Mo, 13:59 Uhr
15.07.2019
AUCH DAS GIBT ES:
Wind, Ast, Bildschirmflackern
Ein Fall für Voss & Team für die Fernsehsendung des MDR wäre es nicht geworden. Dafür war er zu banal. Uninteressant ist er dennoch nicht.
Inge Grohs, Bochumer Straße 116, ärgert sich. Immer dann, wenn der Wind auffrischt und ein Ast vor ihrem Haus hin und her wedelt. Dann flimmere der Bildschirm. Das empört die alte Dame jedes Mal, sieht sie doch oft und gern fern. Einem guten Bekannten gegenüber klagte sie ihr Leid. Der Mann wandte sich an die nnz. Ob wir der Sache einmal nachgehen könnten.
Als wir am Samstagabend vor Ort erschienen, saß Mutter und Sohn vor dem Bildschirm. Nichts flimmerte. Tadelloser Empfang. Es ist doch alles bestens, bemerkten wir. Der Wind wehe ja auch nicht kräftig genug, um den Ast des Baumes in Höhe der Antenne hin und her schwingen zu lassen, bemerkte die Hausbesitzerin mit fester Stimme. Er sei das Übel, das ihr das Fernsehen vergraule.
Frischt der Wind auf, wedeln Äste der Akazie vor der Antenne am Haus herum, was ein Flimmern auf den Bildschirm verursache. Das Umweltamt verspricht Abhilfe.
Das zuständige Fachbereich der Stadtverwaltung Nordhausen sei schon verständigt worden. Auch ein Herr Axt wäre da gewesen. Anstatt aber die Äste oben zu kürzen, habe eine Firma einige am unteren Ende des Baumes abgesägt. Sie habe sich über diese Lächerlich zusätzlich aufgeregt. Man wolle aber, sei ihr versprochen worden, mit einem Hubgerät anrücken und nachhelfen. Auf unseren bescheidenen Einwand hin, ob man vielleicht die betagte Antenne neu ausrichten könne, entgegnete die resolute Dame energisch, dass sich diese schon seit über 25 Jahren dort befinde, wo man sie anbrachte. Der Baum jedoch, von der Stadt gepflanzt, mit der Zeit allerdings in die Höhe geschossen sei.
Sohn Karsten klärte auf: Nur bei Wind mache sich die Beeinträchtigung auf dem Bildschirm bemerkbar. Bei Windstille wäre alles bestens. Auch im Winter oder Frühjahr, wenn der Baum noch unbelaubt sei. Frische der Wind hingegen in dieser Jahreszeit auf, schwanke der Ast, was den Empfang störe. Das erzürne seine Mutter, die gern vor dem Bildschirm sitze.
Es handelt sich um eine Akazie ohne besonders starke Belaubung. Man wolle sie keineswegs fällen lassen, betont Karsten Grohs. Er wisse um den Wert eines Baumes, zumal die Sommer immer heißer würden. Eine Einkürzung reiche seiner Meinung aus. Er sei aber auch bereit, mehrere Bäume im Einvernehmen mit dem Sachgebiet Umwelt und Grünordnung der Stadt an anderen Stellen zu pflanzen, falls es nicht anders ginge.
Steffen Meyer, Sachgebietsleiter Umwelt und Grünordnung, den wir heute Vormittag besuchten, warf einen Blick in seinen Computer. Tatsächlich ist der Fall Grohs registriert. Stadtförster Axel Axt sei noch wenige Tage in Urlaub. Nun hofft Meyer auf Windstille in dieser Woche, bevor man zur Sache gehe. Diesmal von oben.
Kurt Frank
Autor: redInge Grohs, Bochumer Straße 116, ärgert sich. Immer dann, wenn der Wind auffrischt und ein Ast vor ihrem Haus hin und her wedelt. Dann flimmere der Bildschirm. Das empört die alte Dame jedes Mal, sieht sie doch oft und gern fern. Einem guten Bekannten gegenüber klagte sie ihr Leid. Der Mann wandte sich an die nnz. Ob wir der Sache einmal nachgehen könnten.
Als wir am Samstagabend vor Ort erschienen, saß Mutter und Sohn vor dem Bildschirm. Nichts flimmerte. Tadelloser Empfang. Es ist doch alles bestens, bemerkten wir. Der Wind wehe ja auch nicht kräftig genug, um den Ast des Baumes in Höhe der Antenne hin und her schwingen zu lassen, bemerkte die Hausbesitzerin mit fester Stimme. Er sei das Übel, das ihr das Fernsehen vergraule.
Frischt der Wind auf, wedeln Äste der Akazie vor der Antenne am Haus herum, was ein Flimmern auf den Bildschirm verursache. Das Umweltamt verspricht Abhilfe.
Das zuständige Fachbereich der Stadtverwaltung Nordhausen sei schon verständigt worden. Auch ein Herr Axt wäre da gewesen. Anstatt aber die Äste oben zu kürzen, habe eine Firma einige am unteren Ende des Baumes abgesägt. Sie habe sich über diese Lächerlich zusätzlich aufgeregt. Man wolle aber, sei ihr versprochen worden, mit einem Hubgerät anrücken und nachhelfen. Auf unseren bescheidenen Einwand hin, ob man vielleicht die betagte Antenne neu ausrichten könne, entgegnete die resolute Dame energisch, dass sich diese schon seit über 25 Jahren dort befinde, wo man sie anbrachte. Der Baum jedoch, von der Stadt gepflanzt, mit der Zeit allerdings in die Höhe geschossen sei.
Sohn Karsten klärte auf: Nur bei Wind mache sich die Beeinträchtigung auf dem Bildschirm bemerkbar. Bei Windstille wäre alles bestens. Auch im Winter oder Frühjahr, wenn der Baum noch unbelaubt sei. Frische der Wind hingegen in dieser Jahreszeit auf, schwanke der Ast, was den Empfang störe. Das erzürne seine Mutter, die gern vor dem Bildschirm sitze.
Es handelt sich um eine Akazie ohne besonders starke Belaubung. Man wolle sie keineswegs fällen lassen, betont Karsten Grohs. Er wisse um den Wert eines Baumes, zumal die Sommer immer heißer würden. Eine Einkürzung reiche seiner Meinung aus. Er sei aber auch bereit, mehrere Bäume im Einvernehmen mit dem Sachgebiet Umwelt und Grünordnung der Stadt an anderen Stellen zu pflanzen, falls es nicht anders ginge.
Steffen Meyer, Sachgebietsleiter Umwelt und Grünordnung, den wir heute Vormittag besuchten, warf einen Blick in seinen Computer. Tatsächlich ist der Fall Grohs registriert. Stadtförster Axel Axt sei noch wenige Tage in Urlaub. Nun hofft Meyer auf Windstille in dieser Woche, bevor man zur Sache gehe. Diesmal von oben.
Kurt Frank


