbesondere der Juden, vgl., auch den Artikel von Herbert Mitgang (1980, The New York Times). In seiner eigenen Autobiographie bringt er es mahnend auf den Punkt, die „abortive“ Beziehung zu Menschenrechten und technisch-mechanischer Perfektion sei Kern des Hitlerregimes gewesen. Susan M. Gray (1988) geht auf den weiteren Hintergrund der Raketentechnologie ein und sieht darin das amerikanische Dilemma. Frei mit den Worten des weltberühmten Atlantikfliegers Charles A. Lindbergh gesagt, hatten die Raketen wohl einen „mausigen Geruch“.
Tim Schäfer
Autor: red

Anzeige symplr (6)
Kommentare
DDR-Facharbeiter
15.04.2020, 13:14 Uhr
Besuch Lindbergh galt moderner V2- Produktions-Technologie
Charles A.. Lindbergh war seit 1944 bei dem US-Flugzeugbauer Vought Aircraft
- davor mit Kampfeinsätzen bei der US-Air-Force im Pacific - als Konstrukteur und Testpilot des Corsair Jägers tätig. Sein Besuch der V-Waffen-Produktion im Kohnstein im MaI 1945 galt vermutlich der hochentwickelten Produktions-Technologie der V-Waffen, Flugabwehrraketen und Strahltriebwerke im Mittel- und Nordwerk Dora. Die Konstruktions- Pläne der Geheim-Waffen waren schon längst in den USA.
Laut Geschichte des IFA-Museums übernahmen die Sowjets am 15. Juni 1945 im Kohnstein leere Produktions-Hallen. Für Historiker ist interessant, dass lt. IFA-Museum-Geschichte die Sowjets in der Montania bis Juni 1947 die hochmoderne geheime V2- Aggregate-Produktion mit Hilfe deutscher Ingenieure rekonstruierten und betrieben. Am 15. Juni 1947 wurde die gesamte Produktion der Nordhäuser Montania auf Befehl des Stabschefs der Artillerie der Roten Armee M.I. Nedelin nach Kapustin Jar südlich von Stalingrad verlegt.
Dort wurden unter sowjetischer Regie am 18.10.1947 die ersten elf V2 aus Thüringer - Nachkriegs - Produktion verschossen. Ende Zitat IFA-Museum.
Hoffe sehr, dass Nordthüringen mit seinen Erfindungen und guter Qualität wieder zur Spitzentechnologie beiträgt.
Kommentare sind zu diesem Artikel nicht mehr möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)