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Sa, 07:08 Uhr
17.08.2019
Staatssekretärin Kerst inspizierte den „Fürstenhof“

Hotelgast ohne Übernachtung

Besucher sind in einem Hotel nun wirklich nichts ungewöhnliches. Und dennoch empfingen die Betreiber des neu hergerichteten Nordhäuser „Fürstenhof“ heute einen besonderen Gast.


Auf ihrer Reise durch den Freistaat machte die Staatssekretärin im Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft, Valentina Kerst, gestern Nachmittag auch Station in der Nordhäuser Bahnhofstraße. Hier war sie sichtlich beeindruckt von dem, was ihr gezeigt wurde. Hausherr Axel Heck führte die Dame durch sein schmuckes Haus und begann mit dem phantastischen Ausblick, der sich auf dem Rundgang um die „Fürstenlounge“ im 4. Stock den Besuchern bietet. Die SPD-Politikerin war in Begleitung des Nordhäuser Landrats Matthias Jendricke und der Vorsitzenden des Tourismusverband Südharz/Kyffhäuser, Jessica Piper, erschienen und wollte sich über das Konzept informieren, das hinter dem „Zwanziger-Jahre-Hotel“ steht.

Als ausgebildete Marketing-Frau konnte sie schnell die Intuitionen Axel Hecks verstehen, der drei Gründe für sein Hotelengagement benannte. Die hervorragende Lage des Hauses, den großen Bedarf an niveauvollen Übernachtungsmöglichkeiten und das gute Netzwerk, über das der Unternehmer verfügt.
„Ich habe das Hotel nicht Fürstenhof genannt, weil ich größenwahnsinnig bin“, erläuterte er seine Gästen, „sondern wegen der Tradition des Hauses und damit auch der Stadthistorie.“

Heute freue er sich, dass er seinen Eröffnungstermin von Anfang Juli auf kommenden Donnerstag verschieben musste, denn „erst jetzt habe ich das perfekte Team zusammen. Mit Diana Brehm eine hervorragende Hotelleiterin, Steffen Siebert ist der ideale Barkeeper und auch alle anderen Mitarbeiter sind hoch motiviert und sprühen vor Elan.“

Seine charmante und kompetente Hotelleiterin bestätigte ihren Chef und versicherte der Staatssekretärin: „Wir gehen mit 110% ins Rennen und werden jeden Tag unser Bestes geben.“
Jessica Piper, die dem Tourismusverband vorsteht, freute sich ebenfalls über das Hotel, weil „es ja doch in Nordhausen ein recht überschaubares Angebot an Übernachtungsmöglichkeiten“ gäbe. Gerade haben zwei Hotels geschlossen, denn sowohl das „Avena“ in der Halleschen Straße wie auch das Hotel „Zur Hoffnung“ in Werther stellten ihre Arbeit ein. Landrat Jendricke sinnierte über die Zahl der nachgewiesenen Übernachtungen in der Kreisstadt pro Jahr und glaubt, dass anstatt der 75.000 gezählten gut das Doppelte möglich sind, wenn die Hotellandschaft eine andere wäre. Viel zu oft hätte er selbst Gäste aus Nordhausen weggeschickt, wenn die nach guten Hotels fragten.

Das soll sich jetzt mit dem „Fürstenhof“ ändern, versicherte Diana Brehm. Sie definierte neben Geschäftsreisenden auch Touristen und Tagesgäste als potentielle Kunden und will zukünftig mit gezielten Angeboten werben.

Staatssekretärin Valentina Kerst (li) und Hotelleiterin Diana Brehm im Gespräch

Eine Kategorisierung in Sternenanzahl streben die Betreiber nicht an, sehen sich selbst aber qualitativ auf einem Level von vier Sternen. Das Niveau definiere sich neben der exklusiven Ausstattung und dem sehr guten Serviceleistungen auch über den Preis. Die Staatssekretärin begrüßte die Entscheidung Hecks, ein Angebot für den gehobeneren Anspruch vorzuhalten. „Schließlich wollen wir auch, dass die Fachkräfte in den Hotels gut bezahlt werden und wir wollen neue dazu gewinnen“, sagte Valentina Kerst.

