Antrag zur Unterbringung von Flüchtlingen
Flüchtlingsrat fordert Ende der Diffamierung
In der Sitzung des Kreistages am kommenden Dienstag soll auch über eine Vorlage der Verwaltung abgestimmt werden, die die Unterbringung von Flüchtlingen zum Inhalt hat. Darüber ist der Thüringer Flüchtlingsrat nicht sonderlich erfreut...
Landrat Jendricke, der Mitglied der SPD ist, hat für die Kreistagssitzung in Nordhausen einen
Antrag zur Unterbringung von Flüchtlingen vorgelegt. "Damit will er faktisch das Ende der dezentralen Unterbringung in Wohnungen für asylsuchende und geduldete Geflüchtete im Landkreis politisch beschließen lassen. Nach seiner Vorstellung sollen alle neuankommenden Geflüchteten zentralisiert in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht werden. Umfassend und beliebig sind die Gründe gefasst, mit denen sogar Zwangsumzüge von Wohnungen zurück in die Gemeinschaftsunterkünfte legitimiert werden sollen. Zwangsumzüge sind als erweitertes aufenthaltsrechtliches Bestrafungsmittel geplant ebenso bei Verstößen 'gegen grundständige Regeln des menschlichen Zusammenlebens'. Faktisch rechtlos sind die Betroffenen, um sich gegen Zwangsumzüge und eventuelle Vorwürfe zu wehren", so der Flüchtlingsrat.
Der fordert die Kreistagsmitglieder auf, dem Antrag im Kreistag nicht zuzustimmen! Kein Jahr ist das vom Kreistag beschlossene Integrationskonzept alt, in dem die Verhinderung von Segregationserscheinungen in der Wohnraumfrage noch zum Ziel erklärt wurde. 2016 hatte Landrat Jendricke selbst in einer Broschüre des Deutschen Landkreistages erklärt: Im Landkreis Nordhausen hat die Verwaltung schon seit vielen Jahren Wert darauf gelegt, Asylsuchende dezentral unterzubringen, um die Ausgangsbedingungen für die Integration zu verbessern.
Damit solle nach dem Willen des SPD-Landrates jetzt offensichtlich Schluss sein. Die Zentralisierung von Geflüchteten in Sammelunterkünften führe genau zu dieser Segregation, schaffe soziale Konflikte statt ihnen entgegen zu wirken und erschwere oder verhindere gar Integration. Zudem sei das Wohnen auf engstem Raum (6qm-Wohnfläche pro Person) für Bewohner meist psychisch sehr belastend, schätzt das Gremium ein.
Autor: red
Kommentare
copper
29.08.2019, 15:02 Uhr
Ein sehr guter Vorschlag der SPD ,
da atmen Mieter in der Stadt Nordhausen auf ! Soll doch der Flüchtlingsrat unseren suchenden und geduldeten Neubürgern eine Unterkunft in Ihrem Wohnumfeld zur Verfügung stellen. Ich hoffe, der Kreistag hat die Stärke für eine zentrale Unterbringung !
Es wundert mich wo der Aufschrei der Flüchtlingsindustrie
bleibt !
Trüffelschokolade
29.08.2019, 15:51 Uhr
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Peter59
29.08.2019, 16:35 Uhr
Schon mal überlegt......
Hier wohnen auch noch Einheimische, die hätten gern in der Nacht ihre Ruhe. Allerdings wird das "linke Spectrum" wohl was dagegen haben, denn scheinbar sollen wir gegen solche Fachkräfte ja ausgetauscht werden. Guter Ansatz, hoffentlich geht der auch durch.......
Psychoanalytiker
29.08.2019, 16:45 Uhr
Die SPD, deren Anhänger ich einmal war ...
... wird scheinbar (zumindest) in Teilen doch wieder vernünftig. Wenn sie sich jetzt auch noch bundesweit von ihrem politischen Gegner (der CDU/CSU und den GRÜNEN) trennt und sich auch eine Oppositionsrolle vorstellen könnte, hätte sie vielleicht sogar im Osten dieser Republik die Chance, wieder über 10 Prozent der Wähler zu erreichen ...
