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So, 08:00 Uhr
15.03.2020
BLEICHERÖDERIN CELINA GRIES BERICHTET AUS AUSTRALIEN

Grüße aus Down Under II

Für ein Jahr arbeitet und lebt Celina Gries in Australien und will hier in der nnz über ihre Erlebnisse im Internationalen Freiwilligendienst am anderen Ende der Welt berichten. Heute lesen wir über eine Reise 11.000 km lang quer durch den "Roten Kontinent"...

Australien (Foto: C.Gries) Australien (Foto: C.Gries)


Wie ihr im letzten Bericht erfahren habt, absolviere ich gerade einen Freiwilligendienst an einer Schule in Australien. Ende November ist ein Schuljahr abgeschlossen und Ende Januar beginnt ein neues. Ich hatte also zwei Monate Zeit, den Riesenkontinent zu bereisen. Die Planung des Roadtrips nahm eine geraume Zeit in Anspruch, da mich viele Orte interessierten. Eine perfekte Art, sich in Australien fortzubewegen, ist der “Greyhound Bus”, mit dem ich ein flexibles 60-Tage Hop on Hop off - Ticket buchte.

Von Toowoomba aus ging es zunächst über Brisbane nach Hervey Bay und weiter nach Bundaberg, bekannt für die Rum-Destillerie, die weltweit Alkohol und Limonaden exportiert. Ich übernachtete in einem kleinen verrückten Hostel dekoriert mit Konfetti, Giraffenfiguren und Surfbrettern. Am nächsten Morgen setzte ich meine Reise nach Agnes Waters fort. Um mein Hostelbett zu beziehen, musste ich mich durch den Dschungel der Gepäckstücke der sechs Mitbewohner kämpfen. Zu Beginn empfand ich das Hostelleben als echte Herausforderung, keine Privatsphäre und wenig Platz. Doch schnell fand ich Gefallen daran, da man beim Alleinreisen interessante Menschen kennenlernt und sich deshalb nie einsam fühlt.

Australien (Foto: C.Gries) Australien (Foto: C.Gries)



Rockhampton, mein nächstes Ziel, begrüßte mich mit 45°C. Die Stadt wirkte auf mich sehr altmodisch und ich fühlte mich wie ein Zeitreisender, als ich die Modegeschäfte betrat. Mein nächster Stopp: Magnetic Island. Ich übernachtete in einer wunderschönen Anlage mit Pool, Palmen und Wildtier-Rettungsstation, wo ich einen Koala auf dem Arm hielt und eine Schlange um meinen Hals trug. Auf einer Inselwanderung entdeckte ich sogar frei lebende Koalas. Über Mission Beach fuhr ich nach Cairns in der Nähe des weltweit größten Korallenriffs „Great Barrier Reef“. Mein Highlight - eine zweitägige Tour in den Regenwald mit traditioneller Rauchzeremonie der Aboriginies (Ureinwohner), ein Bad im Naturgewässer, Tiere wie Cassowaries, Schlangen, Spinnen, Krokodile, Himmelsfalter (seltener blauer Schmetterling), Koalas und sprechende Papageien. Mitten im Regenwald übernachtete ich völlig isoliert von der Außenwelt und Zivilisation in einer herrlichen Hotelanlage. Der optimale Ort, um zu entspannen. Zufällig fand dort eine Party amerikanischer Schauspieler statt, die gerade einen Film im Dschungel drehten. Sie wirkten total bodenständig. Am zweiten Tag lief ich am menschenleeren Strand entlang und durch den Dschungel: ein Paradies.

Australien (Foto: C.Gries) Australien (Foto: C.Gries)


Nun stand das Kontrastprogramm an: Die rote Mitte, das Outback. Ich nahm eine 40-stündige Busfahrt auf mich, um die Hafenstadt Darwin im Norden zu erreichen. Die Freude auf ein Bett war nie größer. In der Nacht ereilte mich ein Rückschlag: Kreislaufprobleme und Übelkeit. Meine Weiterreise stand auf dem Spiel. Glücklicherweise ging es mir schnell wieder besser. Nach weiteren 21 Stunden kam ich in Alice Springs an, die größte Stadt australischen Zentrum. Ich bekam ein Gefühl für die unglaubliche Größe und Vielfalt des Landes.

Nächster Halt: Der geheimnisvolle Ort Coober Pedy. Hier werden unterirdische alte Opal-Minen genutzt, um Wohnungen, Kirchen oder Museen einzurichten. Meine Unterkunft- ein Untergrundhotel, welches trotz 50°C Außentemperatur auf 25°C gekühlt war. Weiter ging es nach Adelaide. Die katastrophale Hitze von 45°C führte zur Ausbreitung der Buschfeuer.
Von Adelaide nach Melbourne buchte ich eine Tour mit internationalen Teilnehmern über die "Great Ocean Road“ und den Grampians National Park. Unser Tourguide berichtete von Horrorszenarien: nachts stand seine Stadt in Flammen, er musste in einer Notunterkunft schlafen und abwarten, bis die Buschfeuer unter Kontrolle gebracht worden. In der ganzen Umgebung roch und sah man den Rauch deutlich und mir wurde bewusst, wie verheerend die Feuer Menschen, Tiere und Landschaft trafen.
Auf der Tour sahen wir wunderschöne Wasserfälle, riesige Kängurus, atemberaubende Sonnenaufgänge. Morgens um 3:30 Uhr wanderten wir zwei Stunden in den Sonnenaufgang hinein. Entlang der Great Ocean Road faszinierten mich die "zwölf Apostel“.

Karte (Foto: C.Gries) Karte (Foto: C.Gries)


Eine unvergessliche Reise bis dahin. Der erste Monat des Roadtrips war vorüber, nun stand Weihnachten und Silvester in Sydney vor der Tür, wo ich meine Mitfreiwilligen wieder traf. Wie die Reise weiterging, erfahrt ihr im nächsten Beitrag.
Celina Gries

By the way:

Das für Samstag, dem 28. März in der Nordhäuser Blasiikirche geplante Benefizkonzert zugunsten des Victoria Bushfire Appeal wurde wegen der Allgemeinen Verfügungen zur Corona-Krise auf unbestimmte Zeit verschoben.
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