„Wir werden ein Ausbildungsbetrieb“, verkündete daraufhin Diana Brehm, die es als ganz wichtig ansieht, selbst Personal auszubilden.

Axel Heck unterstrich zusätzlich die hervorragende Zusammenarbeit mit dem Restaurant „La Stazione“, in dem seine Hotelgäste speisen könnten. Frühstück und abendlichen Barbesuch wünscht er sich natürlich in seinem Hause, das er auch gern erweitern würde, wenn das Geschäft gut anläuft. Vorbereitungen hat er längst getroffen, Grundstücke erworben und er könnte einen zusätzlichen Neubau errichten. Die alte Poliklinik würde er dann in ihrer äußeren Form erhalten, um gegebenenfalls einen Veranstaltungssaal daraus zu machen. Mit anderen Worten: die Stadthalle erbauen, die Nordhausen bisher nicht hat.

Dieser Gedanke gefiel sofort seiner Hotelleiterin, die sich den Fürstenhof auch als Tagungshotel gut vorstellen kann. Schließlich kamen die Beteiligten bei frisch gebackenem Kuchen aus der Hotelküche dann doch auf die entscheidende Sache zu sprechen, die über Wohl und Wehe solcher Investitionen entscheidet: die staatliche Förderung.

Gruppenfoto im Empfang

Staatssekretärin Kerst machte hier viel Hoffnung: „Wenn ich sehe, wie das hier angegangen wird, kann ich einem Förderantrag aus dem Fürstenhof sehr entspannt entgegensehen“, äußerte sie diplomatisch und doch unmißverständlich. „Solche Projekte setzen die richtigen Akzente in der Region und ich finde das toll. Ich wünsche dem Hotel von Herzen viel Erfolg.“
Sprachs, bestaunte die extravagante Fassade des Hotels und machte sich zum nächsten Termin auf.
Zurück blieben eine zufriedene Diana Brehm und ein entspannter Axel Heck, die jetzt schon das Gefühl haben, dass sie sehr viel richtig gemacht haben.
Olaf Schulze
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Kommentare

17.08.2019, 07.34 Uhr
sima | Sich der Historie des Hotels bewusst,
wie im Artikel betont, scheint man sich seitens der Betreiber allerdings nicht so ganz. Sonst würde man nicht die fiktive Zahl 1921 als Gründungsjahr im neuen Logo anführen, obgleich der "Fürstenhof" unter dieser Bezeichnung bereits seit 1914 existierte.

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17.08.2019, 10.31 Uhr
Kritiker86 | Geht eh vor die Hunde...
die paar Touristen die Nordhausen besuchen...sind eher lächerlich. Nicht umsonst haben 2 Hotels schon wieder geschlossen. Die schließen erstmal Bekanntschaft mit dem Ordnungsamt..wenn sie da sind. Da Nordhausen nix zu bieten hat, sondern alle Touristen schnell wieder verschreckt. Viel Glück wünsche ich Herrn Heck...bei seinen Unterfangen. Es wird schwierig, da er aber Qualitativ was zu bieten hat könnte er mit viel Glück ein paar Jahre durchhalten.

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17.08.2019, 19.09 Uhr
Wolfi65 | Das wird schon werden
Wenn sich erst herumgesprochen hat, dass man auf der Autobahn auch mal getrost an der Abfahrt Nordhausen herunterfahren kann, ohne durch eine Autopanne dazu gezwungen worden zu sein, um ein Hotelzimmer zu finden, dann wird das auch was werden.
Die Hautevoley wird sich wahrscheinlich sowieso nicht in die Stadt am Südharz verirren.
Da haben wohl andere Städte mehr zu bieten.

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