Frank Paarmann
29.08.2019, 16:49 Uhr
Diffamierung
Endlich ein Schritt in die richtige Richtung. Die AfD Fraktion wird den Antrag unterstützen. Die wortgewaltigen Unterstützer der Asylindustrie , wie zum Beispiel Herr Rodenstock von der Linken, hatten sich die Tage hier auch schon zum selben Thema zu Wort gemeldet. Es wird Zeit die Anreize für Wirtschaftsflüchtlinge zu minimieren und Geldleistungen in Sachleistungen umzuwandeln.
geloescht.20250302
29.08.2019, 18:09 Uhr
Faktisch rechtlos?
Mir kommen schon die Tränen, da gehe ich lieber mal Zwiebeln schneiden...
Ja natürlich, "faktisch rechtlos" sind auch Abschiebekandidaten und/oder Intensivtäter, die einsam und allein ohne Rechtsbeistand bei Verhandlungen vor dem Richter sitzen und sofort ins Flugzeug Richtung Heimat gesetzt werden ohne die Chance, die nächste Instanz anzurufen...
Wieso wollen dann alle nach Deutschland kommen, wenn hier angeblich Willkür gegen Geflüchtete waltet?
Hier stürzt wirklich bald alles zusammen, diese Lügerei halten die stärksten Balken nicht aus, ohne sich zu biegen.
Teja
29.08.2019, 18:16 Uhr
Unterbringung
Hier geht es doch eindeutig darum,Menschen mit keiner Bleibeberechtigung oder solche die sich hier nicht benehmen wollen oder können.Um diese einfacher in die Heimat rückführen zu können und nicht um anerkannte Flüchtlinge.Die Vermischung durch den Flüchtlingsrat ist schon interessant.Vielleicht sollten sich diese Räte mal den Unterschied zwischen Kriegsflüchtling und Wirtschaftsflüchtling zu Gemüte führen.Integration ist nur für die Menschen sinnhaft,welche eine Bleibeperspektive haben und nicht für die ,die es sich auf Kosten der Gastgeber gut gehen lassen,dafür aber keine Gegenleistung erbringen.
Genau diese belasten unser Sozialsystem überproportional,sodass es am Ende für echte Kriegsflüchtlinge auch immer enger wird.Siehe die Klagen der Krankenkassen wegen ständiger Ausgabensteigerung.
Diese sind nicht nur durch steigende Behandlungskosten ,sondern daher kommend,das für eine Menge Nichteinzahler die zahlende Gemeinschaft mitzahlen muss.
Und ich lese immer,der Flüchtlingsrat fordert,ha,,wer Rechte haben will ,hat auch Pflichten.Ich kann die dort aber nicht erkennen.
Ach so und 6 Quadratmeter pro Asylbewerber werden kritisiert,wir waren bei der NVA in einer sogenannten 12 Mannkammer von ca.35 Quadratmetern für 2,5 Jahre untergebracht und mussten noch was leisten und uns rumkommandieren lassen.......Trotzdem ,wir haben es überstanden,geschadet hat es auch keinem...
Trüffelschokolade
29.08.2019, 19:02 Uhr
Ghettoisierung und ihre Folgen
Dass die Ghettoisierung natürlich menschlich und politisch beides großer Unsinn ist, ist jeder klardenkenden Person klar. Schade, dass Teil der SPD jetzt kurz vor der Angst noch versuchen auf den AfD-Zug aufzuspringen und willentlich in Kauf nehmen die Situation damit zu verschlimmern.
Und sich im Anschluss dann wahrscheinlich noch über etwaige Probleme beschweren. Erst das Elend schaffen, dann sich über das Elend beschweren. Schöne Genossen sind das.
Dass eine derartige Ghettoisierung tendenziell Probleme fördert ist seit Jahrzehnten bekannt. Bei Personen ganz egal welcher Herkunft.
1990 berichtete der Spiegel (8/1990) über Übersiedler aus der DDR, die in den Westen machten und dort teilweise in Massenquartieren lebten. In Interviews berichten Sozialdezernenten von Saufereien und Raufereien, von aufgeputschter Stimmung, die es fast lebensgefährlich macht Sozialarbeiter hinzuschicken, von Überfällen auf städtische Bedienstete, von sexueller Belästigung.
Durch wen? ostdeutsche Übersiedler in Massenquartieren.
free Gigi
29.08.2019, 20:06 Uhr
Realismus oder Wahlkampftaktik?
eins von beiden muss es sein...
