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Mo, 21:22 Uhr
06.05.2019
Linke Forderung:

Mindestlohn bei öffentlichen Aufträgen

Aufträge der öffentlichen Verwaltungen sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Allein die Stadt Nordhausen vergab im Jahr 2018 Aufträge von mehr als 11 Millionen Euro. Aufgrund des komplizierten Vergaberechts entscheidet dabei bisher allein der Preis über den Zuschlag obwohl es nach Aussage der linken Landtagsabgeordneten und Stadträtin Katja Mitteldorf dabei mehr Spielräume geben kann...


Dabei verweist sie auf soziale und auch ökologische Prämissen, die bei der Vergabe ebenso ins Gewicht fallen sollten.

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„Wir wollen nicht, dass der Preiskampf um öffentliche Aufträge auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen wird. Gerade das Land und die Kommunen haben eine Verantwortung und Vorbildfunktion dafür, dass in der Region gute Löhne für gute Arbeit gezahlt werden“, erläutert Michael Mohr, Fraktionsvorsitzender der Linken im Nordhäuser Stadrat.

Die Landesregierung hat bereits ein neues Vergabegesetz vorgeschlagen, welches vorschreibt, dass öffentliche Aufträge nur an Unternehmen vergeben werden dürfen, die ihren Mitarbeitern mindestens einen Stundenlohn von 10,04 € und damit mehr als den gesetzlichen Mindestlohn zahlen.

„Die Diskussion dazu ist noch nicht abgeschlossen, aber Nordhausen kann jetzt schon eine Vorbildfunktion dazu einnehmen und einen Mindestlohn für Vergaben verbindlich festlegen“, sagt Mohr dazu.

Die linke Stadradtsfraktion stellt deshalb im nächsten Stadtrat einen Antrag, der vorsieht, dass Aufträge der Stadt nur an Unternehmen gehen dürfen, die mindestens den Stundenlohn von 10,04 Euro zahlen. Katja Mitteldorf, erläutert den Antrag: „Wenn es auf Landesebene eine Einigung über einen höheren Lohn gibt, würde die Stadt auf Basis unseres Antrages automatisch nachziehen.“ Dies sorge nicht nur für höhere Löhne in der Region, sondern auch für steigende Steuereinnahmen in den Gemeinden und käme so allen zu Gute.

Auf Bundesebene fordere die Partei weiter einen gesetzlichen Mindestlohn von 12 Euro pro Stunde unterstreicht Mohr zuletzt. „Der Vergabemindestlohn kann aber ein erster Schritt in die Richtung sein. “ Gibt es höhere Tariflöhne, müssen auch die selbstverständlich weiterhin gezahlt werden, um öffentliche Aufträge zu erhalten“, so Mitteldorf und Mohr abschließend.
Autor: red

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Kommentare
Bonefatius K.
07.05.2019, 08:25 Uhr
öffentliche Aufträge
So ein Schwachsinn! Für öffentliche Aufträge gab es schon immer Kriterien die sich MINDESTENS an die dafür gesetzlichen Vorgaben halten mussten.
Andreas Dittmar
07.05.2019, 11:23 Uhr
Mindestlohn ?
Das wären Netto unterm Strich im Monat ca. 1350 Euro für jeden am Auftrag beteiligten Leistungsgeber. Die Stundensätze sollten auf die Gewerke und die Qualifikation bezogen sein und nicht nur eine Untergrenze haben. Gerade wenn Aufträge EU-weit ausgeschrieben werden, haben Firmen aus Ländern mit niedrigem Lohnniveau den größeren Spielraum. Hier sind Politik und Arbeitgeberverbände gefordert, überhaupt erstmal vernünftige Rahmenbedingungen für eine gerechte Bezahlung zu schaffen. Ein sinnbefreiter Mindestlohn, der nicht mal ansatzweise die erbrachten unterschiedlichen Leistungen abbilden kann, ist eher eine politische Bankrotterlärung an den Arbeitnehmer.
Eckenblitz
07.05.2019, 12:50 Uhr
Mindestlohn
Der Mindestlohn beträgt 9,19 € pro Stunde, sie verlangen 10,04 €. Was für einen Sprung sie machen ist ja kaum zu glauben. Sie trauen sich ja nicht einmal Tariflohn zu verlangen.So etwas nenne ich Speichelleckerei gegenüber der Wirtschaft.Und sie verlangen allen Ernstes, dass ihnen der Wähler seine Stimme gibt? Ich hoffe der Wähler ist nicht so naiv, wie sie es gern hätten.
Psychoanalytiker
07.05.2019, 13:50 Uhr
Es bleibt unsozial
Sehr geehrter Andreas Dittmar, ich gehe mal davon aus, dass Sie den Nettolohn in Höhe von 1350 € richtig ausgerechnet haben.
Wieviel Netto hat dagegen jetzt der "Durchschnittsrentner", und wieviel Netto bekommt dieser Arbeiter bei Renteneintritt? 48 Prozent, wenn dies dann noch gilt. Auch darüber sollte man mal nachdenken.

Und Herr Mohr, DIE LINKE und die SPD fordern beide 12,00 € Mindestlohn. Dann tut Euch doch zusammen, findet noch einen Partner und setzt es um!!! Und über diese 10,04 € überhaupt nachzudenken, finde ich genau so daneben, wie die 12,00 € Forderung der SPD. Mit Euch wird die SPD nicht gehen und der Koalitionsfrieden läßt diese Wahlkampfparole scheitern ...
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