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Fr, 13:00 Uhr
26.04.2019
10 Jahre Tizian

Geburtstagsparty mit Minister

Beim Horizont-Verein wurde heute Geburtstag gefeiert. „Tizian“ wurde zehn Jahre alt oder jung – je nach dem, von welcher Seite her es betrachtet wird. Was sich hinter dem Titel verbirgt, das erfahren Sie natürlich mit dem bekannten Klick…

Geburtstagsparty mit Minister (Foto: nnz) Geburtstagsparty mit Minister (Foto: nnz)
„Thüringer Initiative zur Integration und Armutsbekämpfung mit Nachhaltigkeit“ - das ist Tizian. Nach der Begrüßung der Gäste, unter ihnen Thüringens Kultusminister Helmut Holter, blickte Horizont-Geschäftsführer René Kübler auf die zehn Jahre des Projektes zurück, das vielen Frauen und Männern den Weg in die Gesellschaft ebnete. Siehe dazu ausführlich am Ende des Artikels.

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Helmut Holter dankte den Machern des Projekts, das auch nach zehn Jahren noch wichtig sei und das immer noch der Unterstützung seitens der Politik bedürfe. Dabei sei es nicht entscheidend, welche Farbe eine Bundes- oder Landesregierung habe. Hier gehe es um Hilfe von Menschen, die in mehrfacher Hinsicht benachteiligt sind. Letztlich, so Holter, seien die 14 Prozent, die durch Tizian in den ersten Arbeitsmarkt vermittelt wurden, eine sehr gute Zahl. Dafür seien insgesamt 38 Millionen Euro aus unterschiedlichen Fördertöpfen eingesetzt worden, darunter auch dem Europäischen Sozialfonds (ESF). Unterm Strich habe sich Tizian bewährt und werde auch nach dem Jahr 2023 weitergeführt, weil es auch dann noch notwendig sei, so Helmut Holter.

Landrat Matthias Jendricke konstatierte in seinem Grußwort, dass es vor allem im Osten Deutschlands auch in den kommenden Jahren notwendig sein wird, Projekte wie das heutige "Geburtstagskind" zu unterstützen.

Danach folgte der emotionalste und authentischte Beitrag der kleine Feierstunde. Anja H., die selbst im Tizian-Projekt betreut und begleitet wurde, berichtete über die Zeit und war allen Helfern unendlich dankbar. Sie lebt in einer Patchwork-Familie und muss sich mit ihrem Lebenspartner um vier Kinder kümmern. Anja kam nicht mehr zurecht und befand sich in einer für sie nahezu aussichtslosen Lebenslage. Nur die Unterstützung durch die Horizont-Mitarbeiter ermöglichten ihr die Rückkehr in ein selbstbestimmtes Leben in Würde.

Hintergrund zu TIZIAN

Zum Hintergrund
Laut Paritätischem Armutsbericht 2018 lebt "nicht nur jedes fünfte Kind in Deutschland (... ) in Armut, sondern auch jeder fünfte arme Mensch in diesem Land ist ein Kind. Wie die Analysen der Paritätischen Forschungsstelle zeigen, steigt bei Alleinerziehenden dabei das Risiko der Einkommensarmut, desto jünger die Kinder sind: Weit über die Hälfte (56%) der Alleinerziehenden mit zwei und mehr Kindern unter 15 Jahren, leben in Armut."l Ein Großteil hiervon bezieht Leistungen nach dem SGB 11.

"Die Zielstellung von TIZIAN ist es, erwerbsfähige Hilfebedürftige aus Bedarfsgemeinschaften nach dem SGB 11 mit Kindern bei der sozialen, gesellschaftlichen und beruflichen Teilhabe zu unterstützen. TIZIAN bietet dabei gegenüber allen anderen Projekten und Programmen die Besonderheit, Kinder der Betroffenen indirekt und direkt in die Arbeit mit einzubeziehen. TIZIAN soll Unterstützung beim Abbau der komplexen Belastungen bieten und die Sozial- und Familienkompetenzen stärken sowie Zugänge zur beruflichen Erprobung, Qualifizierung und Beschäftigung der Teilnehmenden ermöglichen."2 TIZIAN ist damit ein Instrument zur Armutsbekämpfung, insbesondere bei Kindern, durch Hilfe zur Selbsthilfe.

Bereits seit dem Jahr 2006 werden im Integrativen Zentrum Nordhausen Menschen in prekären sozialen Lebenslagen und im Bezug von Transferleistungen, wie Arbeitslosengeld 11, begleitet. Aufgrund der stetig wachsenden Zahl armutsgefährdeter Familien.rückte im Jahr 2008 die Notwendigkeit einer individuellen Unterstützung ganzer Familiensysteme in den Fokus und dieser Bedarf wurde an das damalige Sozialministerium zurückgemeldet. Diese Anregung fiel bei der damaligen Sozialministerin Christine Lieberknecht auf fruchtbaren Boden und der Horizont wurde beauftragt, eine Konzeption für ein Pilotprojekt der "Thüringer Initiative zur Armutsbekämpfung mit Nachhaltigkeit", kurz TIZIAN, vorzulegen.

In der Folge entstand.im Jahr 2009 in Nordhausen das erste TIZIAN-Projekt. Die Thüringer Landeszeitung schrieb dazu am 10.03.2009 unter dem Titel "Erster Schritt aus der Armutsfalle. TIZIAN integriert Langzeitarbeitslose und hilft so Kindern": uDie Arbeit, die der dortige Horizont e.V. auf kommunaler Ebene leistet, soll (... ) ganz Thüringen übertragen werden." Heute existieren TIZIAN­Projekte in jedem Thüringer Landkreis und jeder kreisfreien Stadt.

