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Mi, 10:32 Uhr
04.09.2019
Gastbeitrag von Tim Schäfer:

Trends der Elektromobilität 2020+

Gestern kam es im Kreistag zu einer ablehnenden Haltung durch die CDU, unbegründet und am Stand der Technik vorbei. Nur rückwärtsgewandt zu argumentieren, das hilft eben doch nicht, auch nicht mit überholten Parolen Ängste zu schüren...

Elektromobilität mit Lithium-Ionen-Batterien ist viel besser, als es die CDU Nordhausens darstellt, aber…und dazu neue Trends zur IAA 2019.

Rückwärts geht immer. Aber. Fahren Sie mal elektrisch! Es gibt ja jetzt, schauen wir mal nicht auf den Preis dieser Fahrzeuge, etliche Möglichkeiten. Sie werden begeistert sein, Effizienz und Leistung sind direkt spürbar. Und es gibt bereits lange Garantien auf die Haltbarkeit, speziell der Batterien. Das muss man detailliert auch für den Landkreis absichern, mit Garantie und einer möglichen weiteren Absicherung. Und eine Investitionsrechnung begründen, die stichhaltig ist, eine Einsatzplanung abwägen, die elektromobil taugt, also diesen Fahrzeugen und Ihren technischen Möglichkeiten smarter gerecht wird.

Schon sind dann, die „Sachargumente der CDU Führung“ um Dr. Klaus Zeh und Egon Primas erledigt. Es erschließt sich aber nicht, was Dr. Zeh mit Folgekosten sagen will, weil zwei Drittel der Vorkommen in Südamerika liegen? Was hat das mit den Folgekosten zu tun, mithin ist es beim Öl oder Gas nicht anders. Und die Glaubensfrage des Herrn Primas wird sich als Glaubensfrage verstetigen, dafür besteht ein gutes Verständnis. Objektiv betrachtet sind 3 oder 6 solcher Fahrzeuge tatsächlich auch noch kein Systemwechsel. Die oben angeführten Kriterien, insbesondere die Absicherung über einen Qualitätsanbieter sollten aber unabdingbar sein.

Elektromobilität ist viel besser! Allein schon was die Fahrzeuge auch an Fahrspaß bringen! In der Speichertechnik geht es enorm voran, jetzt können sogar Energiedichten von über 260 Wh/kg erreicht werden, das bringt mehr Reichweite. Mit viel weniger Treibstoff zu mehr Fahrspaß, Nutzen, Effizienz.

Und das, was die nächste Zukunft bringt, wird bereits auf der IAA 2019 gezeigt. Da geht es eben auch um neue Speichertechnik, die Kobalt oder Nickelfreier wird. Ultraschnelle Aufladung: Basierend auf den entwickelten Batteriezellen können sowohl NMC- als auch LFP-Akkus in 15 Minuten auf 80 Prozent (!) geladen werden, was eine Fahrleistung von +400 Kilometern gewährleistet. Diese Effizienz sorgt für mehr Komfort bei langen Fahrten mit E-Mobilen.

Lange Akkulaufzeit: Es werden technologische Innovationen zur Verbesserung der EV-Batterielaufzeit eingesetzt und somit hat man jetzt eine Gesamtlaufzeit von 600.000 Kilometern erreicht. Die lange Batterielebensdauer erweitert die Einsatzmöglichkeiten und schafft einen Mehrwert für den Verbraucher – nicht nur in Elektro-Autos, sondern auch bei der Sekundärnutzung der Batterien. 

Anpassung an die Umwelt: Die entwickelten Batterien arbeiten in einem Temperaturbereich von -30°C bis 60°C. Ihre optionale Selbsterhitzungstechnologie kann dazu beitragen, dass sich die Batterie in 15 Minuten von -20°C auf 10°C erwärmt, was es ermöglicht, EVs unter extremen Arbeitsbedingungen einzusetzen. Die Produktsicherheit. Sicherheit hat oberste Priorität. Daher investiert die Unternehmen stark in systemisches Design, um sicherzustellen, dass die Produkte sicher und zuverlässig sind. Das mehrstufige Sicherheitsschutzkonzept, einschließlich Materialoptimierung, Produktdesign, Fertigung und Kundendienst, gewährleistet die Systemintegrität und reduziert Sicherheitsrisiken für das Fahrzeug.

