Di, 14:33 Uhr
17.09.2019
Spielend Russisch lernen
Shelajem bolschisch uspechow!
Shelajem bolschisch uspechow! - Wir wünschen großen Erfolg! Mit den guten Wünschen startete man heute am Humboldt-Gymnasium in das Regionalfinale des Wettbewerbs "Spielend russisch lernen". In 12 Jahren hat man mit dem spielerischen Ansatz bundesweit über 50.000 Schülerinnen und Schüler mit der Sprache in Kontakt gebracht...
Immer nur Vokabeln pauken, das kann selbst Sprachliebhabern die Lust am lernen vergällen. Spielerischer Spracherwerb in Wort und Schrift geht da viel leichter von der Hand, dachte man sich vor 12 Jahren beim Deusch-Russischem Forum. Mit reichlich finanzieller Unterstützung durch den russischen Gas-Giganten Gazprom rief man den Wettbewerb Spielend russisch lernen ins leben, der seitdem auch vom Humboldt-Gymnasium gerne genutzt wird.
In den 90er Jahren interessierten sich nur noch wenige Schülerinnen und Schüler für die Sprache, erinnert sich Russisch-Lehrerin Gabriele Gorges. Da hat es ein richtiges Loch gegeben, dann kamen nach und nach wieder Kleingruppen zusammen, dann stieg die Klassenstärke wieder deutlich an. Im Moment befinde man sich erneut in einem Tief, sagt die Lehrerin und sieht auch die mediale Darstellung des Landes als einen Treiber der Entwicklung. Russland wird oft als aggressiv und gefährlich dargestellt. Wir starten in zwei Tagen einen Schüleraustausch mit unserer Partnerschule in St. Petersburg. Ein paar Mädchen wären gerne mitgekommen, aber die Eltern haben es nicht erlaubt, weil sie sich Sorgen machen.
Im Deutsch-Russischen Forum herrscht da naturgemäß eine ganz andere Meinnung. Wer russisch lerne, der sei auch Weltbürger, meinte Thüringens Bildungsminister, Helmut Holter, der sich per Videobotschaft in der Aula des Gymnasiums an die 13 Wettkampf-Teams wandte. Russisch, das sei nicht nur die Sprache von Dostojewski, Puschkin und Tolstoi, sondern auch Kultur, Geist und Leben des russischen Volkes.
Russischlehrerin Gabriele Gorges (Foto: Angelo Glashagel)
Wer beim Wetttbewerb weiter kommen will, der muss nicht Tolstoi im Original lesen können. Im Gegenteil: gespielt wird in Teams von zwei Personen, die sich aus einem Russisch-Lerner und einem Nicht-Lerner zusammensetzen, der zu Beginn oft nicht viel mehr als zwei oder drei Wörter kennt. In drei Runden misst man sich in Sprachkenntniss und Erinnerungsvermögen im Brettspiel New Amici. Vorgegeben sind vier Kategorien in verschiedenen Schwierigkeitsstufen, wer sich Wörter und Redewendungen besser merken kann, bekommt einen Punkt. Geht man aus dem Regionalfinale als Sieger hervor, wartet ein Wochenende im Europark Rust, wo das Bundesfinale des Wettbewerbs durchgeführt wird. Schafft man es auch hier unter die ersten Drei, dann winkt ein verlängertes Wochenende in der russischen Hauptstadt.
Viven Kaun und Sophie Romer gelang das im vergangenen Jahr. Zusammen mit Frau Gorges verbrachten sie ein verlängertes Wochenende in der russischen Hauptstadt. Vivien ist sehr sprachbegabt und hat zwei mal die Thüringer Russisch-Olympiade gewonnen. Sie möchte später einmal Russisch-Lehrerin werden und war sehr geknickt das wir in der 11. und 12. Klasse keine Russisch-Klasse anbieten konnten, erzählt Gorges. Als Nicht-Lerner würde man auch einiges aus dem Wettbewerb mitnehmen, kurze Sätze und Redewendungen, Zahlen und Zeitausdrücke gingen den Sprach-Neulingen am Ende locker von der Zunge.
Beim Bundesfinale im Russisch-Wettbewerb belegten Vivien und Sophie den dritten Platz - als Belohnung ging es jetzt nach Russland (Foto: Gabriele Gorges)
Über weiteren Nachwuchs würde man sich freuen, nicht nur in der Schülerschaft auch im Kollegium. Noch habe man am Humboldt-Gymnasium zwar genug Russisch-Lehrer, die jüngste Kollegin wurde von ein paar Jahren eingestellt, aber insgesamt werde das Russisch-Kollegium immer erfahrener, erklärte Schulleiter Ralf-Gerhard Köthe.
