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Mo, 08:00 Uhr
12.08.2019
Betrachtet

"Wer ist hier die Sportstadt?"

Ein Wochenende der sportlichen Superlative liegt hinter der Rolandstadt, die sich seit voriger Woche auch offiziell mit dem Titel Sportstadt deklariert. Dazu Anmerkungen von Andreas Meyer, der Geschäftsführer des Kreissportbundes im Gespräch mit der nnz...


Fast 5.000 Zuschauer (rechnet mal die Helfer und Kinder bei Wacker mit) im Albert-Kuntz-Sportpark und mehrere Tausend beim Triathlon-Wochenende am Scheunenhof und entlang der Strecken - das müssen Städte dieser Größenordnung erst einmal liefern.

„Wir als Stadt werden uns den Athletinnen und Athleten aber auch allen Gästen und Fans als gute Gastgeber und Sportstadt Nordthüringens präsentieren." Das ließ Oberbürgermeister Kai Buchmann in der vergangenen Woche per Pressetext mitteilen. Und das ist genau der Satz, der Andreas Meyer etwas säuerlich aufstößt. Er stellt fest, dass es die Vereine, insbesondere deren ehrenamtliche Leitungen waren und sind, die für diese positive Publicity sorgten und sorgen. Sie bereiten vor, sie organisieren, sie opfern ihre Freizeit, sie sind der Grund, warum es unter anderem am jetzt vergangenen Wochenende so sportlich zuging.

"Im Gegensatz zur Kreisverwaltung erlebe und spüre ich seitens des Rathauses ein Ausbleiben der Wertschätzung für diese ehrenamtliche Arbeit", sagt Meyer und verweist unter anderem auf das Länderspiel im Damenhandball Deutschland gegen Russland im vergangenen Jahr oder auf die Champions League-Spiele der THC-Handballerinnen, bei denen die Rathausspitze durch Abwesenheit geglänzt habe.

Dabei ist sowohl der Spitzen- als auch der Breitensport längst ein wirtschaftlicher Faktor für die angebliche Sportstadt geworden. Und Meyer hat dafür Zahlen parat: "Im vergangenen Jahr übernachteten 5.349 aktive Sportler sowie Verantwortliche und Übungsleiter von Gästevereinen in Hotels in und um Nordhausen. Soweit uns als KSB bekannt, waren es weiterhin fast 59.000 Gäste und Zuschauer, die insgesamt weitere 16.324 Übernachtungen generierten."

Meyer kommt zurück zur ausbleibenden Wertschätzung seitens des Rathauses und verweist auf die Nichtteilnahme des Oberbürgermeisters oder der Bürgermeisterin beim Sportverbandstag oder der Abwesenheit des OB bei der Sport-Gala. "Dabei hätten nicht nur die Sportlerinnen und Sportler unserer Kreisstadt, sondern vor allem die 185 lizensierten Übungsleiter eine Form der Wertschätzung verdient. Dank und Anerkennung fehlen hier einfach, die Vereine werden allein gelassen."

Meyer rechnet weiter ab und berichtet, dass es drei mit dem OB-Büro abgestimmte Gesprächtermine zwischen Buchmann und dem geschäftsführenden Präsidium gegeben habe, alle drei habe der OB abgesagt, den dritten habe schließlich die Bürgermeisterin in Vertretung wahrgenommen.

"Die Bürger dieser Stadt können stolz auf ihre Sportvereine sein, und dabei geht es nicht nur um Regionalliga-Fußball oder Handball, es geht um nahezu alle Sportarten, wie zum Beispiel Fechten, Schwimmen, Karate, Sporttauchen oder Tischtennis, um nur einige zu nennen." Sie alle sind für Meyer der Grund, warum sich Nordhausen Sportstadt nennen kann und nicht, weil eine Stadtverwaltung das mal so benenne und für sich reklamiere.

Andreas Meyer zum Abschluss: "Wir haben die Verantwortung, dem Ehrenamt seine zustehende Würdigung und Anerkennung, den notwendigen Respekt und die Danksagung zuteil werden zu lassen, sowie dafür zu sorgen, dass wir diese Menschen motivieren weiter zu machen. Das ist die Aufgabe eines Stadtoberhauptes!"
Peter-Stefan Greiner
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Kommentare

12.08.2019, 08.58 Uhr
Anna Lüst | Recht haben Sie, Herr Meyer!
Es ist einfach nur traurig, wie wenig das Engagement der Ehrenamtlichen gewürdigt wird. Die unermüdliche Arbeit der Trainer, Übungsleiter und Helfer machen es überhaupt erst möglich, dass die Kinder und Jugendlichen außerschulisch Sport treiben können.
Einfache Ignoranz ist das Eine, doch das lässt sich bei unseren gewählten Volksvertretern noch steigern.
Siehe:

https://www.nnz-online.de/news/news_lang.php?ArtNr=258902

Da kann man nur mit dem Kopf schütteln...

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12.08.2019, 10.09 Uhr
Rainer H. | Oberbürgermeister Buchmann ...
mit 69 Prozent gewählt und nicht gewollt!
So ist das, wenn man Protest statt Fachlichkeit und Engagement wählt. Ich habe noch nie so viel Kritik über einen Oberbürgermeister zu JEDER Gelegenheit gehört, wie in Nordhausen.
Ob Stadtfest, Park Hohenrode, die Wirtschaft, die Vereine ... einfach jeder beschwert sich. Die Stadtverwaltung dümpelt vor sich hin weil ein verwirrte Spitze keine Visionen für diese Stadt haben.
Heute beschweren sich viele und das öffentlich, die den OB unterstützt haben, in diesem den neuen Messias sahen, nur weil man aus Protest den Parteien eine Klatsche geben wollte. Währe es nicht so ernst, könnte man schmunzeln und sagen selber schuld.
Da müssen wir Bürger die Schmach ertragen oder diesen OB abwählen. Ich weiß zwar nicht wie das geht, aber es ist möglich.

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12.08.2019, 10.32 Uhr
Stechbarth | Selber Schuld, Nordhausen
Doch selber Schuld. Herr Buchmann hat vor der Wahl klar seine Versprechen herausgestellt. In wenigen Wochen ist er zwei Jahre im Amt. Keiner hat nachgefragt, was aus seinen Versprechen geworden ist. Selber Schuld! Die Versprechen reichten von Korruptionsbekämpfung im Rathaus, Steuersenkungen, freies Parken auf dem Bebelplatz und auf dem Schotterplatz am Krankenhaus über direkte Bürgerbefragung zu großen Projekten (Theater ...) bis hin zu starkem Einsatz für das Industriegebiet usw. Nur mal zur Erinnerung. Pech gehabt. Auch deshalb gehört Nordhausen ein weiteres in einer deutschlandweiten Analyse zu den Regionen mit akutem politischen Handlungsbedarf. NDH ist eine dabei sogar unter den ostdeutschen Regionen ganz hinten.

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12.08.2019, 13.21 Uhr
Flitzpiepe | @Rainer H.
Bei der letzten OB-Stichwahl war nur leider keiner mehr mit Fachlichkeit und Engagement dabei.
Und jetzt haben wir den Salat...

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20.08.2019, 09.13 Uhr
Stechbarth | @rainer H. Im Rathaus mehr als nur dümpeln
Inzwischen ist es Stadtgespräch daß es bei den Zuständen im Rathaus inzwischen um mehr geht als nur führungsloses Dümpeln. Die Zustände sind wohl ernster hinter den Rathausmauern.

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