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Mi, 10:00 Uhr
18.03.2020
Schulen organisieren Unterricht online

Besondere Situation, besondere Maßnahmen

Seit gestern sind die Schulen des Freistaates geschlossen. Die Zwangspause soll für Schülerinnen und Schüler aber nicht zu verlängerten Ferien werden. An Nordhausens Schulen sucht man aus der Not eine Tugend zu machen und den Lehrbetrieb online am Laufen zu halten. Zwei Beispiele...

Der Schulunterricht fällt nicht ganz aus (Foto: Angelo Glashagel) Der Schulunterricht fällt nicht ganz aus (Foto: Angelo Glashagel)

In Deutschland haben sich die Ereignisse in den letzten Tage überschlagen. Gefühlt werden im Stundentakt neue Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus angekündigt. Dabei bleiben bis dato noch viele Fragen offen, nicht zuletzt in Sachen Unterricht. Eigentlich sollten sich Deutschlands Gymnasiasten auf die Abiturprüfungen vorbereiten, wie und wann die letzte Etappe der schulischen Laufbahn absolviert werden kann, weiß im Moment aber niemand.

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„In einigen Fächern wie Mathematik werden die Abiturprüfungen zentral organisiert“, erklärt Volker Vogt, stellvertretender Schulleiter des Nordhäuser Humboldt-Gymnasiums, „Da gibt es viele offenen Positionen die jede Prüfungssituation betreffen, nicht nur das Abitur.“

Zentrale Fragen müssen Bund und Länder in der Kultusministerkonferenz klären. Bis dahin gilt an den Schulen: aus der Not eine Tugend machen. Am Humboldt-Gymnasium versucht man zur Zeit den Lehrbetrieb digital zu organisieren. Eigentlich ist ein direkter Austausch zwischen Schülern und Lehrern via E-Mail nicht vorgesehen, erläutert Vogt, darüber habe man sich jetzt erst einmal hinweg gesetzt. „Besondere Situationen erfordern besondere Maßnahmen. Auf unserer Homepage gibt es eine Übersicht zu den Lehrern, die hier für ihre Klassen Aufgaben und Lehrmaterial einstellen und direkt für Schüler und Eltern zu erreichen sind.“

Da es in Deutschland keine zentrale Online-Plattform zur Vermittlung von Lehrinhalten gebe müsse man das jetzt mit den eigenen Mitteln organisieren. Vogt lobt ausdrücklich das Engagement seines Kollegiums, „Wir müssen erst einmal einen Rhythmus finden aber es bemühen sich alle soviel wie möglich zu geben. Die Kollegen stehen alle Gewehr bei Fuß und wir rücken zusammen, trotz der Krise. Das ist gut zu sehen.“

Ähnliche Wege geht man an der Petersbergschule. Die Lehrerinnen und Lehrer haben einen ersten „Schwung“ an Materialien über das Wochenende vorbereitet, weiterer Lehrstoff wird über die Website der Schule zur Verfügung gestellt werden. „Unsere Schüler haben Material für rund anderthalb Wochen erhalten. Das soll nicht alles auf einmal erledigt werden, die Schülerinnen und Schüler sind dazu angehalten, sich an ihren Stundenplan zu orientieren. Wenn also heute Mathe, Deutsch und Geschichte auf dem Plan stand, dann sollten auch die Aufgaben aus diesen Bereichen abgearbeitet werden“, erklärte Schulleiterin Sabine Schröder der nnz. Für die Abschlussklassen gibt es zudem Prüfungsaufgaben, und es gelten Abgabefristen, Langeweile sollte also nicht aufkommen.

Zu Gute kommt der Regelschule jetzt, was bisher vor allem eine Notlösung war: um Ausfallstunden zu begegnen hatte man das Online-Angebot des Hauses bereits im vergangenen Jahr überarbeitet, für jede Klasse einen eigenen Bereich eingerichtet und erste Erfahrungen im Umgang mit dem Online-Lernmaterial machen können. Im Mathematik-Unterricht greift man, ebenfalls seit vergangenem Jahr, zusätzlich auf das Online-Angebot „Bettermarks“ aus Berlin zurück. „Wir nutzen das seit einem Jahr intensiv in allen Mathe-Klassen. Die Schüler bekommen ihre Aufgaben und die Lehrer können ganz genau sehen wer die Problemstellungen wie gelöst hat“. Was Schröder besonders freut: die Berliner stellen ihr Angebot mit Blick auf die aktuelle Situation bis zum Ende des Schuljahres kostenlos zur Verfügung.

Die Vorprüfungswoche, die eigentlich vor den Osterferien stattfinden sollte, hat man aktuell auf die Woche nach den Ferien verschoben. Man werde die Vorprüfungswoche in jedem Fall nachholen.

Eine Notbetreuung war gestern noch nicht nötig, das könnte sich aber in den kommenden Wochen ändern. Ein entsprechendes Antragsformular des Ministeriums finden Eltern ebenfalls auf der Website der Schule. Insgesamt laufe die Kommunikation mit dem Bildungsministerium und dem Schulamt gut, sagt die Schulleiterin, die zuständigen Stellen würden schnell arbeiten und seien für Fragen der Schulen stets erreichbar.

Abseits des Lehrplans habe man die Schülerinnen und Schüler auch zum Verhalten in der aktuellen Lage belehrt, wenn sich nun größere Gruppen außerhalb der Schule treffen würden hätte man nichts gewonnen. Den Kontakt zu ihren Mitschülern sollen die Jungen und Mädchen bitte nur telefonisch und digital suchen. Das sich daran gehalten wird, sei auch Aufgabe der Eltern. Man werde nun sehen wie es läuft. Der Nachwuchs muss zeigen, das man am Computer nicht nur spielen, sondern auch ordentlich arbeiten kann.
Angelo Glashagel
Autor: red

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Kommentare
Aus die Maus
18.03.2020, 11:42 Uhr
Ich
würde mein Enkel unterrichten , bin aber kein Pädagoge !
Kama99
18.03.2020, 12:01 Uhr
@wyski
Letzte Woche kam ein Bericht über Quereinsteiger im Bildungssystem. Man braucht seltsamer Weise keine Vorkenntnisse aus dem Bildungsbereich. Die gezeigte Frau war völlig überfordert. Die Ergebnisse werden wir in einigen Jahren sehen.
Wolfi65
18.03.2020, 12:18 Uhr
Bis nach den Osterferien?
Man sollte sich nicht unbedingt an diesem Zeitfenster orientieren.
Laut Presseerklärung des Robert Koch Institutes ist man mit der Corona Pandemie erst am Anfang des Stadiums.
Die Pandemie wird noch Monate, bis zu zwei Jahren andauern.
Ein einsetzbares Serum gegen die Krankheit wird frühestens zum Jahreswechsel 2020 zu 2021 zur Verfügung stehen.
Also sollten sich einige Elternteile in Deutschland damit abfinden, ihre Kinder in naher Zukunft nicht wieder in die Schule schicken zu können.
Äußerst bedauerlich.
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