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Mi, 14:45 Uhr
09.10.2019
nnz-Betrachtung

Mit Herrn Neuber diskutieren

Leider ist die Kunst der Debatte und des konstruktiven Austauschs von Gedanken und Meinungen in unserer heutigen Zeit nicht mehr en vogue. Schnelle Urteile, schnelle Abgrenzung und schnelle Verachtung unliebsamer Disputanten sind die Folge...


Die - wiederum leider - unsere Gesellschaft und die Menschen in ihr immer weiter voneinander entfremdet und polarisiert. Das mag an der fortschreitenden Individualisierung durch die explodierende Digitalisierung gerade in der so genannten „westlichen Welt“ liegen, aber es hat auch immer ganz sachbezogene, konkrete Ursachen.

Eine dieser Ursachen ist der Ton, in dem Debatten geführt werden. Menschen neigen generell dazu, nicht gern von anderen belehrt, pauschal eingeordnet und so aus ihrer Sicht arrogant abgekanzelt zu werden.

Wenn also Herr Neuber hier immer wieder von „vielen“ und allgemein „den DDR-Bürgern“ spricht, so fühlen sich dadurch auch Menschen angegriffen, die weder „Betonköpfe“ noch mit „bornierter Sturheit“ geschlagen sind. Die ihm antworten verkörpern wiederum nur eine Minderheit an Lesern, die sich in Kommentaren äußern will. Das kann dann durchaus unangenehm für den Autor werden. Aber wer austeilt, der muss auch einstecken können.

Aus seiner Weltsicht hat der „echte Nordhäuser“ Manfred Neuber sicherlich für sich gesprochen recht. Aber seine Weltsicht kann nun einmal nicht jeder teilen. Und seine Auffassung von Wahrheit muss sich nicht mit jener einiger ehemaliger DDR-Bürger decken. Und objektiv ist letztenendes keine Meinung.

„Krampfhafte Rechthaberei lässt jeden Keim einer offenen Debatte ersticken“, schreibt der erfahrene Journalist in seinem jüngsten Beitrag hier in der nnz. Und genau das ist der Punkt, an dem er sich wohl selbst einmal hinterfragen muss. Wer die Argumente der anderen gar nicht erst anhört, weil er meint, es ohnehin besser zu wissen, und lieber noch die Attacken verschärft, der braucht auch keinen sachbezogenen Meinungsaustausch einfordern. Das gilt für Herrn Neuber ebenso wie für die mitunter ungehaltenen Kommentatoren.

Etwas mehr Rationalität und etwas weniger Emotionen wären hier gefragt, um sich ernsthaft miteinander auszutauschen. Denn zuhören ist genau so wichtig wie reden, wenn es ein echtes Gespräch werden soll.
Olaf Schulze
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Kommentare

09.10.2019, 15.17 Uhr
Leser X | Erfahrener Journalist?
Echt, Herr Neuber ist Journalist??? Ich bin fassungslos! Das macht ja alles noch viel schlimmer. Er verstößt doch ständig gegen die journalistische Ethik!

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09.10.2019, 15.32 Uhr
tannhäuser | Herr Neuber kann doch antworten...
...und seine sehr oft pauschalen Urteile erläutern.

Das macht er leider nicht, sondern ist zur Beweisführung von Zitaten von Historikern inzwischen auf psychologische Studien umgestiegen.

Und sollte er wirklich Latimer Rex sein, dann gießt er wohl eher Benzin als Löschschaum ins Feuer.

Und ja, ich würde auch lieber sachlich mit ihm diskutieren als mir ständig neue Metaphern und Synonyme einfallen zu lassen oder in meiner DDR-Erinnerung zu kramen, um seine unsachlichen Beurteilungen zu widerlegen.

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09.10.2019, 16.34 Uhr
Realist 1.0 | Warum wird jemanden, wie Herr Neubert in der NNZ
ein Podudium geboten. Ein verborter besser Wessi will uns Ostdeutschen das Leben vor der Wende erklären. Das schlimme an seinen Beiträgen zur vorwende, kann man doch gar nicht für voll nehmen.

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09.10.2019, 16.43 Uhr
Spürnase
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09.10.2019, 16.54 Uhr
N. Baxter | sorry
aber mit Journalismus hatte das nix mehr zutun.

Man könnte spekulieren warum wieso weshalb aber freuen wir uns einfach auf das Ende der Gruselgeschichten.

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09.10.2019, 17.01 Uhr
Leser X | Na nu isses ja vorbei
Herr Neuber hatte sein Adrenalin, wir auch, und nun lasst uns wieder in Frieden und ohne Stress unsere Argumente austauschen.

Grüße an den Rhein, in der Hoffnung, dass Sie offener werden für die Befindlichkeiten hierzulande.

Es war nicht alles gut in der DDR und es ist nicht alles schlecht in der Bundesrepublik...

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09.10.2019, 18.05 Uhr
guckan
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