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Do, 19:09 Uhr
18.07.2019
Nordhäuser Lions überreichen Büste

Arthur Rimbaud ziert die Stadtbibliothek

rimbaud (Foto: Olaf Schulze) rimbaud (Foto: Olaf Schulze)

Oliver Wönnmann, Uli Ebert und Hildegard Seidel präsentieren die Geschenke

Anlässlich des 25jährigen Bestehens des Lions-Clubs Nordhausen im Juni 2019 übergaben Mitglieder des befreundeten Lions-Clubs Rimbaud aus Charleville-Mezieres, eine Büste des bedeutenden französischen Lyrikers Jean Nicolas Arthur Rimbaud sowie eine limitierte Auflage eines Buches mit Gedichten und Zeichnungen des Künstlers als Jubiläumsgeschenk.

In der Nordhäuser Partnerstadt wurde der Dichter, der zu den einflussreichsten französischen Lyrikern gehört, im Jahre 1854 geboren. Seine bekanntesten Werke sind „Das trunkene Schiff“ und „Der erleuchtete Kommunarde“.

Wir freuen uns sehr“, sagte Lions-Präsident Ulrich Ebert anlässlich der feierlichen Übergabe im Lesesaal der Stadtbibliothek, „diese beide Präsente als Dauerleihgabe an die Stadtbibliothek Nordhausen übergeben zu können. Hier erhalten sie einen würdigen Platz und erfreuen alle interessierten Nordhäuser und ihre Gäste.“

Im Beisein von Nordhausens Bürgermeisterin Jutta Krauth, dem Lions Past-Präsidenten Oliver Wönnmann (in dessen Präsidentschaft das Geschenk nach Nordhausen kam), weiteren Mitgliedern des Lions-Clubs Nordhausen sowie der Leiterin der Nordhäuser Museen, Susanne Hinsching, der Leiterin der Stadtbibliothek, Hildegard Seidel, und Mitgliedern des Fördervereins „Nicolai in Foro“ der Stadtbibliothek Nordhausen überreichte Uli Ebert die verspielte Büste an die Hausherrin. Nicht aus Bronze gegossen oder aus Stein gemeißelt, sondern als Papp-Collage erstellt, soll die Büste nun ihren dauerhaften Platz in der Bibliothek finden.

rimbaud (Foto: Olaf Schulze) rimbaud (Foto: Olaf Schulze)

Rimbaud schaut sich in Nordhausen um

Hildegard Seidel freute sich sehr über dieses großartige Geschenk. „Dies ist eine hervorragende Gelegenheit“, so Seidel, „gleichzeitig eine Ausstellung mit Collagen, die im Besitz der Nordhäuser Museen sind und die Büste sowie den Jubiläumsband dieses außergewöhnlichen Künstlers zu präsentieren. So wird der Lesesaal der Bibliothek zu einem Ort, der die Partnerschaft zwischen Charleville und Nordhausen lebendig werden lässt“, betonte sie und eröffnete damit eine Ausstellung im Lesesaal der Stadtbibliothek mit großen Wandcollagen. Diese Collagen befanden sich schon vorher im Eigentum der Nordhäuser Museen.

Natürlich wurden zur Übergabe auch einige Gedichte des Enfant terrible der französischen surrealistischen Moderne in französischer und deutscher Sprache zum Vortrage gebracht. Das patriotische Poem „Der Schläfer im Tal“ erklang zweisprachig und später gab es noch ein Liebesgedicht zu hören.

Aus den biografischen Episoden, die von der Bibliotheksleiterin erzählt wurden, war allerdings zu entnehmen, dass der junge Rimbaud seine Heimatstadt nicht allzu innig geliebt hat und ganz im Gegenteil schon als junger Bursche jede sich bietende Gelegenheit ergriff, ihr den Rücken zu kehren. Das sei ihm aber verziehen; mit Sicherheit war die Nordhäuser Partnerstadt damals noch nicht so schön wie heute.

Der Nordhäuser Lionsclub hält seit drei Jahren intensiven Kontakt mit seinen französischen Kollegen und leistet damit einen unverzichtbaren Beitrag zur gelebten freundschaftlichen Beziehung der über vierzigjährigen Städtefreundschaft Nordhausen - Charleville Meziere.

Die sehenswerten Wandcollagen, die anlässlich der Landesgartenschau zu Gedichten Rimbauds entstanden und nun im Lesesaal der Bibliothek hängen, passen jedenfalls ganz ausgezeichnet zur ausgefallenen Büste. Bleibt zu wünschen, dass diese schöne Geste der Nordhäuser Lions eine Anregung zu weiterem intensiven Austausch auf allen Gebieten mit den Franzosen sein möge.

Olaf Schulze
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