Studentengruppe blau kann doch im Wohnheim etwas zusammenrücken und die Gast und Logis anbieten.
Paul
29.08.2019, 20:49 Uhr
Paul
Was hat ein "Flüchtlingsrat" überhaupt zu fordern. Die können froh sein das sie hier sein dürfen, auch wenn sie keiner haben will !
Andreas Dittmar
29.08.2019, 21:38 Uhr
Asyl
Im Beitrag wird der Begriff Asylsuchende gebraucht. Sind damit wirklich Menschen gemeint, welche noch auf die Entscheidung über ihren Asylantrag warten bzw. sich in der Duldung befinden ? Wenn ja bitte mal darüber nachdenken : Auch ein Vermieter privat und kommunal muss Planungssicherheit haben. Mietverträge sind an Laufzeiten gebunden. Miete und Nebenkosten für den Asylsuchenden bekommt der Vermieter vom Amt besser gesagt vom Steuerzahler. Wird der Asylsuchende abgelehnt oder eben abgeschoben, hat der Vermieter über Nacht totes Kapital in Form einer leeren Wohnung bis er einen Nachmieter gefunden hat. Eine kommunale Wohnungsgesellschaft wird das Risiko auf alle Mieter umlegen.
Gedanken mache ich mir auch über den Flüchtlingsrat. Wenn jemand flüchtet und hier einen Asylantrag stellt, kann es mit der Integration nicht schnell genug vorangehen. Wenn man dem Gastgeber, der sich an gesetzliche Regelungen hält, Diffamierung unterstellt, muss ich wirklich mal den Sinn dieses Gremiums hinterfragen. Vielleicht sollten diese Leute mal die Situation hier mit den Verhältnissen in Lagern in Jordanien, Libyen und im Libanon vergleichen. Den Menschen dort geht es wirklich richtig sch....
@Trüffelschokolade, der Aufschrei aus dem Süßwarenregal. Der Spiegel hat halt damals schon mit reißerischen Storys Geld verdient.
geloescht.20250302
29.08.2019, 22:16 Uhr
Ich lese immer Ghetto...
...und stelle fest, dass dieser Begriff beim hier besprochenen Thema völlig irrational verwendet wird.
Eine Flüchtlingsunterkunft oder ein Mehrfamilienhaus ausschließlich mit sich temporär hier Aufhaltenden ist kein Ghetto.
"Schindlers Liste" finden alle toll, sind sich aber selbst nicht zu moralisch verdorben genug, den Begriff Ghetto zu missbrauchen.
Aber Politikern, die Lehrer sind und das studiert haben, Geschichte erklären wollen...
Tor666
30.08.2019, 07:18 Uhr
Trüffelschokolade,
egal was jemand zur Rettung der verkorksten Situation tun will, es werden sich immer dumme Gründe finden, es nicht zu tun.
Aus genau diesem Grund kommen wir auch nicht weiter. Es finden sich immer Gründe, warum man Asylanten, Abgelehnte etc. nicht abschieben kann. Und sei es in Urlaubsländer. Deshalb kommen wir in Deutschland auch nicht mehr aus der Misere raus. Am Anfang hieß es "Wir schaffen das" und wenn sie lange genug da sind "Nun sind sie eben da".
Egal, was passiert. Im Notfall kann man ja statistisch manipulieren. Wenn das nicht mehr geht, weil selbst der letzte Einheimische merkt, da stimmt was nicht, werden Gründe erfunden. Gründe, warum es mehr Ärger gibt. Bspw. weil`s überwiegend männliche, junge Flüchtlinge sind. Anstatt von Ihnen Disziplin, Rücksichtnahme und dankbares Verhalten einzufordern, gegebenenfalls konsequent durchzusetzen, wird der schwarze Peter uns Einheimischen untergeschoben. "Ihr tut nicht genug, ihr kuschelt nicht mit Fremden. Ihr seid es, die sich nicht anpassen, denn beide Seiten müssen was tun. Die armen, sensiblen Migranten merken die Ablehnung und sind nur deshalb so, wie sie sind. Ihr seid schuld, nicht die Flüchtlinge" Die Krönung dieses Totalversagens ist die Reaktion auf Mord und Totschlag. Dann gibt es Konzerte gegen rechts.
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