Übrigens, wesentliche oben erwähnter Informationen zur IAA stammen von CATL, dem Thüringer Batteriespezialisten aus Erfurt/Arnstadt. Die CDU hat doch sicherlich auch mal Beziehungen zu denen? Dann soll man doch die Speicher von denen einsetzen, oder?
Tim Schäfer
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Kommentare

04.09.2019, 11.43 Uhr
Flitzpiepe | Wenn das erste Argument Fahrspaß ist
und wir nicht auf den Preis achten sollen, ist doch alles klar.
Ich stelle mir gerade den Fahrspaß des E-Busfahrers vor...
Und dann den der Mitfahrer...
Herr Schäfer, solange die E-Automobil-Industrie nur auf Fahrspaß achtet und nicht auf Alltagstauglichkeit wird sie wegen der zu geringen Verkaufszahlen Schiffbruch erleiden.
Wenn man zur Arbeit, zum Einkaufen oder in den Urlaub fährt braucht man Wirtschaftlichkeit und keinen Fahrspaß.
Schon allein durch die nicht zu bewältigende Infrastruktur drumherum wird akku-basierte E-Mobilität ein Nischenprodukt für die, die es sich leisten können, bleiben.

ÖPNV und akku-basierte E-Mobilität passt nun mal überhaupt nicht zusammen. Nur leider wird genau das so sehr gefördert, das man es eigentlich nicht ablehnen kann.
Wider besseren Wissens...

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04.09.2019, 12.28 Uhr
LithiumTim | Spaß ist auch keine Luftverpestung, wirtschaftlich kann es auch sein
Nun, sicherlich ist ein hoher Einstiegspreis für PKW ein bedeutender Hinderungsgrund, laden können viele aber auch an der Haushaltssteckdose, gut, stimmt, dauert lang, aber über Nacht? Wer fährt täglich 400 km, privat, nicht viele. Bei den E-Bussen ist m.E. ff. bedeutend, keine Abgase vor Ort. Grüner Strom von Sonne und Wind, ggf. in Nordhausen erzeugt, ist auch wirtschaftlich ein nicht zu unterschätzender Pluspunkt.

Auch die Verbrauchskosten und Folgekosten sollten mindestens gleichwertig oder besser sein. Ich kann ja jetzt die Fakten nicht genau angeben, weil man tatsächlich anhand der Fakten vergleichen muss. Öl und Verarbeitug und Distribution ist eben auch aufwändig. Der energetische Vorteil der Verbenner kommt ja daher, das man die Luft als Reaktanz zum Verbrennen zieht. Die Batterie ist noch zu, hat alles an Bord. Aber warten wir etwas ab, kommt die Luft atmende, Batterie oder Brennstoffzelle, dann ist das nocheinmal eine andere Welt. Aber das dauert. Die jetzigen Batterieeigenschaften sind beinah auch revolutionär denn evolutionär. CATL ist ein gutes Thüringer Beispiel, auch wenn noch nicht alle Probleme gelöst sind. Aber das war damals mit den Dampfmaschinen, den Dieselaustos auch nicht anders. Elektromobilität ist viel besser als die Verbennertechnologie!

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04.09.2019, 13.18 Uhr
Romer | Vergleichen wir mal die Energiedichten.
Akku 260 Wh/kg (ihr Beispiel)
Diesel 11900 Wh/kg

Ein Akku mit dem Energieinhalt von 70 l Diesel (11900 kWh/kg * 0,85 kg/l * 70 l = 708050 Wh) bringt nach Ihrem Beispiel theoretisch 2723 kg auf die Waage. Wollen wir uns nicht im ein paar Kilogramm streiten, gut zweieinhalb Tonnen müssten es werden. Im PKW lassen sich vernünftig nur ein paar hundert Kilogramm Akku unterbringen.

