Fr, 12:10 Uhr
24.05.2019
Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik
Nordhäuser wird mit Verdienstorden ausgezeichnet
Am kommenden Dienstag wird Ministerpräsident Bodo Ramelow vier Thüringer mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnen. Unter den geehrten ist auch Joachim Heise aus Nordhausen...
Ministerpräsident Bodo Ramelow betont vorab: Ehrenamtlich Engagierte legen häufig die Hände an die Themen, die gerade dringend ‚dran‘ sind und auf die der Staat stärker achten sollte. Menschen wie Hans-Jörg Dannenberg, Joachim Heise, Petra Hohn und Petra Rottschalk beweisen mit Ideen und Durchhaltevermögen, dass Vieles möglich ist. Denn sie bieten oft kreative Lösungen und verbessern das gesellschaftliche Zusammenleben spürbar. Sie handeln zum Wohle unseres Landes und machen damit Thüringen zu einem Land, in dem man gut und gerne lebt. Die vier Auszuzeichnenden gehören zu den Menschen in Thüringen, die persönliche Interessen zurückstellen und sich überdurchschnittlich für das Gemeinwohl einsetzen. Die Politik ist gut beraten, vorbildliche Initiativen der Zivilgesellschaft und Menschen wie sie zu unterstützen und öffentlich zu würdigen. Deswegen ist es mir stets eine große Ehre, die Bundesverdienstorden zu überreichen.
Joachim Heise aus Nordhausen wird mit dem Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet für seinen unermüdlichen Einsatz, das Unrecht in der ehemaligen DDR aufzuzeigen und darüber aufzuklären.
Er verbrachte seine Kindheit und Jugend in Nordhausen, 1958 erfolgt die Konfirmation. Schon deshalb musste er in der Schule Intoleranz und Gängelung erleben. Während des Studiums zum Ingenieur festigte sich sein kritischer Blick auf die DDR: Er kritisierte deutlich und öffentlich die Allmacht der SED in den Fachbereichen, die Heuchelei im Umgang mit dem sozialistischen Wettbewerb, die Reglementierung der Freizeit und vieles mehr.
1980 stellte die Familie Heise einen Antrag auf Ausreise in die Bundesrepublik Deutschland, was zu weiteren Repressionen führte. Wegen häufiger Besuche in der Ständigen Vertretung in Berlin und einem Hungerstreik wurde Joachim Heise 1983 von der Staatsicherheit verhaftet und zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. "Staatsfeindliche Verbindungen" und "Beeinträchtigung staatlicher Tätigkeit" - so stand es im Urteil. Im Juni 1984 gehörte er zu den politischen Häftlingen, die direkt aus dem Stasi-Gefängnis im damaligen Karl-Marx-Stadt nach Gießen fuhren.
Nach 18 Jahren kehrte er 2002 nach Nordhausen zurück. Joachim Heise setzt sich kontinuierlich für eine konkrete Auseinandersetzung mit der SED-Diktatur ein. Er war in den Aufbaujahren des Vereins Freiheit e. V. Vereinsvorsitzender und hat einen herausragenden Anteil an der Entstehung der Gedenkstätte Andreasstraße.
Als Zeitzeuge spricht Joachim Heise mit Jugendlichen und Schülern und macht Führungen durch das ehemalige Stasi-Gefängnis in Erfurt. Auch Buchlesungen und Vorträge geben Aufklärung über den leidvollen Umgang der DDR-Diktatur mit Andersdenkenden. Als Mitglied im Verein Gegen Vergessen - Für Demokratie bringt er sich mit vielen Ideen ein. Er koordiniert die Vereinsaktivitäten in Thüringen, was mit einem enormen Zeitaufwand verbunden ist: So war er seit 2012 an rund 70 Veranstaltungen - oft federführend - beteiligt: Idee, Organisation, Finanzierung, Vor- und Nachbereitung. Auch die Partnerschaft mit dem Humboldt-Gymnasium in Nordhausen geht auf ihn zurück: Neben der DDR-Diktatur werden dort mit seiner Unterstützung die Themen Jüdisches Leben und Geschichte des Nationalsozialismus vermittelt.
