Mo, 14:00 Uhr
09.09.2019
Sparkasse bringt Kunst aufs Land
Auleben wird zur Literaturschmiede
Vor einem guten Jahr startete die Kreissparkasse ein Experiment: eine junge Künstlerin werkelte mitten in Neustadt zwei Monate vor sich hin und brachte Kunst mitten ins Dorf. Heute nun stellte man die zweite Runde des Experiments vor. Die Kunst soll diesmal ein junger Schriftsteller liefern, ländliche Szenerie und Inspiration bietet Auleben...
Wer in Auleben am Rande des Kyffhäusergebirges nach Geschichten sucht, der wird schnell fündig werden. Auf 1.200 Jahre Historie blickt der kleine Ort zurück und hat zahlreiche Anekdoten und geschichtliche Fakten zu bieten.
Ein paar davon hat Steffen Gräfe schon gehört, seit er hier vor einer guten Woche per Zug und Fahrrad angekommen ist. Der junge Schriftsteller ist der neue Stipendiat der Sparkassenkulturstiftung, die mit ihrem Projekt "Künstler im ländlichen Raum" neue Wege der gesellschaftlichen und kulturellen Verantwortung gehen will.
Den ersten Schritt hatte man im vergangenen Jahr in Neustadt getan, erinnerte sich heute Sparkassenchef Wolfgang Asche. Die Lichtkünstlerin Judith Rautenberg durfte sich zwei Monate lang im neuen Schloss austoben und das alte Gemäuer in eine fremde Welt verwandeln, in dem die Besucher einen Schritt ins Unbekannte und zu sich selbst tun konnten.
Für die zweite Runde des ungewöhnlichen Projektes geht man in Auleben nun gänzlich andere Wege. Statt eine Künstlerin hat man aus 50 Bewerbern mit Steffen Gräfe einen jungen Schriftsteller in die Goldene Aue geladen. Statt fassbarer aber doch abstrakter Installationskunst soll am Ende ein literarisches Werk stehen, das sich aus dem Ort, seiner Geschichte und seinen Menschen speist. Herr Gräfe ist dabei einer von drei bundesweit gesuchten Bewerbern, die von der Jury aus Sparkassenkulturstiftung und Gemeindevertretern ausgewählt wurden. Die anderen "Experimente" führt man gleichzeitig im Altenburger Land und
im Burgenlandkreis durch.
Steffen Gräfe und Bürgermeister Andreas Liesegang (Foto: Angelo Glashagel)
In Auleben hat man sich bewusst für die literarische Kunstform entschieden und im Dorf ist man mit Feuereifer dabei, berichtet Aulebens Bürgermeister Andreas Liesegang. Er habe bereits ein ganzes Konvolut an Einladungen zu Führungen, Besichtigungen und Gesprächen erhalten, kann Gräfe berichten. Ursprünglich hatte er geplant eine Reihe von Kurzgeschichten zu verfassen, nach dem reichhaltigen Input der Aulebener schwebe ihm nun aber eher ein historisch inspirierter Kurzroman von etwa 80 Seiten länge vor.
Wie genau der aussehen wird lässt sich noch nicht sagen, der Schriftsteller soll kein "Auftragswerk" schaffen, sich nicht in den Elfenbeinturm künstlerischen Schaffens zurückziehen, sondern sein Werk im Zusammenspiel mit dem Dorf entfalten, erläuterte Dr. Michael Grisko von der Sparkassenkulturstiftung.
Gräfe hat Literaturwissenschaft. Kunstpädagogik und Philosophie studiert, Essays, Artikel und Kurzprosa verfasst und arbeitet an seinem ersten eigenen Roman. Eine akademisch verkopfte Geschichte schwebe ihm aber nicht vor, daran habe er kein Interesse, versichert der Schriftsteller. Ihn interessierten die kleinen Alltäglichkeiten, die sich durch die "große" Geschichte des Ortes ziehen. Wer von den Aulebenern Interesse habe, könne gerne Einblick in den Schreibprozess erhalten und sich mit Anregungen einbringen.