Ebenso brauchen wir uns nicht um Gesamtwirkungsgrade streiten. Die hundertfache Effizienz hat der Antrieb mittels Akku+E-Motor ggü. Dieselautos nicht. Laut Studien ist das E-Auto im Vergleich zum Diesel jeweils vollgetankt angeblich um den Faktor 3 besser. Das Vergleichs-Akku zu 70 l Diesel müsste also 800 kg wiegen.

All diese Vergleiche hinken. Ein aktueller PKW (2 l Turbodiesel) kann mit unter 6 l/100 km gefahren werden und kommt demzufolge mit 70 l Diesel gut 1200 km weit. Davon sind auch die neuesten, erschwinglichen E-Autos um Welten entfernt.

Keine Frage, die Akku-Technologie hat enorme Fortschritte gemacht. Im PKW ist die Entwicklung schon sehr weit. Bei Bussen oder LKW sind es nach wie vor Nischenlösungen. Busse haben etwa 200 l und LKW 400...800 l Diesel an Bord. Die im Vergleich notwendigen Akkus sprengen die Zuladungskapazität. Die Energiedichte der Akkus muss also mindestens erst noch um den Faktor 10 steigen.

Ich sehe persönlich eher Wasserstoff oder auch Synthese-Methan z.B. aus "Power to Gas" als Energiequelle der Zukunft bei Fahrzeugen. Beides kann ohne Freisetzen von Kohlendioxid aus fossilen Kohlenstoff-Quellen eingesetzt werden. In Nordhausen könnten z.B. Gas-Busse eingesetzt werden, welche mit Methan aus der Biogas-Anlage der EVN betrieben werden. So können wir "CO2 neutral" fahren, die Umweltzerstörung im Kongo und Chile vermeiden und Abhängigkeiten von China verhindern.

Ich denke doch, eine eigene Meinung haben zu dürfen, auch wenn sie von Ihrer abweicht?

Steffen Romer
CDU Stadtratsfraktion

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04.09.2019, 14.50 Uhr
LithiumTim | @ Herr Romer ja mit Luft sind es 40,10 MJ/kg (11,14 kWh/kg)
Ja, aber was vergleichen wir da. Mit Luft, also als Li_Luft Akku kommt es dann ja auch auf 11,14 KWh/kg, das wird zwar noch dauern, aber wer weiß. Nur jetzt, wenn der Bus halt seine geplante Reichweite schafft, daher die Garantien/Absicherungen, die ich forderte. Dann ist das doch das richtige elektrische Pferdchen. Egal wer da wie wiehert. Und selbstverständlich, natürlich muss man dazu seine Meinung haben dürfen, das ist in Ordnung. War von mir auch ja nicht als Kritik gemeint. Eigentlich.

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04.09.2019, 21.13 Uhr
Alanin | E-Mobilität ist Schrott...
Und nicht für die Masse alltagstauglich. Wir haben weder genug Strom, noch die Infrastruktur um den Strom in Masse in die Akkus zu bekommen.

Man sollte ordentliche Alternativen zum Öl schaffen und nicht auf sinnlosen Mist setzen. Sicherlich gibt es für reine E-Autos eine Nische, aber diese perversitäre Ausrichtung auf E-Autos ist dumm.

Es gibt genug Alternativen, bei denen man auch noch die aktuelle Infrastruktur nutzen kann. Zb synthetisch hergestelltes Benzin oder Diesel. Mit CO2 aus der Luft und Strom aus erneuerbaren Quellen. Klar der Wirkungsgrad ist bei der Erzeugung aktuell suboptimal, aber ob wir nun in Österreich Wasser den Berg hoch pumpen oder Wasser vom Inn quer durchs Gebirge pumpen und damit die gesamte Flora und Fauna auf beiden Seiten zerstören, oder ob wir mit dem überflüssigen Strom Diesel synthetisieren und damit unsere aktuellen Autos CO2 Neutral tanken/fahren. Da frage ich direkt, was ist besser? Sicherlich nicht das wegwerfen der aktuellen Infrastruktur (Tankstellen, Autos) und Beschaffung neuer Technik (Stromtrassen mit sehr viel Umweltzerstörung, neue Autos, Ladesäulen).

