Di, 14:51 Uhr
02.10.2001
Eine Troika und kein Kandidat?
Nordhausen (nnz). Loni Grünwald (PDS) und Matthias Jendricke (SPD) haben den Kreistag verlassen und verwalten den Landkreis. Beide waren in verschiedenen Ausschüssen die Vorsitzenden. Und da wird hinter den Kulissen ein personeller Aufstand geprobt.
Vor allem um die Neubesetzung des Vorsitzenden des Finanzausschusses wird gepokert. SPD und PDS können sich hingegen gelassen zurücklehnen, sie haben der CDU-Faktion den Vorsitz angeboten. Experten in der christdemokratischen Fraktion soll es genügend geben: Jürgen Hohberg, Martin Höche und Birgit Scholz. Das Trio hatte sich allerdings erst in diesem Jahr bei der kreislichen Verwaltungsspitze etwas unbeliebt gemacht. Haushaltskonsolidierung verstanden Höche und Co. in erster Linie als Einsparung bei Personalkosten. Wer sich den medialen Krieg zwischen den Kreistagsmitgliedern und den verschiedenen Ebenen der Verwaltung noch einmal einverleiben will, der kann das genüsslich im Archiv der nnz tun.
Wer von den drei Unbeliebten soll aber nun den Berg des Finanzausschusses erklimmen? Martin Höche hat prophylaktisch schon mal abgewunken. Birgit Scholz soll - ob ihrer Loyalität zum Vorsitzenden Egon Primas - nicht mehrheitsfähig sein. Bleibt Jürgen Hohberg. Auch da werden sich innerhalb der CDU-Fraktion einige Augenbrauen runzeln. Hohberg - selbst nicht CDU-Mitglied gilt als unbequemer Mitstreiter, der in den zurückliegenden Jahren den Finger auf die eine oder andere Wunde gelegt hatte. Nicht abzustreiten ist jedoch sein Engagement für die kommunale Politik und sein Fachwissen. Die CDU muß sich erklären, irgendwann in diesem Monat soll über die Zusammensetzung der Ausschüsse beraten und entschieden werden, dann müssen deren Mitglieder auch noch einen Vorsitz wählen. Da müsste schon etwas Klarheit herrschen. In der CDU wird bislang vermisst, dass es keine weitere Fraktionssitzung geben wird. So wird Jürgen Hohberg bis Ende Oktober weiter amtieren, manche Mitglieder seiner Fraktion gönnen ihm den Vorsitz des Finanzausschusses mit dem Wunsch, dass er dann nicht mehr polit-gefährliche Aktionen starten könne. Doch ans Gängelband wird sich der Bürgermeister aus Sollstedt nicht legen lassen, das habe er schließlich auch seinem Kollegen Höche einst versprochen.
Die Unsicherheiten sind nicht nur auf die CDU-Fraktion beschränkt, alle großen Vorsitzenden haben ihre Probleme. Die sind jedoch nur die Ableger der beiden großen Verwaltungen in diesem nördlichsten Thüringer Landkreis. Quer durch alle Fraktionen gehen die Interessenslagen zwischen der Stadt Nordhausen und dem Landkreis. In dieser Beziehung ist es eben auch im Nordhäuser Kreistag wie im richtigen kommunalen Leben.
Autor: nnzVor allem um die Neubesetzung des Vorsitzenden des Finanzausschusses wird gepokert. SPD und PDS können sich hingegen gelassen zurücklehnen, sie haben der CDU-Faktion den Vorsitz angeboten. Experten in der christdemokratischen Fraktion soll es genügend geben: Jürgen Hohberg, Martin Höche und Birgit Scholz. Das Trio hatte sich allerdings erst in diesem Jahr bei der kreislichen Verwaltungsspitze etwas unbeliebt gemacht. Haushaltskonsolidierung verstanden Höche und Co. in erster Linie als Einsparung bei Personalkosten. Wer sich den medialen Krieg zwischen den Kreistagsmitgliedern und den verschiedenen Ebenen der Verwaltung noch einmal einverleiben will, der kann das genüsslich im Archiv der nnz tun.
Wer von den drei Unbeliebten soll aber nun den Berg des Finanzausschusses erklimmen? Martin Höche hat prophylaktisch schon mal abgewunken. Birgit Scholz soll - ob ihrer Loyalität zum Vorsitzenden Egon Primas - nicht mehrheitsfähig sein. Bleibt Jürgen Hohberg. Auch da werden sich innerhalb der CDU-Fraktion einige Augenbrauen runzeln. Hohberg - selbst nicht CDU-Mitglied gilt als unbequemer Mitstreiter, der in den zurückliegenden Jahren den Finger auf die eine oder andere Wunde gelegt hatte. Nicht abzustreiten ist jedoch sein Engagement für die kommunale Politik und sein Fachwissen. Die CDU muß sich erklären, irgendwann in diesem Monat soll über die Zusammensetzung der Ausschüsse beraten und entschieden werden, dann müssen deren Mitglieder auch noch einen Vorsitz wählen. Da müsste schon etwas Klarheit herrschen. In der CDU wird bislang vermisst, dass es keine weitere Fraktionssitzung geben wird. So wird Jürgen Hohberg bis Ende Oktober weiter amtieren, manche Mitglieder seiner Fraktion gönnen ihm den Vorsitz des Finanzausschusses mit dem Wunsch, dass er dann nicht mehr polit-gefährliche Aktionen starten könne. Doch ans Gängelband wird sich der Bürgermeister aus Sollstedt nicht legen lassen, das habe er schließlich auch seinem Kollegen Höche einst versprochen.
Die Unsicherheiten sind nicht nur auf die CDU-Fraktion beschränkt, alle großen Vorsitzenden haben ihre Probleme. Die sind jedoch nur die Ableger der beiden großen Verwaltungen in diesem nördlichsten Thüringer Landkreis. Quer durch alle Fraktionen gehen die Interessenslagen zwischen der Stadt Nordhausen und dem Landkreis. In dieser Beziehung ist es eben auch im Nordhäuser Kreistag wie im richtigen kommunalen Leben.


