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Mi, 11:00 Uhr
19.06.2019
Kulturschaffende planen Jugendfreizeit

Frisch-Luft-Kultur

Draußen scheint die Sonne, drinnen erhellt das kalte Licht der digitalen Moderne die gebannten Gesichter der jungen Generation. Die Kulturschaffenden zwischen Südharz und Kyffhäuser wollen das in diesem Sommer ändern und laden zu ihrer ersten Ferienfreizeit. Geboten wird Musik und Kunst Abseits des städtischen Trubels...


Vom 4. bis zum 9. August bietet das erste "Jugendkunstfestival" auf dem Kunsthof Friedrichsrode 50 Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit sich in einem von fünf mehrtägigen Workshops künstlerisch auszutoben, neue Seiten an sich selbst zu entdecken, mit den eigenen Händen zu arbeiten und neue Freunde zu finden.

Für die Aktion sind mehrere Kulturschaffende zwischen Südharz und Kyffhäuser zusammengekommen, darunter das Nordhäuser Theater, der Verein Schrankenlos, die Jugendkunsschule und die Landesmusikakademie Sondershausen. "Viel Kultur. viel frische Luft, viel Spaß - das ist unser Grundanliegen", sagt Theaterpädagogin Eva Lankau, die in Friedrichsrode Schauspielgrundlagen und Improvisations-Techniken vermitteln wird. Man habe sich bewusst dafür entschieden das Angebot nicht in einem der beiden kulturellen Zentren durchzuführen, sondern aufs Land zu gehen. "Hier gibt es keine Straßenbahn die im Hintergrund über die Schienen rattert, keine Tanke zu der man Abends nochmal schnell gehen kann, keine Schnellrestaurants, keine der üblichen Ablenkungen des städtischen Alltags. Für uns ist das Perfekt, der Kunsthof ist ein sicherer Ort an dem wir unheimlich viel machen können."

Kulturelle Angebote sollten möglichst jedem zugänglich sein, auch darum gehe es beim ersten "Jugendkunstfestival", erklärt die Pädagogin. Dank der Unterstützung durch den Freistaat, der beiden Sparkassen in Nordhausen und im Kyffhäuserkreis und durch das Landratsam in Sondershausen wird der Unkostenbeitrag für die Woche auf dem Kunsthhof lediglich 100 Euro betragen. In begründeten Einzelfällen können die Kosten über das Bildungspaket "Bildung und Teilhabe" noch geringer ausfallen.

Auf dem Programm stehen "Bodypercussion" - Musik und Rhythmus mit dem eigenen Körper mit Calixta Fuchs und das bereis erwähnte Impro-Theater. Karolina Trybala will zeigen wie man mit Jazzgesang, Percussion und Weltmusik ganz eigene Geschichten erzählen kann, auch über Sprachbarrieren hinweg. Rapper "LIO" geht andere Wege und zeigt wie das mit Rap, Beats und Lyrics funktioniert. Beim Angebot der Jugendkunstschule wird angepackt - man wird Großfiguren bauen. Wie die aussehen werden bleibt den Jugendlichen überlassen, die Künstler liefern vor allem Know-How und Material, der kreative Prozess soll der Fantasie der Teilnehmer überlassen werden. Überhaupt wird die Woche, gezwungenermaßen, "analog" daherkommen. Auch das ist ein Vorteil der abgeschiedenen Lage - wenn das Display nicht in einem fort blinkt, hat der ständige digitale Begleiter auch einmal weniger Aufmerksamkeit verdient. Wenigstens für ein paar Tage.

Die Workshops werden jeweils Vormittags stattfinden, am Ende der Woche steht eine eigene Präsentation auf dem Programm. Nachmittags kann man sich bei verschiedenen Freizeitangeboten austoben oder sich mit ernsten Themen der Zeit auseinandersetzen und einmal nicht nur theoretisch über Klimawandel und Nachhaltigkeit reden, sondern nach praktischen Ansätzen im eigenen Alltag suchen. Das komplette Programm findet sich hier .

Insgesamt stehen 50 Plätze zur Verfügung, teilnehmen können Jugendliche im Alter zwischen 14 und 20 Jahren. Anmelden kann man sich entweder beim Kunsthof Friedrichsrode via E-Mail an info@kunsthof-friedrichsrode.de oder bei der Jugendkunstschule unter 03631/479 39 85 Anmeldeschluss ist der 1. Juli.
Angelo Glashagel
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Kommentare

19.06.2019, 11.11 Uhr
Gesperrt | Achtung Kritik
Ich finde sowas generell gut.

Ich frage "nur": Warum gibt es das nicht für ältere Leute? Für ältere Kulturschaffende gibt es hier in dieser Stadt nichts.

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