Und wenn ich dann von einer Studie lesen muss in der festgestellt wird, dass Windparks dermaßen viel Energie aus dem natürlichen System ziehen, dass hinter einem großen Windpark nur noch ein leichtes Lüftchen ankommt und sich dadurch die Umgebung durchschnittlich um 0,24 Grad erwärmt, dann fang ich schon fast an laut zu lachen. Oder die berühmte Hockey-Kurve der menschgemachten Erwärmung sich als vorsätzlichen Betrug herausstellt.

Aber Hauptsache man hat was gegen das man kämpfen kann. Ob es einen Sinn hat oder nicht.

Ich bin der CDU dankbar, dass man hier mit etwas mehr Verstand an die Sache heran geht und nicht panisch hinter der Herde hinterher rennt.

Und nein: ein Hoffen, dass die Technik irgendwann mal ganz toll sein wird, bringt uns nicht weiter. Die Technik muss da sein, bevor sie erzwungen wird.

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05.09.2019, 07.17 Uhr
Romer | @Tim Schäfer: Das Ziel meiner Ausführung
war nicht die Aussage "das ist alles doof".
Wir haben uns in der Fraktion intensiv und tiefschürfend damit beschäftigt. Wir sind auch nicht "rückwärtsgewandt". Ideologie spielte bei unserer Entscheidung keine Rolle. Nur die Abwägung von Fakten, und Kosten.

Hätten die angedachten Busse Akkus mit der Energiedichte von über 1 kWh/kg, wären sie ohne Frage praktikabel und auch der Betrieb von Klima, Heizung und Licht kein Problem. Noch sind solche Akkus nicht verfügbar oder nur als unbezahlbare Labormuster vorhanden. So überwiegen leider noch die Nachteile.

Solange uns (den Nordhäuser Bürgern) die E-Busse nur mit Ach und Krach unter Einbeziehung von 80 % Fördermitteln schöngerechnet werden können, sind sie - für mich - aus ökonomischen Gesichtspunkten nicht diskutabel. Schlicht, das Paket ist ggü seinen unbestreibaren Vorteilen einfach zu teuer.

Fördermittel wachsen nicht auf dem Baum. Das sind sauer erarbeitet Steuern. Uns beiden ist das völlig klar. Allein mit dem Eigenanteil für das E-Bus-Paket könnte unsere Stadt vier Dieselbusse der neuesten Generation anschaffen. Als Sahnehäubchen würde ich Busse mit Biogas-Antrieb (13,9 kWh/kg) sofort unterstützen.
So können wir auf vorhandene Technologie setzen, auf Tonnen seltener Erden für Akkus verzichten und vor Ort gewonnene Energie verwenden.

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05.09.2019, 08.59 Uhr
M_Hardrath | @Romer Wirtschaftlichkeit
Mal zum betriebswirtschaftlichen Verständis:

Wirtschaftlichkeit liegt vor, wenn der Ertrag über dem Aufwand liegt. Dies ist weder bei Dieselbussen noch bei Elektrobussen in der Mobilität außerhalb von Metropolen möglich. Bei einer Investitionsentscheidung, muss aus wirtschaftlicher Sicht daher die für das Verkehrsunternehmen jeweilige Unternehmen günstigste Entscheidung getroffen werden. Bei einem Dieselbus wird die Investition in Thüringen mit pauschal 70.000 Euro gefördert und macht den Dieselbus nicht wirtschaftlich und nach ihrer Logik sollten dire Fördermittel dafür auch nicht in Anspruch genommen werden, führt auch zur Abhängigkeit von Saudi Arabien, Venezuela und Nigeria wo es Kinderarbeit, Umweltschäden, Menschenrechtsverletzungen durch Ölabbau seit knapp 80 Jahren toleriert werden.

Bei Elektrofahrzeugen liegt die Förderquote bei 80 % der Gesamtkosten und macht es auch nicht wirtschaftlich, allerdings wirtschaftlicher als die Option Dieselbusse zu beschaffen.

