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Sa, 10:00 Uhr
28.09.2019
ADAC Test auf 120 Strecken in 10 Großstädten

Noch zu wenig Sicherheit für Radfahrer

Während das politische Berlin die Frage diskutiert, wie Konflikte zwischen Radverkehr und Auto entschärft werden können, hat der ADAC den Praxistest gemacht. Dabei wurden Kreuzungen und Grundstücksausfahrten in den Blick genommen, weil es dort am häufigsten zu Zusammenstößen von Fahrradfahrern und anderen Fahrzeugen kommt...

Auf 120 Teststrecken in zehn deutschen Landeshauptstädten hat der ADAC untersucht, wie es um die Sicherheit von Radfahrern an Kreuzungen und Grundstücksausfahrten steht.

Das Ergebnis: Zwar fielen die Gesamtergebnisse der Städte mit Noten zwischen sehr gut und ausreichend relativ positiv aus, aber insgesamt 13 Prozent der Testrouten fielen mit „mangelhaft“ und „sehr mangelhaft“ durch, 28 Prozent waren nur ausreichend.

ADAC Vizepräsident Gerhard Hillebrand: „Der Radverkehr auf unseren Straßen nimmt stetig zu. Wir müssen aber auch gewährleisten, dass Radfahrer sicher unterwegs sein können. Dafür braucht es eine verbesserte Radverkehrsinfrastruktur. Gleichzeitig sind Korrekturen an der StVO notwendig. Viele der vom Verkehrsminister angekündigten Änderungen können die Situation verbessern. Vor allem aber brauchen wir ein rücksichtsvolles Miteinander aller Verkehrsteilnehmer, denn die Herausforderungen der Zukunft bewältigen wir nur mit einem integrierten Verkehrskonzept, in dem sowohl das Fahrrad als auch das Auto ihren Platz finden.“

Bemängelt wurde von den Testern zum Beispiel, dass Radwege an Kreuzungen unzureichend oder gar nicht markiert waren. Außerdem waren viele Radwege so weit von der Straße abgesetzt, dass Autofahrer Radler beim Abbiegen erst spät sehen konnten. Die Haltelinien für Fahrradfahrer an Ampeln lagen häufig nur wenig oder gar nicht vor denen für Kraftfahrzeuge. Stark befahrene Straßen mussten Radfahrer oft ohne Absicherungen wie etwa Mittelinseln überqueren. Bei seitlich abgesetzten Radwegen gab es an Grundstückseinfahrten häufig einen anderen Belag als auf
dem Weg, was Vorfahrt für Autos suggerieren kann. Zudem waren manche Grundstückszufahrten wegen Mauern oder Hecken kaum zu erkennen.

Erhöhte Sicherheit bringen etwa auffällige Farbmarkierungen von Radwegen über Kreuzungen und Einmündungen. Poller im Kreuzungsbereich sorgen für freie Sicht, weil sie das Parken verhindern. Und wenn abgesetzte Radwege an Kreuzungen zur Fahrbahn geführt werden, können Autofahrer die Radler besser sehen. Auch hilfreich: große Aufstellflächen für Radfahrer an Ampeln vor der Haltelinie des restlichen Verkehrs sowie die Aufpflasterung von Radwegen bei Einmündungen, um die Vorfahrt der Radfahrer zu verdeutlichen.

Getestet wurde in Dresden, Erfurt, Saarbrücken, Stuttgart und Wiesbaden, den fünf Landeshauptstädten mit dem geringsten Radverkehrsanteil, und in Bremen, Hannover, Kiel, Mainz und München, den fünf mit dem höchsten Anteil. Untersucht wurden insgesamt 2466 Kreuzungen und 445 Grundstückszufahrten im Verlauf der 120 definierten Testrouten.

Alle Details zum Test finden Sie unter www.adac.de/radfahrer-sicherheit
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Kommentare

28.09.2019, 11.19 Uhr
tannhäuser | Zur Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer...
...gehört auch, Aufsteller mit Wahlwerbung so zu platzieren, dass sie nicht die Sicht des Auffahrenden auf die Vorfahrtsstrasse einschränken.

Ob es sowas in Nordhausen gibt, weiß ich nicht.

In Sondershausen: Einmündung Albert-Kuntz- zur Borntalstrasse.

Schlechtes Beispiel: Europawahl, Plakat Barley (Komischerweise hat das die hiesigen SPD-Zebrastreifen-Fetischisten nicht gestört).

