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Di, 13:37 Uhr
16.07.2019
Sozialministerin Werner im Familienzentrum Nordhausen

Von Kümmerern und „Zauberland“

Die Thüringer Sozialministerin Heike Werner bereist in diesem Sommer den Freistaat, um sich vor Ort über Einrichtungen und Angebote zu informieren, die mit ihrem Ministerium verbandelt sind. Nachdem wir sie bereits letzte Woche im Neustädter Hospiz erlebten, trafen wir sie heute im Nordhäuser Familienzentrum.


Die Ministerin, deren Aufgabengebiet sich auch auf Angelegenheiten der Frauen, der Gesundheit und eben auch der Familie erstreckt, war gekommen, um sich ein Bild über die Handlungsfelder zu verschaffen, die im Nordhäuser Familienzentrum bearbeitet werden. Und deren gibt es einige in der Alexander-Puschkin-Straße, wo Vivian Grabe als Projektleiterin mit 12 Mitarbeiterinnen (das Wort stimmt im Wortsinn, denn es sind wirklich alles Frauen, die hier arbeiten) eine breite Palette an familienfreundlichen Angeboten bereit hält.

Vom Träger des Familienezentrums, dem Jugendsozialwerk war dessen stellvertretender Vorsitzender Holger Richter gekommen, das Landratsamt war mit dem 1. Beigeordneten Stefan Nüßle und Ina Schmücking vertreten. Nachdem Holger Richter mit den Stichworten Gesundheit, Pflege, Familie und Betreuung den Wirkungskreis seines Unternehmens beschrieben hatte, war es an Vivian Grabe der Ministerin einen Einblick in die Aufgabengebiete ihres Hauses zu geben.

Von Schwangerschaftsberatung über Familien- und Erziehungsberatung zieht sich die Profession des Familienzentrums bis hin zum Kinder- und Jugendschutz, einer entwicklungspsychologischen Beratung und Fragen der Familienbildung. Allein drei Kolleginnen sind in der Schwangerenberatung tätig, mit dem Projekt „Spielraum“ habe die Einrichtung schon frühzeitig mit der Integrationsarbeit begonnen und hier für deutsche und ausländische Familien interessante Angebote vorgehalten. Unter Berücksichtigung der kulturellen Besonderheiten halfen die Mitarbeiterinnen aktiv bei Antragstellungen oder Sprachausbildung. Dabei, so betonte Vivian Grabe, würden immer noch viele der Projekte durch Spenden finanziert. „Wir haben auch feststellen müssen, wie viel Armut es in Nordhausen gibt“, fügte sie an.

Mit einer niederschwelligen mobilen Erziehungsberatung ist das Familienzentrum derzeit in Ellrich, Heringen, Ilfeld, Sollstedt und Bleicherode unterwegs, um Gespräche über Familie, Trennung oder Verhaltensauffälligkeiten zu führen.
„Kümmerer-Angebot“ nennen die Fachleute ein anderes System von freiwillig engagierten Bürgern im ländlichen Raum, die bedürftigen Menschen Hilfestellungen geben sollen, wo fehlende Strukturen Probleme verursachen. Und diese Kümmerer sollen die Bedürftigen abholen und zielgerichtet in die Projekte bringen, wo sie intensiv betreut werden können.

Vivian Grabe freut sich, dass es bei dieser Arbeit keine Konkurrenz zwischen den einzelnen Trägern gäbe, sondern alle der Sache verpflichtet sind. Dies sei auch auf die sehr gute Unterstützung durch das Nordhäuser Landratsamt zurückzuführen, erläuterte Grabe der Ministerin. Stellvertretend für viele tolle Ideen stellte Frau Lützkendorf das Projekt „Zauberland“ vor, in dem sie Kinder von suchtbelasteten Eltern strak machen will. Ein Schulhalbjahr lang treffen sich die Kinder von 8 - 12 Jahren im Familienzentrum, spielen und basteln gemeinsam und unternehmen bspw. Fahrten in den Vergnügungspark Belantis, um das Selbstwertgefühl der Kinder zu stärken und Vertrauen aufzubauen. Später werden die Kids in einem Nachbetreuungskurs weiter versorgt.


Die Ministerin freute sich über die vielen Anregungen und die kreativen Umsetzungen der Nordhäuserinnen und versprach, sich auch weiterhin für eine vielleicht noch stärkere Förderung des Familienzentrums einzusetzen.
Olaf Schulze
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