Das man dass Regionalfinale erneut in Nordhausen austragen könne, liege auch an engagierten Kolleginnen und Kollegen im ganzen Land, die ihre Schüler für die Schönheiten der russischen Sprache begeistern können.
Angelo Glashagel
Autor: redImmer nur Vokabeln pauken, das kann selbst Sprachliebhabern die Lust am lernen vergällen. Spielerischer Spracherwerb in Wort und Schrift geht da viel leichter von der Hand, dachte man sich vor 12 Jahren beim Deusch-Russischem Forum. Mit reichlich finanzieller Unterstützung durch den russischen Gas-Giganten Gazprom rief man den Wettbewerb Spielend russisch lernen ins leben, der seitdem auch vom Humboldt-Gymnasium gerne genutzt wird.
In den 90er Jahren interessierten sich nur noch wenige Schülerinnen und Schüler für die Sprache, erinnert sich Russisch-Lehrerin Gabriele Gorges. Da hat es ein richtiges Loch gegeben, dann kamen nach und nach wieder Kleingruppen zusammen, dann stieg die Klassenstärke wieder deutlich an. Im Moment befinde man sich erneut in einem Tief, sagt die Lehrerin und sieht auch die mediale Darstellung des Landes als einen Treiber der Entwicklung. Russland wird oft als aggressiv und gefährlich dargestellt. Wir starten in zwei Tagen einen Schüleraustausch mit unserer Partnerschule in St. Petersburg. Ein paar Mädchen wären gerne mitgekommen, aber die Eltern haben es nicht erlaubt, weil sie sich Sorgen machen.
Im Deutsch-Russischen Forum herrscht da naturgemäß eine ganz andere Meinnung. Wer russisch lerne, der sei auch Weltbürger, meinte Thüringens Bildungsminister, Helmut Holter, der sich per Videobotschaft in der Aula des Gymnasiums an die 13 Wettkampf-Teams wandte. Russisch, das sei nicht nur die Sprache von Dostojewski, Puschkin und Tolstoi, sondern auch Kultur, Geist und Leben des russischen Volkes.
Russischlehrerin Gabriele Gorges (Foto: Angelo Glashagel)
Wer beim Wetttbewerb weiter kommen will, der muss nicht Tolstoi im Original lesen können. Im Gegenteil: gespielt wird in Teams von zwei Personen, die sich aus einem Russisch-Lerner und einem Nicht-Lerner zusammensetzen, der zu Beginn oft nicht viel mehr als zwei oder drei Wörter kennt. In drei Runden misst man sich in Sprachkenntniss und Erinnerungsvermögen im Brettspiel New Amici. Vorgegeben sind vier Kategorien in verschiedenen Schwierigkeitsstufen, wer sich Wörter und Redewendungen besser merken kann, bekommt einen Punkt. Geht man aus dem Regionalfinale als Sieger hervor, wartet ein Wochenende im Europark Rust, wo das Bundesfinale des Wettbewerbs durchgeführt wird. Schafft man es auch hier unter die ersten Drei, dann winkt ein verlängertes Wochenende in der russischen Hauptstadt.Viven Kaun und Sophie Romer gelang das im vergangenen Jahr. Zusammen mit Frau Gorges verbrachten sie ein verlängertes Wochenende in der russischen Hauptstadt. Vivien ist sehr sprachbegabt und hat zwei mal die Thüringer Russisch-Olympiade gewonnen. Sie möchte später einmal Russisch-Lehrerin werden und war sehr geknickt das wir in der 11. und 12. Klasse keine Russisch-Klasse anbieten konnten, erzählt Gorges. Als Nicht-Lerner würde man auch einiges aus dem Wettbewerb mitnehmen, kurze Sätze und Redewendungen, Zahlen und Zeitausdrücke gingen den Sprach-Neulingen am Ende locker von der Zunge.
Beim Bundesfinale im Russisch-Wettbewerb belegten Vivien und Sophie den dritten Platz - als Belohnung ging es jetzt nach Russland (Foto: Gabriele Gorges)
Über weiteren Nachwuchs würde man sich freuen, nicht nur in der Schülerschaft auch im Kollegium. Noch habe man am Humboldt-Gymnasium zwar genug Russisch-Lehrer, die jüngste Kollegin wurde von ein paar Jahren eingestellt, aber insgesamt werde das Russisch-Kollegium immer erfahrener, erklärte Schulleiter Ralf-Gerhard Köthe.
Das man dass Regionalfinale erneut in Nordhausen austragen könne, liege auch an engagierten Kolleginnen und Kollegen im ganzen Land, die ihre Schüler für die Schönheiten der russischen Sprache begeistern können.
Angelo Glashagel


