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Do, 18:13 Uhr
06.06.2019
Angemerkt

Ich kann es bald nicht mehr lesen!

Die Wahlen in der Kommune sind vorbei. Und da kommen sie wieder mit ihren Versprechungen, künftig alles besser zu machen. Die Verlierer...


Ob Kreistag oder Nordhäuser Stadtrat - SPD, LINKE und CDU, sie haben allesamt verloren. Die Wähler wechselten in Scharen nicht etwa zu den Grünen, sondern zur AfD.

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Warum das so war, zeigt unter anderen die Pressemitteilung der LINKE für den Kreistag Nordhausen, die heute veröffentlicht wurde. Kernthema: Wir wollen uns dafür einsetzen, dass mehr Transparenz zu denen hergestellt wird, die uns vielleicht gewählt haben oder eben auch nicht (mehr).

Und dann kommen die Feinheiten und die abgedroschenen Plattitüden, wie zum Beispiel: "Transparenz darf keine Worthülse sein", "Wir müssen die Menschen abholen und mitnehmen". Inhaltsloser geht es wohl kaum uns so könnten diese Plattheiten natürlich auch von den Sozial- oder auch von den Christdemokraten kommen.

Alle drei ehemals großen Fraktionen in Stadtrat und Kreistag hatten es doch schon jahrelang in der Hand, die Ausschüsse öffentlich zu gestalten. Und dazu - der Autor dieser Zeilen schrieb sich bildlich ausgedrückt die Fingerspitzen wund - bedarf es weder der Änderung der Thüringer Kommunalordnung noch des Vorhaben, "Ausschüsse mindestens teilöffentlich zu machen".

Es ist ganz einfach, liebe Gewählte. Die Thüringer Kommunalordnung schreibt es vor: Vorberatende Ausschüsse sind nicht öffentlich, beschließende Ausschüsse sind öffentlich, haben aber auch einen nicht öffentlichen Teil. Also müssen alle Ausschüsse des Kreistages oder des Stadtrates beschließende Ausschüsse werden, was die Gewählten selbst beschließen können. Damit sind sie dann automatisch öffentlich.

Und, liebe LINKE, da muss nicht nach Eisenach geschaut werden. Seit dem Amtsantritt des Heiligenstädter Bürgermeisters Thomas Spielmann sind die Ausschüsses des dortigen Stadtrates öffentlich, hier ein Beispiel aus dem Sitzungskalender.

Nur: diesen Schritt wollten in den zurückliegenden Jahren weder CDU, SPD, LINKE oder Grüne gehen. Das wäre dann wohl zuviel der Transparenz und der Bürgernähe. Man darf also gespannt sein, wie man die sich diesmal wieder aus der Einfachheit des Machens befreien wird. Gelingt das nicht oder wird es wieder Spielchen mit der Geschäftsordnung der jeweiligen Gremien geben, dann bleibt all das, was eigentlich nicht mehr sein soll, ein abermals gebrochenes Versprechen an den mündigen Bürger, es bleibt eine Worthülse.
Peter-Stefan Greiner
Autor: red

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Kommentare
Murat
06.06.2019, 19:29 Uhr
Schön gedacht...
... jedoch würde ich mir nicht wünschen, daß die Aufgaben des stadtrats und/oder kreistages von den Ausschüssen erledigt werden würden. Denn nichts anderes würde der Beschluss das alle Ausschüsse beschließende Ausschüsse sind bedeuten. In der Thüringer komunalordnung heißt es dazu:"Beschließende Ausschüsse erledigen die ihnen durch die Geschäftsordnung übertragenen Angelegenheiten anstelle des Gemeinderates". Das führt vielleicht zu öffentlichen Sitzungen, aber die entscheidungsbefugnis geht vom Rat auf die Ausschussmiglieder über. Dann können wir uns die Wahl gleich sparen.

Mal davon abgesehen, daß eine Reihe von Ausschüssen explizit nicht als beschließende Ausschüsse gebildet werden dürfen. So ca. 14 nach der Thüringer Kommunalordnung.

Also schön gedacht, aber schlecht gemacht, oder recherchiert.
Leser D
06.06.2019, 19:39 Uhr
PSG
Einmal wieder mit Scharfsinn beobachtet und gut zusammengefasst.

Danke!
Senta
06.06.2019, 19:46 Uhr
Dem kann ich nur zustimmen
Mir geht es genauso. Die Parteien in Deutschland, egal wo und welche Partei sind nur damit beschäftigt, Aussagen anderer Parteien zu kritisieren oder zu bewerten. Anstatt gemeinsam einen Weg zu finden, der für die Bürger was zum positiven verändert.
Stichwort Rente: Wir brauchen nur zu unserem kleinen Nachbarn Österreich zu schauen. Hier wird uns mit ganz einfachen Mitteln vorgemacht wie es geht. Dort bekommen selbst Bürger mit Teilzeitjobs mehr Rente als bei uns ein Bürger mit 40 Stundenwoche. Und das selbst mit geringeren Steuereinnahmen wie in Deutschland. Man kann sich dem Gedanken nicht wehren, dass es bei uns überhaupt nicht funktionieren soll. Eigentlich nur noch peinlich was hier abläuft.
Gudrun1974
06.06.2019, 19:47 Uhr
Transparent bringt Transpiranz fürs “Nordhäuser System“
Transparenz bedeutet immer Stress für die Machthaber von Buchmann bis Stadtrat. Alle hattens versprochen; keiner hats eingehalten. Schuld sind wir Wähler, wir fallen drauf rein. Bleibt die Presse oder direkte Demokratie übers Informationsfreiheitsgesetz bzw. Anfragen im Stadtrat. Frage 1: Wie hoch ist die aktuelle Kostenschätzung für die Feuerwehr? Wie hoch die fürs Theater? Wo ist für beide Projekte jeweils die Preisgrenze?
murmeltier
06.06.2019, 20:14 Uhr
Schlecht recherchiert, Murat!!!!!
IN Paragraph 26 wird das alles mit den Ausschüssen geregelt, auch das, was beschließende Ausschüsse nicht dürfen, das sind die 14 Punkte.

