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So, 19:30 Uhr
12.05.2019
Abschied im Park Hohenrode

Eine Ära geht zu Ende

Im Park Hohenrode wurde heute Parkfest gefeiert. Wie immer hat sich über das Jahr viel getan im Park und wer sich an die Anfänge vor gut 14 Jahren erinnert, der würde Hohenrode heute kaum wiedererkennen. Das es immer weiter ging, das der Park, sein Verein und seine Bürgerstiftung stetig fortschreiten konnten, hatte man auch dem Engagement einer Dame zu verdanken und die nahm heute ihren Hut und wurde gebührend verabschiedet...


Die Nordhäuser sind, im Allgemeinen und manchmal sicher auch mit einem gewissen Stolz, ein streitbares Völkchen. Egal ob Politik, Sport, Kultur, Verkehr oder das Liebesleben der Pflastersteine - kein Thema, und sei es noch so klein, das nicht einer fundamentalen Kritik bedürfte.

Nur bei einem Thema scheint in Nordhausen (in der Regel) traute Einigkeit zu herrschen: beim Park Hohenrode. Seit 2005 arbeitet man ehrenamtlich an der Wiederauferstehung des alten Parks und der Förderverein ist mit rund 600 Mitgliedern zum größten seiner Art in der Region angewachsen. Der Park ist ein Kleinod und die Arbeit vieler, vieler Hände hat ihn zu einem Aushängeschild für die Stadt und das Engagement ihrer Bürgerschaft gemacht. Hohenrode ist gut. Hohenrode ist toll. Sogar Beispielhaft. Über Hohenrode gibt es (in der Regel) nichts schlechtes zu sagen.

Zu verdanken hat man das, und man sollte nicht Müde werden das immer wieder zu betonen, einer ganzen Reihe an Menschen, die Jahr ein Jahr aus geschuftet haben um den Park aus dem Dornröschenschlaf zu holen und es bis heute tun. Geht es aber um die öffentliche Wahrnehmung Hohenrodes, dann ist Park vor allem mit einem Namen verbunden: Gisela Hartmann. Von Beginn an war es Frau Hartmann, die zielstrebig, unermüdlich, mit einer gewissen Sturheit und unersschütterlicher Zuversicht dafür gesorgt hat, dass es trotz mancher Tiefen weiter ging in Hohenrode, das es neue Gelder gab und das neue Mitglieder, Unterstützer und Freunde gefunden wurden, die dem Park bis heute die Treue halten.

Die Ära Hartmann geht heute zu Ende. Nachdem sie vor zwei Jahren bereits den Vorsitz der Fördervereins abgegeben hatte, konnte nun auch die Nachfolge für den Vorsitz der 2009 gegründeten Bürgerstiftung geregelt werden. Tom Landsiedel und Hannelore Haase übernehmen die Leitung von Stiftung und Förderverein. Im Vorstand werden außerdem der Architekt Dr. Michael Flagmeyer, die Wissenschaftlerin Ariane Ruf, der Landsschaftsarchitekt Björn Diener und die Landtagsabgeordnete Katja Mitteldorf für Unterstützung sorgen.

Die Übergabe des "Staffelstabes" wurde heute mit vielen Worten groß gefeiert. "Wer sich so etwas vornimmt, der muss mit dem Herzen dabei sein", sagte Minsiterin Birgit Keller, Frau Hartmann habe ihre Vision mit vielen Nordhäuser geteilt und ihr Name werde auf Ewig mit dem Park verbunden sein. Andreas Lesser, selber Leiter einer großen Stiftung, erinnerte an die Risiken, mit der die Aufgabe der Stiftungsleitung behaftet ist. Anders als ein regulärer Arbeitgeber genießt die Bürgerstiftung keinerlei arbeitsrechtliche Sicherheiten. Anders ausgedrückt: geht etwas schief, steht der Vorstand mit einem Bein im Knast. Von einem Gehalt oder viel Freizeit gar nicht erst zu reden. Der Park sei das Erbe Nordhausens, sagte Lesser. "Eine Erbschaft kann man ausschlagen. Tut man es nicht, gibt es kein zurück mehr."


Gisela Hartmann hat das Erbe angenommen und ist trotz der Risiken und manch schlafloser Nacht nie ins wanken geraten. Zum Dank stieg da heute sogar der Roland von seinem "Postamente", Prof. Zwanziger im Schlepptau. Die Altstadtoriginale Hannechen Vogelstange und Altstadtmanne brachten der Geehrten ein Ständchen, Landrat Matthias Jendricke sprach über die "Mutter von 350 Bäumen" die für ihn, trotz ihrer Gebietsfremden Herkunft, immer die "Ur-Nordhäuserin" gewesen sei und sich den Ruhestand nun schon zum zweiten Mal redlich verdient habe.

Viel Worte, viel Lob und viele Blumen brachte der Nachmittag mit sich. Im Park steht nun auch ein Baum, der Frau Hartmann gewidmet ist. Die "Parkmutter" nahm es gewohnt gelassen und verschenkte die Gaben prompt an ihre Nachfolger. Denen sie von Herzen dankbar sei, dass sie nun "in die Freiheit" entlassen werden. Sie sei Stolz kein "marodes Unternehmen" zu übergeben, sondern eines, das seine schwierigsten Zeiten gut überstanden habe. Herkulesstaude, Pilzbefall und Haussschwamm hat man besiegt, die Statik der Villa gesichert, das Dach abgedichtet. Hat das Geld wieder einmal nicht gereicht, dann hat man selber Hand angelegt, vom Keller bis zum Dachgeschoss. Die Mühen haben sich gelohnt. "Wir können heute von oben bis unten in die Umsetzung gehen. Es läuft und es wird in Zukunft leichter laufen", sagte Gisela Hartmann.

Und was wird Frau Hartmann nun machen das sie in die "Freiheit entlassen" wurde? In den Urlaub fahren? Sich um den eigenen Garten kümmern? Das Ehepaar Hartmann wird feiern, den 80. Geburtstag für Sie, den 85. für Ihn. Wo? Natürlich im Park Hohenrode. Am 15. Juni lädt man ab 17 Uhr in den Park gefeiert, Musikinstrumente mitzubringen ist ausdrücklich erwünscht und statt Geschenken sind Spenden für den Park und die Bürgerstiftung gewünscht.

Und dann ist das noch die Zukunft. Zur Bundesgartenschau im Jahr 2021 wird Hohenrode Außenstandort sein und bis dahin soll sich noch viel tun. Man wird ein Konzept brauchen und an dem will Frau Hartmann weiter mitarbeiten. Als Stimme und Gesicht des Parkes geht sie heute in den Ruhestand, als eine der treibenden Kräfte in Hohenrode wird sie dem Park weiter erhalten bleiben. Und das, hoffentlich, noch recht lange.
Angelo Glashagel
Eine Ära geht zu Ende - Gisela Hartmann wurde heute als Vorsitzende der Bürgerstiftung Park Hohenrode verabschiedet (Foto: Angelo Glashagel)
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Eine Ära geht zu Ende - Gisela Hartmann wurde heute als Vorsitzende der Bürgerstiftung Park Hohenrode verabschiedet (Foto: Angelo Glashagel)
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