Die CDU hat es besser gemacht. Mohrings Werbung ist zwar auch überflüssig, aber kein Sicherheitsrisiko, weil nicht sichtbehindernd (Zumindest für den Straßenverkehr an dieser Stelle).

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28.09.2019, 12.37 Uhr
trabijuergen | Die armen Radfahrer
brauchen ja soooo viel Schutz.
Als erstes bräuchten viele Radfahrer erstmal eine Lektion in Sachen STVO.
Sobald man grade auf nem Fahrrad sitzen kann, darf am öffentlichen Straßenverkehr teilgenommen werden, ohne jegliche Eignungsprüfung ablegen zu müssen.
Kein Wunder das viele Radfahrer sich im Straßenverkehr benehmen, wie die Axt im Walde.
Da wird über rote Ampeln gefahren, nach belieben von Straße auf Fußweg und zurück gewechselt, mal eben quer über die Straße die Seite gewechselt, ohne zu gucken, oder mal schnell noch an der Ampel am Auto (LKW) vorbei gedrängelt, um vorne stehen zu können.
Mach das mal mit Auto.
Ich will hier nicht alle Radfahrer über einen Kamm scheren, es gibt sicher viele Radfahrer, die vernünftig unterwegs sind, so wie es Auotfahrer gibt, denen der Führerschein entzogen gehört, aber als Teilnehmer am öffentlichen Straßenverkehr müssen sich auch Radfahrer an die STVO halten.
Deshalb finde ich es schlecht, daß immer nur Autos auf Radfahrer achten sollen und sie in Schutz genommen werden.
Nach meiner Meinung sollten auch Radfahrer eine Art Führerschein machen müssen, bevor sie im öffentlichen Straßenverkehr unterwegs sind.
So, jetzt darf gemeckert werden. :-)

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28.09.2019, 13.15 Uhr
Kobold2 | Ach Trabijürgen
Sie haben auch noch nicht viel dazu gelernt und vor allem wohl noch nicht auf einen Rad am Verkehr teilgenommen?
Aus eigener Erfahrung darf ich ihnen mitteilen das ihre Wahrnehmung sie täuscht.
Es ist eher so, das sich alles nach dem gehätschelten Autofahrer richten soll, egal ob Rad,-LKW, Motorradfahrer, oder Fußgänger.
Das kommt davon, das sich kaum jemand mit den Problemen des anderen auseinnandersetzen will. Ich bin auch gespannt wie sie den Kindern im Gundschulalter, noch vor dem Alphabet, die Fahrradprüfung abnehmen wollen?

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28.09.2019, 13.22 Uhr
Paulinchen | Mal so ganz nebenbei
Wäre es nicht von Vorteil, mal mit anderen Ländern sich auszutauschen?

Bitte nicht falsch verstehen, ich habe in diesem Jahr meinen Urlaub in Italien verbracht. Genau genommen, am Gardasee. Dort müssen sich die Fußgänger, Radfahrer und Autos die schmale und extrem stark befahrende Straße am See entlang teilen.

HALLO ES KLAPPT PRIMA! Man muss eben nur untereinander Rücksicht walten lassen. Allerdings, wenn ein Radfahrer oder Fußgänger stürzt, tut es mehr weh, als bei uns in Deutschland. Denn in Italien liegt kein Kaugummi zur Dämpfung auf Straßen und Plätzen.

Ich fand es auch sehr bemerkenswert, dass die deutschen LKW und auch die PKW sind exakt an die vorgegebenen Geschwindigkeiten halten. Woran mag es liegen? Selbst die berühmte Vespa, die bekanntlich durch jede Lücke passt, nimmt Rücksicht auf die anderen Verkehrsteilnehmer. In den Ortschaften gibt es jede Menge Fußgängerueberwege, es klappt, wo sind sie denn bei uns? Wir sind immer in Eile und denken, dass die 50 km h die Mindest geschwindigkeit ist. Oh je, so mancher deutscher Autofahrer ist gut beraten, dort nie hinzureisen, denn er käme ohne Führerschein zurück, wegen Überschreiten der Geschwindigkeit. Bitte, dabei spielt es keine Rolle, ob auf Land oder Bundesstraßen und Ortschaften. Wir alle, sollten stets an den §1 der StVO denken, dann klappt es auch mit dem Miteinander im Straßenverkehr!

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