Autor: redMinisterpräsident Bodo Ramelow betont vorab: Ehrenamtlich Engagierte legen häufig die Hände an die Themen, die gerade dringend ‚dran‘ sind und auf die der Staat stärker achten sollte. Menschen wie Hans-Jörg Dannenberg, Joachim Heise, Petra Hohn und Petra Rottschalk beweisen mit Ideen und Durchhaltevermögen, dass Vieles möglich ist. Denn sie bieten oft kreative Lösungen und verbessern das gesellschaftliche Zusammenleben spürbar. Sie handeln zum Wohle unseres Landes und machen damit Thüringen zu einem Land, in dem man gut und gerne lebt. Die vier Auszuzeichnenden gehören zu den Menschen in Thüringen, die persönliche Interessen zurückstellen und sich überdurchschnittlich für das Gemeinwohl einsetzen. Die Politik ist gut beraten, vorbildliche Initiativen der Zivilgesellschaft und Menschen wie sie zu unterstützen und öffentlich zu würdigen. Deswegen ist es mir stets eine große Ehre, die Bundesverdienstorden zu überreichen.
Joachim Heise aus Nordhausen wird mit dem Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet für seinen unermüdlichen Einsatz, das Unrecht in der ehemaligen DDR aufzuzeigen und darüber aufzuklären.
Er verbrachte seine Kindheit und Jugend in Nordhausen, 1958 erfolgt die Konfirmation. Schon deshalb musste er in der Schule Intoleranz und Gängelung erleben. Während des Studiums zum Ingenieur festigte sich sein kritischer Blick auf die DDR: Er kritisierte deutlich und öffentlich die Allmacht der SED in den Fachbereichen, die Heuchelei im Umgang mit dem sozialistischen Wettbewerb, die Reglementierung der Freizeit und vieles mehr.
1980 stellte die Familie Heise einen Antrag auf Ausreise in die Bundesrepublik Deutschland, was zu weiteren Repressionen führte. Wegen häufiger Besuche in der Ständigen Vertretung in Berlin und einem Hungerstreik wurde Joachim Heise 1983 von der Staatsicherheit verhaftet und zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. "Staatsfeindliche Verbindungen" und "Beeinträchtigung staatlicher Tätigkeit" - so stand es im Urteil. Im Juni 1984 gehörte er zu den politischen Häftlingen, die direkt aus dem Stasi-Gefängnis im damaligen Karl-Marx-Stadt nach Gießen fuhren.
Nach 18 Jahren kehrte er 2002 nach Nordhausen zurück. Joachim Heise setzt sich kontinuierlich für eine konkrete Auseinandersetzung mit der SED-Diktatur ein. Er war in den Aufbaujahren des Vereins Freiheit e. V. Vereinsvorsitzender und hat einen herausragenden Anteil an der Entstehung der Gedenkstätte Andreasstraße.
Als Zeitzeuge spricht Joachim Heise mit Jugendlichen und Schülern und macht Führungen durch das ehemalige Stasi-Gefängnis in Erfurt. Auch Buchlesungen und Vorträge geben Aufklärung über den leidvollen Umgang der DDR-Diktatur mit Andersdenkenden. Als Mitglied im Verein Gegen Vergessen - Für Demokratie bringt er sich mit vielen Ideen ein. Er koordiniert die Vereinsaktivitäten in Thüringen, was mit einem enormen Zeitaufwand verbunden ist: So war er seit 2012 an rund 70 Veranstaltungen - oft federführend - beteiligt: Idee, Organisation, Finanzierung, Vor- und Nachbereitung. Auch die Partnerschaft mit dem Humboldt-Gymnasium in Nordhausen geht auf ihn zurück: Neben der DDR-Diktatur werden dort mit seiner Unterstützung die Themen Jüdisches Leben und Geschichte des Nationalsozialismus vermittelt.