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05.09.2019, 11.15 Uhr
Andreas Dittmar | Erst testen dann kaufen
Aus meiner Sicht wäre es sinnvoll erstmal nur mit einem Bus anzufangen um die Tauglichkeit auf den Linien im Landkreis zu testen. Da auch die Akku-Technologie noch in der Entwicklungsphase steckt, besteht die Gefahr, das man heute für teuer Geld Technik einkauft, die vielleicht in wenigen Jahren überholt ist. Bei den Bussen kann man die Zellen einzeln wechseln. Das ist schon mal positiv. Noch besser wäre es, wenn man bei den Zellen nicht an den Hersteller gebunden ist.
Eigentlich müsste ein Elektrobus schon von der Technologie her (weniger Teile, keine Abgasreinigung) in der Herstellung wesentlich günstiger sein, als ein Diesel. Auch bei PKW wird diese Ersparnis noch nicht auf den Endkunden umgelegt.
Nordhausen hat eine Tram. Was spricht dagegen das Streckennetz zu erweitern ? Die bestehende Strecke auf der HSB-Trasse bis Ilfeld könnte man elektrifizieren. Eine weitere Linie auf der Halleschen Straße könnte man bis Bielen führen. Sollte das Gewerbegebiet "Goldene Aue" wirklich mal Realität werden, braucht es auch eine ÖPVN-Anbindung. Mit einer Tram ist man dann gut aufgestellt.

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05.09.2019, 11.31 Uhr
Demokrit | @Andreas Dittmar
Einen Feldversuch gibt es schon in Berlin. Dazu habe ich in der Morgenpost folgendes gefunden.
"Die BVG hat 90 neue Fahrzeuge gekauft. Sie sind umweltpolitisch hoch umstritten und erfüllen bestenfalls Halbtagsjobs."
"E-Busse müssen schon gegen Mittag wieder an die Ladestation

Doch die Verkehrsbetriebe haben ein zweites Wirtschaftlichkeitsproblem. Die aktuelle Batterietechnik beschränkt erheblich die mögliche Einsatzdauer der E-Busse. Von den 30 bei Mercedes und Solaris bestellten Fahrzeugen sind bislang vier in der Hauptstadt eingetroffen. Drei davon fahren laut BVG im regulären Betrieb – vor allem auf der Linie 142, die den U-Bahnhof Leopoldplatz im Wedding mit dem Ostbahnhof in Friedrichshain verbindet. Nach Informationen der Berliner Morgenpost erledigen die neuen E-Busse dabei bestenfalls einen Halbtagsjob. Etwa von früh morgens bis zur Mittagszeit, spätestens dann müssen die Klimaretter zum stundenlangen Nachladen der Batterien auf den Betriebshof nach Weißensee zurückfahren. Den Rest des Tages fahren dann wieder herkömmliche Dieselbusse, berichten BVG-Busfahrer."
Und im Winter dürfte die Reichweite noch kürzer werden, weil die Busse auch noch elektrisch beheizt werden müssen.

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05.09.2019, 14.12 Uhr
Psychoanalytiker | Lieber Herr Schäfer, ich möchte Ihnen ja gerne glauben, dass
aktuelle Akkus + 400 km schaffen. Aber dies würde mir auch nicht reichen. Allein meine Fahrten nach Gera und zurück (an einem Tag) sind rund 380 km lang und mir würden kurz vor Nordhausen die Schweißperlen von der Stirn laufen. Ein Auto auf der Autobahn "schieben müssen" ist nämlich nicht mein Wunschbild. Zeit zum Laden hätte ich in Gera auch nicht. Mein Diesel schafft locker 900 km und da laufen Licht, Radio, Navi und Klimaanlage unter Voll-Last.
Ihre + 400 km sind mit Sicherheit die Herstellerangabe, und wie eine solche wirklich "funktioniert" weiss inzwischen jeder Kraftfahrer. Außerdem möchte ich nicht den Preis für einen "+ 400 km-Akku" wissen.

