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Do, 09:00 Uhr
22.08.2019
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Windkraft aus Petersdorf in der Antarktis

Am Rüdigsdorfer Weg bei Petersdorf befindet sich auf einer kleinen Anhöhe ein Betrieb, von dem kaum jemand etwas weiß. Und dennoch ist er wirtschaftlich bedeutsam. Kurt Frank hat ihn besucht...


In der Antarktis leistet das Produkt von Promekon aus Petersdorf für Forschungen gute Arbeit. Foto: privat

Petersdorf. Das Unternehmen firmiert als Promekon GmbH. Ein Trio regiert hier: Mathias Glatz, Matthias Hesse und Anke Stapelfeld – von Beruf ein Kunstschmiedemeister, ein Feinmechanikermeister und eine Fachangestellte für Bürokommunikation. Geschäftsführer Glatz nennt drei Standbeine für Promekon: 3-D-Konstruktion für Maschinenbauteile, der daraus resultierende Maschinenbau besonderer Art und schließlich die Windkraftanlage. Die, sagt er, wäre ihr „Baby“, das es zu hegen und zu pflegen gelte. Matthias Hesse sieht in ihr das künftige besondere Geschäftsfeld.

„Vertikon“ nennt sich die Kleinwindkraftanlage. Sie ist durch ihre vertikale Drehachse unabhängig von der Windrichtung. Ihr Lauf wirkt ruhig und ästhetisch. Selbst starke Winde erzeugen kaum Geräusche. Daher könnten sie auch in der Nähe von Wohnhäusern bedenkenlos betrieben werden. Der einfache und robuste Aufbau, etwa 15 Meter hoch, kommt ohne Mechanik aus.

Die Anlage besitzt kein Getriebe, keine Schleifkontakte, keine Windnachführung, keine mechanische Bremse, keine Sensoren und kein Rotorblattverstellsystem. Wo keine Mechanik sei, brauche nichts gewartet zu werden, friere nichts fest, entstünden keine Geräusche oder gehe was kaputt. Gerade diese Zuverlässigkeit, betont das Trio, machen Vertikon-Kleinwindkraftanlagen für den privaten oder landwirtschaftlichen Einsatz interessant.


Das Trio vor der Kleinwindkraftanlage: Mathias Glatz (links), Anke Stapelfeld und Matthias Hesse. Foto:privat

In den Landkreisen Mühlhausen und Gotha, in Hamburg, Hannover, Kaiserslautern, an der Ostsee und selbst in der Antarktis laufen auf einer Forschungsstation Windkraftkleinanlagen von Promekon aus Petersdorf. Das Unternehmen entwickelt, konstruiert und fertigt die Teile selbst. Man sei auf internationalen Messen vertreten, habe Kontakte nach Brasilien und nach Kasachtan, informiert Hesse. Die Firma wünscht sich allerdings ein größeres Interesse seitens der Politik hierzulande für ihre Bemühungen um erneuerbare Energien.

Eingeladen habe man Wolfgang Tiefensee, Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft, und Anja Siegesmund, Ministerin für Umwelt, Energie und Naturschutz bei der Landesregierung in Thüringen. Bisher keine Antwort. Beiden müsste doch an einem Besuch sehr gelegen sein, vor Ort sich die Sache einmal anzusehen und zu beraten, wie die Bemühungen der Firma in Petersdorf um erneuerbare Energien wirkungsvoll unterstützt und bürokratische Hemmnisse beseitigt werden könnten. Vielleicht sieht man in Erfurt nur die riesigen Monster in der Landschaft als Instrumente erneuerbarer Energien. Bedauerlich, wenn dem so wäre.

Wer gern seinen eigenen grünen Strom erzeugen möchte, aber nicht wisse, ob sich sein Standort dafür eigne, dem bietet das Encolive-Onlineportal Rat und Hilfe. Die Messwerte des Standortes werden analysiert und ausgewertet. Das Ergebnis kann die Grundlage sein, sich für eine Kleinwindkraftanlage zu entscheiden, aber auch zur Erkenntnis führen, dass der gewählte Standort ungeeignet ist. Die Firma steht Interessenten gern beratend zur Seite.
Kurt Frank


Erneuerbare Energie aus Petersdorf
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Kommentare

22.08.2019, 09.29 Uhr
N. Baxter | Bernterode Schacht
einfach mal besuchen!!!

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23.08.2019, 09.25 Uhr
Fönix | @N. Baxter
Und was finde ich dort vor?
Würde ich schon gern wissen, bevor ich mich auf den Weg mache ...

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