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Fr, 09:00 Uhr
12.07.2019
Lichtblick zum Wochenende

Wo anfangen?

Etwas überfordert stehe ich in dem Zimmer. Überall Regale, Boxen und Kisten, dieses und jenes, was hier schon seit langem lagert. Nun soll dieses Zimmer ganz leer geräumt werden. Und da stehe ich und weiß gar nicht, wo ich anfangen soll...

Da ist das Ehepaar. Viele Jahre leben sie miteinander. Doch mit der Zeit haben sie sich voneinander entfernt. Beide wollen wieder zueinander finden, wieder vertraut miteinander sein und in Liebe einander zugewandt. Doch wie fangen sie es an?

Ein junger Mann, in einem kirchenfernen Elternhaus ist er aufgewachsen. Doch die Frage nach Gott, die lässt ihn nicht los. Er möchte gern glauben können und beten. Doch wie soll das gehen. Wie kann er einen Anfang machen?

Aller Anfang ist schwer. Und mancher Anfang erscheint so unbedeutend, dass wir ihn gar nicht beachten. Als das Volk Israel den zerstörten Tempel wiederaufbauen wollte, da waren die Anfänge kärglich, nicht der Rede wert. Und doch war es ein Anfang. Ein erster Spatenstich, ein erster Stein, eine erste Mauer. Und Jahre später, viele Spatenstiche später, viele Steine später, viele Mauern später, da gewinnt der Tempel Form und Gestalt. Eines Tages wird er fertig sein und man feiert die Vollendung. Aber alles begann mit dem ersten kleinen und unscheinbaren Anfang.

Der erste leer geräumte kleine Fleck in dem Zimmer macht mir Hoffnung. Es ist nicht viel, aber der erste Schritt. Der erste gemeinsame Spaziergang des Ehepaars seit Jahren. Da nimmt sie seine Hand. Noch kein besonderes Gespräch ist zustande gekommen, aber sie sind auf dem Weg. Ungewohnt faltet der junge Mann die Hände. Und zaghaft, kaum hörbar betet er die ersten Worte: „Gott, hilf mir!“ Der Anfang ist gemacht.

Jesus sagt: Ich bin der Anfang und das Ende. Mit ihm dürfen wir mutig beginnen, auch kleine Schritte sind schon ein Anfang. Und jeder Weg beginnt mit dem ersten kleinen Schritt.

Was möchten Sie beginnen?
Mit welchem kleinen Schritt wollen Sie es wagen?
Wollen Sie heute anfangen?
Gott segnet auch die unscheinbaren Anfänge.

Herzliche Grüße
Ihr
Pfarrer Frank Freudenberg
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