Hinzu kommt die Energie, die zusätzlich für "Fahrzeuggeräusche" notwendig wird. Erst vor wenigen Tagen wurde ich fast zweimal "überfahren", weil man sich mir mit lautlosen PKW näherte und ich diese irgendwie nicht bemerkte. Wenn also auch dafür "Lautsprecher" zum Einsatz kommen müssen, dürften sich Ihre + 400 km auf geschätzte + 200 km reduzieren !? Und das wäre mir weitaus zu wenig ...

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05.09.2019, 15.04 Uhr
Flitzpiepe | So geht's aber auch nicht
Ich bin zwar auch sehr kritisch gegen E-Autos, aber so geht's auch nicht.
Weil Lautsprecher an sind, reduziert sich die Reichweite auf die Hälfte?! :-DDD
Woher kommt denn diese lächerliche Erkenntnis?
Es ist schon klar, dass Geräusche nur im Stadtverkehr gemacht werden und nicht auf der Autobahn?

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06.09.2019, 08.07 Uhr
Psychoanalytiker | @ Flitzpiepe, damit auch Sie es verstehen ...
PKW mit herkömmlichen Antrieben (das sind zum Beispiel Benzin- und Dieselautos) werden unter anderem mit dem Kraftstoffverbrauch beworben. Da sagen die Hersteller ZUM BEISPIEL, dass ein bestimmtes Auto in der Stadt durchschnittlich 8,0 Liter, auf Landstraßen 6,8 Liter und auf Autobahnen 6,0 Liter einer bestimmten Kraftstoffsorte verbraucht. Meist wird dann noch der Gesamtdurchschnitt genannt. In der PRAXIS sind diese Werte dann meist nicht erreichbar und der Käufer "wundert" sich. Der Hersteller hat aber nichts falsch gemacht, seine Angaben sind Idealwerte unter "Laborbedingungen".

Nun wurde hier eine andere Angabe gemacht. Nicht der Verbrauch, sondern die Reichweite, die mit dem AKKU gefahren werden kann, wurde genannt. Diese dürfte analog der oben aufgezeigten Verfahrensweise auch unter "Laborbedingungen" ermittelt worden sein. Davon ist zumindest auszugehen, wenn man weiß, wie "Werbung" so funktioniert.

Nun verbraucht ein KFZ auch Strom für die Klimaanlage, das Radio, für das Navi und für diverse Lichter, das Handy wird vielleicht noch aufgeladen oder die Kinder schauen auf der Rückbank Fernsehen. Bei dieser Aufzählung will ich es mal belassen. Nun sollte ein sich näherndes Auto auch bemerkbar sein, und so kamen so einige Konstrukteure (NICHT ICH!!!) auf die Idee, dass ein Elektroauto ein bißchen so klingen soll, wie ein heutiges kraftstoffbetriebenes Auto. Nun bin ich kein Konstrukteur, denke aber, dass das Geräusch irgendwo "abgestrahlt" werden muss, und da dachte ich eben an eine "Art Lautsprecher".

Wenn die genannten 400 km also "im Labor" ermittelt wurden, werden sie sicherlich als reine Fahrleistung ermittelt worden sein. Die oben genannten "Verbraucher" (Radio, Licht ...) verbrauchen aber halt auch Strom und Gegenwind, Bergfahrten und was weiß noch, dürften dann die Reichweite massiv verringern. Meine Vorstellung waren 200 km, die dann in der Praxis tatsächlich erreicht werden, und selbst wenn die Theorie 400 km erreicht würde, reicht mir dies für eine Tagesfahrt zwischen Nordhausen und Gera nicht aus. Hinzu kommt noch, dass ich zum Aufladen des AKKUS derzeit ein mindestens 30 Meter langes Kabel zum Einsatz bringen müsste ...

Haben Sie es jetzt so in etwa verstanden ???

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06.09.2019, 10.16 Uhr
Joe 50 | Frage
Fahrzeuggeräusche imitieren bei Elektroautos? Habe ich da was verpasst? Auf der Autobahn dürfen sie abgeschaltet werden?
Würde ich für einen sehr schlechten Scherz halten auch dafür noch Energie- und Installationskosten aufzubringen.