Ansonsten gilt: "(1) Der Gemeinderat kann für bestimmte Aufgabenbereiche Ausschüsse zur Vorbereitung seiner Beschlüsse (vorberatende Ausschüsse) oder zur abschließenden Entscheidung (beschließende Ausschüsse) bilden. Bildung, Zusammensetzung und Aufgaben der Ausschüsse regelt die Geschäftsordnung (§ 34)".

Übrigens: Im Stadtrat von HIG sind alle Ausschüsse beschließend und damit öffentlich. Machen die im Eichsfeld was falsch?
Rainer H.
06.06.2019, 21:07 Uhr
öffentliche Ausschüsse / Birnen und Äpfel
Die Diskussion ist doch völlig überbewertet. Wenn man sieht, wie viele Bürger an den Stadtratssitzungen teilnehmen und sich interessieren, muss doch die Frage gestattet sein, für wen will man etwas öffnen?
Der erste Kommentator hat es schon auf den Punkt gebracht. Beschließende Ausschüsse sind öffentlich. Aber will der Stadtrat als "Souverän" seine Entscheidung in den Ausschuss geben? Ich gaube nicht! Es sei den wie im Eichsfeld, wo die CDU 2014 mit über 50 Prozent die Wahl gewonnen hatte, war es für sie einfach, die Ausschüsse als beschließenen Ausschüsse zu bilden, weil sie in allen Ausschüssen die Mehrheiten hatten!

Ich glaube kaum, das eine AfD für Transparenz steht, wenn es für Sie bedeuten würde, dass Entscheidungen, bei denen Sie vermutlich im großen Gremium "Stadtrat" die Mehrheiten bekäme, darauf verzichten würde und die Gefahr einginge Beschlüsse in Ausschüssen beschließen zu lassen deren Abstimmungsergebnis nicht in deren Sinne lege.
Wer "Macht" hat, kann die öffentlich zeigen, wer jeden Tag um Stimmen kämpfen muss, wird dies weiterhin im Verborgenen tun. Eine alte Weisheit, die auch die Presse kennen sollte. Aber ein Trost bleibt am Ende. Bisher ist es den Medien immer gelungen, aus nichtöffentlichen Ausschüssen zu berichten, so dass der Bürger doch auch aktuell informiert wurde.
Glaskugel
06.06.2019, 23:00 Uhr
Da hat wohl eine mißliebige Partei das Thema besetzt ?
ich kann den aufgebauten Popanz der nicht öffentlichen Teile von Ausschusssitzungen auch nicht mehr lesen. Da schaffen es kaum 3 Bürger zur Stadtratssitzung und öffentliche Ausschüsse sollen dann das sein, was der Bürger ganz dringend braucht. Prinzipiell habe ich da nichts dagegen, aber wenn sich schon kaum jemand für eine Stadtratssitzung interessiert, wird die öffentliche Ausschusssitzung auch nicht der Bringer für gewünschte Transparenz sein.

Was wichtig ist, sind die Möglichkeiten Stadtratssitzungen im Live-Stream verfolgen zu können. Da ist man nicht mehr auf die gefilterte Darstellung einiger hiesiger Pressevertreter angewiesen und kann sich sein eigenes, unverfälschtes Bild machen!
Alanin
07.06.2019, 06:46 Uhr
Öffentlichkeit der Sitzungen...
dient nicht allein dazu, dass man sich als Bürger dort persönlich hinbegeben kann. Nein, es schafft auch der Presse die Möglichkeit von dort zu berichten.
Psychoanalytiker
07.06.2019, 07:27 Uhr
Wiedermal super ...
... geschrieben, Herr Greiner. Nur hätten Sie den Artikel nicht nur auf Stadt- und Kreisebene "reduzieren", sondern das ganze Land einbeziehen sollen.

Auch da gibt es massiv Worthülsen, "Wir haben gelernt"-Sprüche und andere "Inhaltslose Plattheiten", das ist auf allen Ebenen so.

Man mag zur AfD stehen, wie man will, im Osten ist diese Partei DER "Gewinner". Im Westen gewannen mehrheitlich DIE GRÜNEN, aber warum, die dreschen auch nur Phrasen und haben außer der (sehr wichtigen) Umweltpolitik kaum andere Themen. Die Antwort für mich ist: Die Wähler haben auch dort "die Schnauze voll", wollen aber nicht "die Nazis" wählen, trauen sich (noch) nicht. Da haben die Bürger im Osten schon den größeren Weitblick, denn sie haben vielfach erkannt, dass die "Themen" der AfD seit einiger Zeit von den Regierungsparteien massiv aufgegriffen und übernommen werden. Ich bin gespannt, wie das noch ausgeht ....
Gudrun1974
07.06.2019, 08:30 Uhr
Keine Bürger beim Stadtrat?
Warum sollten die Bürger hingehen? Um zuzuschauen, wie die gewählten alles das abnicken, was lange im Geheimen diskutiert wurde? Die Wähler wollen von Anfang an dabei und informiert sein, vielleicht sogar mitdiskutieren, nicht nur vom “Produkt“ in Kenntnis gesetzt werden.

Aber das ist in dieser Stadt nie gewollt, und wird auch nie gewollt werden. Deshalb steht NDH da wo es steht. Ideenlos, konzeotionslos.
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