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Fr, 07:00 Uhr
28.02.2020
Lichtblicke

Gedanken zur Fastenzeit

Was geht Ihnen durch den Kopf, wenn Sie das Wort „fasten“ hören? Denken Sie an einen knurrenden Magen und sich nach unten neigende Mundwinkel der Tristesse? Denken Sie an Entsagung von den genussvollen Dingen im Leben – Kaffee, Alkohol oder die geliebte Schokolade?...


Liebe Leser,
was geht Ihnen durch den Kopf, wenn Sie das Wort „fasten“ hören? Denken Sie an einen knurrenden Magen und sich nach unten neigende Mundwinkel der Tristesse? Denken Sie an Entsagung von den genussvollen Dingen im Leben – Kaffee, Alkohol oder die geliebte Schokolade?...

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Oder eher daran, mal nicht für alle Strecken ins Auto zu steigen und bei jeder Gelegenheit auf dem Smartphone zu surfen? Oder haben sie in einem Lifestylemagazin vom Intervall-Fasten gehört, das uns gesundheitlich in Schwung bringen soll. Vielleicht denken Sie auch an etwas ganz Anderes.

In jedem Fall geht es dabei um eine Unterbrechung des Gewohnten – sei es der Verzicht auf das gewohnte Gläschen Rotwein oder die Flasche Bier zum Feierabend oder das ständige Daddeln auf dem Smartphone. Liebgewordene Gewohnheiten zu verändern ist Schwerstarbeit. Da fehlt plötzlich was, es entsteht eine Leerstelle: Was trinke ich denn jetzt zum gelungenen Tagesabschluss? Was mache ich, wenn ich mein Handy jetzt nicht benutzen kann?
Die Leerstelle, die zuerst schmerzt, kann zum Entdecken etwas Neues werden. Warum nicht mal wieder bei einer Tasse Tee ein Buch lesen? Oder auch etwas mehr Zeit mit Gott verbringen? Statt des Chats auf dem Handy mal Gott zuhören oder ihm was erzählen?

Vielleicht ist es für den einen oder anderen ungewohnt – aber es lohnt sich, es auszuprobieren. Der Schauspieler August Diehl hat sich regelrecht dazu gezwungen, regelmäßig zu beten, um sich auf seine Rolle im Kinofilm „Das verborgene Leben“ vorzubereiten. Er schildert, wie ungewohnt es zunächst war, aber dann doch zu einer unglaublichen Erfahrung für ihn wurde. Das Gleiche passierte ihm mit dem Bibellesen. Er nahm sich vor, morgens und abends Bibel zu lesen. Er fühlte sich zunächst sehr sonderbar dabei, aber er spürte, dass eine große Kraft von diesen Texten ausging. Das hätte er wohl weder dem Gebet noch der Bibel zugetraut.

Aber es hat sich gelohnt, es einfach mal auszuprobieren und sich dabei überraschen zu lassen.
Auch dafür ist die Fastenzeit da – sich unterbrechen zu lassen in seinem Alltagstrott und sich bewusst Zeit für Dinge zu nehmen, die einem wichtig sind und neue Dinge zu erproben.

Dazu möchte ich Sie herzlich einladen: Nehmen Sie sich einen Moment Zeit, überlegen Sie welche Gewohnheiten sie in ihrem Leben gern mal auf den Prüfstand stellen würden und für was Sie sich stattdessen gern mal mehr Zeit nehmen würden? Und dann kann es losgehen, es mal bis Ostern zu erproben.

Dazu wünsche ich Ihnen Mut und Lust, Ihre Pfarrerin Katharina Freudenberg
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