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06.09.2019, 10.41 Uhr
Fönix | Reichweiten- und Grundsatzdiskussion
Vielleicht kann ich ja ein wenig zur Aufklärung der Diskrepanzen zwischen angegebener und tatsächlicher Reichweite von Elektro-PKW beitragen. Ein mir seit längerer Zeit gut bekannter und freundschaftlich verbundener Geschäftsführer aus einem benachbarten verbrauchten Bundesland fährt seit mehreren Jahren ein Tesla Model S P85D (mittlere Akkugröße). Die Angabe des Herstellers für dieses Modell liegt für die rechnerische Reichweite bei 470 Kilometern. Die NEFZ-Angabe liegt bei 420 Kilometern. In der Praxis erreicht der ruhige und besonnene Fahrer nach eigener Aussage Reichweiten von 300 bis 320 Kilometern. Sowohl der exzessive Einsatz der Klimaanlage in den heißen Sommermonaten als auch der Heizung im Winter reduziert diesen Wert noch einmal wahrnehmbar. Da die teslaeigenen Schnellladestationen nicht immer direkt auf der gefahrenen Route liegen, muss er regelmäßig spätestens nach 250 Kilometern von der optimalen Route abweichen. Nach eigener Aussage nimmt er diesen Umstand aber mittlerweile recht entspannt in Kauf, genauso wie die Ladezeiten von über einer Stunde. Der Mensch ist eben ein Gewohnheitstier. Zu ergänzen wäre vielleicht, dass er in einer Region wohnt und fährt, die als welliges Berg- und Hügelland hinsichtlich der Morphologie der unsrigen recht ähnlich ist. Das vergleichbare aktuelle Modell (Tesla Model S P90D) hat eine um ca. 10 Prozent vergrößerte Reichweite.

Entsprechend der jeweiligen Nutzungscharakteristik sollte vor diesem Hintergrund jeder für sich selbst entscheiden dürfen, welche Antriebsform für seine nächste Neuanschaffung (egal ob dienstlich, privat oder öffentliche Hand) die sinnvollste ist. Nach meiner Auffassung wird dem Hybrid nach wie vor auch von den Autoherstellern zu wenig Beachtung geschenkt. Der während der Fahrt natürlich überwiegend durch Rekuperation gespeiste Elektroantrieb übernimmt im Wesentlichen die Beschleunigungsvorgänge, wo er auf Grund seines genialen Drehmomentenverlaufs dem Verbrennungsmotor (egal ob Diesel, Benziner, Gas oder Wasserstoff) haushoch überlegen ist. Dieser sorgt dann für den Vortrieb bei gleichbleibender Geschwindigkeit, kombiniert mit einem intelligenten Automatikgetriebe kann er dabei immer im optimalen Arbeitsbereich laufen und die Reichweite so deutlich erhöhen. Die Größen von Tank und Batteriespeicher können problemlos auf bestimmte Nutzungscharakteristiken abgestimmt werden.

Zumindest für Vielfahrer und den Warenverteilerverkehr ist das auf mittlere Sicht mit Sicherheit die bessere und mit Blick auf die Kosten für ausgereifte reine E-Mobile auch günstigere Alternative. Hinsichtlich der Ökobilanz von reinen E-Mobilen streiten sich im Augenblick eh (oder E ? ;-) noch die Götter. Und die dringend notwendige Diskussion über die erforderliche Infrastruktur für reine E-Mobilität in der Fläche hat noch nicht wirklich begonnen, weil die "Experten" die tatsächlich in der Praxis zu erwartenden Probleme noch gar nicht auf dem Schirm haben.

Deshalb finde ich es gut, wenn die Landesregierung solche Experimente wie den E-Bus Betrieb (auch und gerade im Regionalverkehr) mit so hohen Fördersätzen fördert und damit das Risiko der Betreiber minimiert. Nur im Praxisbetrieb lassen sich die notwendigen Erfahrungen sammeln und Stadt und Landkreis müssten mit dem Klammerbeutel gepudert sein, wenn sie solche Angebote nicht nutzen.

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