Im Projekt des Integrativen Zentrums des Horizont-Vereins wurden seit der Gründung im Jahr 2009 im Schnitt pro Jahr 85 Familien unterstützt und im Rahmen der sozialen und beruflichen Integration begleitet.

Das Nordhäuser Projekt TIZIAN wird durch den Freistaat Thüringen aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und durch das Jobcenter Landkreis Nordhausen gefördert.
Autor: red

Kommentare
Eckenblitz
26.04.2019, 16.47 Uhr
Armutsbekämpfung mit Nachhaltigkeit
Lese ich das falsch, oder steht da wirklich man will die Armut mit Nachhaltigkeit bekämpfen? Das Problem Armut gibt es seit Jahren. Man hat es bisher nicht geschafft, etwas dagegen zu tun. Nun kommt eine NEUE Gruppe mit einem Projekt daher und will die Armut bekämpfen. Ist es nicht so, dass die Armut seit Jahren immer größere Kreise zieht. Nach Jahren ist jetzt jemanden aufgefallen, das man etwas gegen diese Ausbreitung der Armut tun müsste. Aber diese Sprüche sind schon Uralt, aber es sind ja wieder einmal Wahlen. Da zieht man alles heran, um den Bürger Sand in die Augen zu streuen.
A.kriecher
26.04.2019, 18.20 Uhr
Egal wie....
...Das Kind genannt wir. Es ist auch nur wieder ein Geschäftsmodel bei dem Geld verdient wird. Wie in der Pflege wird hier nur Geld mit den Auswirkungen verdient, statt die Ursache prophylaktisch zu bekämpfen oder vorzusorgen. Als Minister müsste man sich eigentlich schämen zu Veranstaltungen zu gehen, die es eigentlich nicht geben dürfte, in unserem reichen Land.
murmeltier
26.04.2019, 18.33 Uhr
Ich gebe dir
völlig Recht, A.kriecher. Aber wäre dieses Projekt nicht, dann würde niemand geholfen werden. Und das wäre für die Betroffenen viel schlimmer. Und wer es noch nicht gemerkt hat, wir haben den Kapitalismus. Definition mal bei Marx durchlesen.
Realist 1.0
26.04.2019, 18.54 Uhr
Alle die nicht Wissen was, was das Tizian Projekt ist sollten sich
erst einmal auf der Internetseite des Horizont e.V. informieren, oder einfach mal die dumme Klappe halten. Der Arbeit die Sozialarbeiter dort leisten, sollte mehr Respekt gezollt werden.
Checker
26.04.2019, 21.07 Uhr
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A.kriecher
27.04.2019, 00.11 Uhr
Realist 0.0
Natürlich verdienen die Bauarbeiter, Krankenpfleger , Postboten und Sozialarbeiter Respekt für ihre bezahlte Arbeit. Es tut mir wirklich leid, wenn es so rüber kam als ob ich keinen Respekt vor der Arbeit des kleinen Mannes hätte. Ärgern tut mich nur, daß mit der Armut anderer, auch noch Geschäftsmodelle entstehen, mit denen man gut Geld verdienen kann. Richtig ist auch das es gut ist, das sich überhaupt jemand drum kümmert.
Richtig ist auch das Minister, Berufspolitiker immer wieder ihre Diäten erhöhen und auf der anderen Seite Kinder in Deutschland in Armut Leben müssen. Richtig ist auch, daß die Politik nichts dagegen tut um dem nachhaltig vorzubeugen. Richtig ist auch das es nun mal so ist. Wir leben nun mal im Kapitalismus. So jetzt halt ich mal die dumme klappe, äh!!!!
Realist 1.0
27.04.2019, 10.36 Uhr
A.kriecher man merkt sie haben null Ahnung
Sonst Wüsten sie das es beim Tizian Projekt nicht nur um die Armutsbekämpfung geht. Sie könnten sich Mal die Mühe machen und ihren A. In die Grimmel Allee bewegen, dort können sie sich von Sozialarbeitern ihre hauptsächlichen Aufgaben erklären lassen. Im übrigen geht es im Artikel hauptsächlich darum das Jubiläum von Tizian und deren Arbeit gefeiert wird, das ist die Tatsache daß Herr Holter und unser Provinzfirst anwesend waren nur nebensächlich.
Mister X
27.04.2019, 11.57 Uhr
Realist 1.0
Wollen Sie uns mit Ihren Kommentar sagen, dass die Bekämpfung der Armut nicht die Hauptprobleme ihrer Arbeit sind? Sondern das dieses Projekt nur so nebenbei mitläuft, weil es eben dafür gerade Fördermittel abzugreifen gibt?
Ich bin der Meinung, die Armut ist das Übel vieler Skandalöser Zustände.
Realist 1.0
27.04.2019, 13.47 Uhr
@Junggeselle
Mit meinen Kommentar wollte ich erklären daß es 1. Um das Jubiläum von Tizian in dem Artikel geht und nicht den anwesenden Poltikern oder Wahlkampf und 2. Das es Tizian nicht allein um die Armutsbekämpfung. Wie schon gesagt erst richtig informieren( Internetseite Horizont e.V.).
geloescht.20220103
27.04.2019, 14.28 Uhr
Realist 1.0
Es ist schon sehr schlimm, wenn man nach jeden Kommentar einen NEUEN schreiben muss, um zu erkläre, was eigentlich ausdrücken wollte.
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