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Di, 13:00 Uhr
25.06.2019
Alkohol-Parcours an der Berufsschule

Rausch ohne Risiko

Ein, zwei Bierchen, was kann das schon Schaden? Oder drei, oder vier... Die Auswirkungen von Alkohol können Schülerinnen und Schüler dieser Tage an der Berufsschule in der Morgenröte ganz ohne Rausch erleben. Der "Alkohol-Parcours" befasst sich aber auch mit anderen Rauschmitteln und will dabei nicht den moralischen Zeigefinger erheben, sondern für Aufklärung im Dialog sorgen...

Mit einer "Rauschbrille" können je nach Körperbau 0,8 bis 1,5 Promille simuliert werden (Foto: Angelo Glashagel) Mit einer "Rauschbrille" können je nach Körperbau 0,8 bis 1,5 Promille simuliert werden (Foto: Angelo Glashagel)

Samstagnacht, Party vorbei, das letzte Bier war schlecht und nun steht der Heimweg an. Wo war gleich noch der Schlüssel? Und wo geht's überhaupt nach Hause? Wer dem Alkohol zugesprochen hat, merkt oft selbst nicht wie wenig Kontrolle über das eigene Handeln noch bleibt. Gepaart mit jugendlicher Selbstüberschätzung ergibt sich eine Konstellation, die schnell problematisch werden kann.

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Um Jugendliche einmal die Fakten ganz praktisch vor Augen zu führen lud der Landkreis jetzt zum wiederholten Male den "Alkoholparcours" in den Südharz. Seit 2005 ist das Projekt des Gesundheitsministeriums deutschlandweit unterwegs, vor allem in ländlicheren Gebieten, in Nordhausen ist man bereits zum dritten mal. An fünf interaktiven Stationen geht es um Alkohol und Tabak, die Wirkung der Suchtmittel, ihre Vermarktung und die Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler. Viel wird im Gespräch vermittelt, man trete bewusst nicht mit dem "erhobenen Zeigefinger" auf, sondern lege vor allem Fakten dar und suche den Dialog, erklärte Max Knospe, ein Betreuer des Projektes.

Zu Gast ist man im staatlichen Berufsschulzentrum an der Morgenröte. Hier ist der "Input" von außen gern gesehen, sagt Kerstin Krauß, Fachleiterin im Bereich Gesundheitswesen. Zum einen stelle der Parcours eine praktische Erfahrung für die Schüler des Gesundheitsbereiches dar. "Selbsterfahrung kann man gut transportieren, in das Berufsleben mitnehmen und den späteren Patienten vermitteln", sagte Krauß. Zum anderen habe man es immer wieder mit Schülerinnen und Schülern zu tun, die selber mit Suchtproblematiken zu kämpfen hätten.

Der Parcours will im Dialog aufklären, nicht mit dem erhobenen Zeigefinger daherkommen (Foto: Angelo Glashagel) Der Parcours will im Dialog aufklären, nicht mit dem erhobenen Zeigefinger daherkommen (Foto: Angelo Glashagel) Der Alkoholparcours konzentriert sich vor allem auf die Felder Alkohol und Tabak, Konzessionen an die Entwicklung der letzten Jahre sind die Themen E-Zigarette und E-Shisha. Dabei sind "Komasaufen" und Zigarettenqualm heute nicht mehr die vordringlichen Probleme. Vor allem der zunehmende Mischkonsum, der Mix aus verschiedensten Substanzen, macht den Experten sorgen. "Wir erleben heute zwei Extreme. Die eine große Gruppe sind sehr "experimentiertfreudige" Jugendliche, die alles ausprobieren und eine andere große Gruppe, die sich davon völlig los sagt", erklärte Juliane Hunka vom Suchthilfezentrum der Diakonie. Ihre Kollegen sind beim "Alkoholparcours" ebenfalls vor Ort, um auch andere Problematiken aufgreifen zu können. "Den klassischen Alkoholiker gibt es kaum noch, wir haben das bundesweit eigentlich ein positives Bild."

Aktuelle Studiendaten der BZgA zum Alkoholkonsum junger Menschen belegen, dass sich 13,6 Prozent der Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren mindestens einmal im Monat in einen Rausch trinken. Der Anteil der rauchenden Jugendlichen ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesunken und befindet sich mit 7,4 Prozent bei den 12- bis 17-Jährigen aktuell auf einem historischen Tiefstand. Der Erstkontakt mit Alkohol findet immer später statt und auch das Rauschtrinken geht im generellen Trend zurück und nimmt in der Intensität ab. "Problematisch ist der Konsum von Amphetaminen", erklärt Hunka, "Sie putschen sich für Beruf, Lehre, Ausbildung und Studium hoch und holen sich dann am Wochenende mit anderen Mitteln wieder runter. Das ist der Mischkonsum, den wir in den letzten zwei Jahren vermehrt beobachten."

Rund 300 Schüler will der "Alkoholparcours" in Nordhausen erreichen. Die große Reichweite und das interaktive Angebot mache den Parcours zu einem Highlight in der Präventionsarbeit, erklärte Kathrin Wolf vom Landratsamt. Der Rundkurs gastiert noch bis einschließlich morgen in Nordhausen, danach geht es weiter nach Bad Frankenhausen.
Angelo Glashagel
Alkohol-Parcours zu Gast in Nordhausen (Foto: Angelo Glashagel)
Alkohol-Parcours zu Gast in Nordhausen (Foto: Angelo Glashagel)
Alkohol-Parcours zu Gast in Nordhausen (Foto: Angelo Glashagel)
Alkohol-Parcours zu Gast in Nordhausen (Foto: Angelo Glashagel)
Alkohol-Parcours zu Gast in Nordhausen (Foto: Angelo Glashagel)
Alkohol-Parcours zu Gast in Nordhausen (Foto: Angelo Glashagel)
Alkohol-Parcours zu Gast in Nordhausen (Foto: Angelo Glashagel)
Alkohol-Parcours zu Gast in Nordhausen (Foto: Angelo Glashagel)
Autor: red

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