Ende Oktober soll das Werk stehen, Ausschnitte könnte man in Auleben aber schon vorher zu hören bekommen.
Angelo Glashagel
Autor: redWer in Auleben am Rande des Kyffhäusergebirges nach Geschichten sucht, der wird schnell fündig werden. Auf 1.200 Jahre Historie blickt der kleine Ort zurück und hat zahlreiche Anekdoten und geschichtliche Fakten zu bieten.
Ein paar davon hat Steffen Gräfe schon gehört, seit er hier vor einer guten Woche per Zug und Fahrrad angekommen ist. Der junge Schriftsteller ist der neue Stipendiat der Sparkassenkulturstiftung, die mit ihrem Projekt "Künstler im ländlichen Raum" neue Wege der gesellschaftlichen und kulturellen Verantwortung gehen will.
Den ersten Schritt hatte man im vergangenen Jahr in Neustadt getan, erinnerte sich heute Sparkassenchef Wolfgang Asche. Die Lichtkünstlerin Judith Rautenberg durfte sich zwei Monate lang im neuen Schloss austoben und das alte Gemäuer in eine fremde Welt verwandeln, in dem die Besucher einen Schritt ins Unbekannte und zu sich selbst tun konnten.
Für die zweite Runde des ungewöhnlichen Projektes geht man in Auleben nun gänzlich andere Wege. Statt eine Künstlerin hat man aus 50 Bewerbern mit Steffen Gräfe einen jungen Schriftsteller in die Goldene Aue geladen. Statt fassbarer aber doch abstrakter Installationskunst soll am Ende ein literarisches Werk stehen, das sich aus dem Ort, seiner Geschichte und seinen Menschen speist. Herr Gräfe ist dabei einer von drei bundesweit gesuchten Bewerbern, die von der Jury aus Sparkassenkulturstiftung und Gemeindevertretern ausgewählt wurden. Die anderen "Experimente" führt man gleichzeitig im Altenburger Land und
im Burgenlandkreis durch.
Steffen Gräfe und Bürgermeister Andreas Liesegang (Foto: Angelo Glashagel)
In Auleben hat man sich bewusst für die literarische Kunstform entschieden und im Dorf ist man mit Feuereifer dabei, berichtet Aulebens Bürgermeister Andreas Liesegang. Er habe bereits ein ganzes Konvolut an Einladungen zu Führungen, Besichtigungen und Gesprächen erhalten, kann Gräfe berichten. Ursprünglich hatte er geplant eine Reihe von Kurzgeschichten zu verfassen, nach dem reichhaltigen Input der Aulebener schwebe ihm nun aber eher ein historisch inspirierter Kurzroman von etwa 80 Seiten länge vor. Wie genau der aussehen wird lässt sich noch nicht sagen, der Schriftsteller soll kein "Auftragswerk" schaffen, sich nicht in den Elfenbeinturm künstlerischen Schaffens zurückziehen, sondern sein Werk im Zusammenspiel mit dem Dorf entfalten, erläuterte Dr. Michael Grisko von der Sparkassenkulturstiftung.
Gräfe hat Literaturwissenschaft. Kunstpädagogik und Philosophie studiert, Essays, Artikel und Kurzprosa verfasst und arbeitet an seinem ersten eigenen Roman. Eine akademisch verkopfte Geschichte schwebe ihm aber nicht vor, daran habe er kein Interesse, versichert der Schriftsteller. Ihn interessierten die kleinen Alltäglichkeiten, die sich durch die "große" Geschichte des Ortes ziehen. Wer von den Aulebenern Interesse habe, könne gerne Einblick in den Schreibprozess erhalten und sich mit Anregungen einbringen.
Ende Oktober soll das Werk stehen, Ausschnitte könnte man in Auleben aber schon vorher zu hören bekommen.
Angelo Glashagel


