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Sa, 09:51 Uhr
28.09.2019
ADAC Test: Fahrradsicherheit an Kreuzungen

Licht und Schatten in Erfurt

Besonders viele, oft tödliche Unfälle zwischen Radfahrern und motorisiertem Verkehr ereignen sich an Kreuzungen und Einmündungen. Unübersichtliche Verkehrsverhältnisse und fehlende gegenseitige Sichtbarkeit sind die Hauptursachen. Ein Grund für den ADAC, die Fahrradsicherheit an Kreuzungen und Grundstückszufahrten in Erfurt und neun weiteren deutschen Landeshauptstätten unter die Lupe zu nehmen.

In Erfurt wurden insgesamt zehn Testrouten zwischen 2,2 km und 7,7 km Länge abgefahren, die typische Wege von Radfahrern nachbilden sollen. Das Ergebnis bringt sowohl Licht als auch Schatten hervor. Zwei der Routen wurden von den Testern mit sehr gut bewertet, jedoch fiel auch eine Route komplett durch.

„Die Ergebnisse des ADAC Tests zeigen, dass es in Erfurt und anderen Kommunen noch Handlungsbedarf für einen sicheren Radverkehr gibt“, so Wolfgang Herda, Verkehrsexperte des ADAC Hessen-Thüringen. „Knotenpunkte müssen dafür sukzessive überprüft und vor allem im Hinblick auf die Sichtbarkeit von Radfahrern verbessert werden.“

Bemängelt wurde von den Testern zum Beispiel, dass Radwege an Kreuzungen unzureichend oder gar nicht markiert waren. Außerdem waren viele Radwege so weit von der Straße abgesetzt, dass Autofahrer Radler beim Abbiegen erst spät sehen konnten. Die Haltelinien für Fahrradfahrer an Ampeln lagen öfters nur wenig oder gar nicht vor denen für Kraftfahrzeuge. Zudem gab es an sehr vielen Grundstückszufahrten einen Belagswechsel, der Vorfahrt für Autos suggeriert.

Erhöhte Sicherheit bringen etwa auffällige Farbmarkierungen von Radwegen über Kreuzungen und Einmündungen. Poller im Kreuzungsbereich sorgen für freie Sicht, weil sie das Parken verhindern. Und wenn abgesetzte Radwege an Kreuzungen zur Fahrbahn geführt werden, können Autofahrer die Radler besser sehen. Auch hilfreich: große Aufstellflächen für Radfahrer an Ampeln vor der Haltelinie des restlichen Verkehrs sowie die Aufpflasterung von Radwegen bei Einmündungen, um die Vorfahrt der Radfahrer zu verdeutlichen.

Der ADAC Test „Fahrradsicherheit an Kreuzungen 2019“ wurde zwischen Dezember 2018 und März 2019 durchgeführt. Zu je 43 Prozent flossen Kreuzungen mit und ohne Ampeln in die Bewertung ein. Die übrigen 14 Prozent entfielen auf die Sicherheit von Grundstückszufahrten. Dabei ging es vor allem um die Sichtbeziehungen zwischen Fahrrad- und Kfz-Verkehr, den Radwegverlauf oder das Vorhandensein von Querungshilfen. Alle Bewertungen wurden ausschließlich in Fahrtrichtung der jeweiligen Route vorgenommen. Deutschlandweit legten die Tester rund 500 Kilometer auf dem Rad zurück und dokumentierten die Testfahrten mit 20.000 Fotos.
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