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Do, 12:14 Uhr
25.04.2019
#wirfuerbio

Plastikmüll verringern

Dem ein oder anderen ist sie vielleicht schon aufgefallen - die neue Beschriftung an den Entsorgungsfahrzeugen der Südharzwerke Nordhausen. „Kein Plastik in die Biotonne“ denn „Biomüll kann mehr“ ist dort zu lesen...

Philipp Nüßle, Frank Rumpf, Matthias Jendricke, Kathrin Materlik, Thomas Mund, Martin Wiemann – mit den neuen Tonnenanhängern und dem neu beschrifteten Entsorgungsfahrzeug.

„Nicht nur die Ozeane versinken zunehmend im Plastikmüll, auch unser Bioabfall wird Jahr für Jahr durch mehr Plastik verunreinigt. Schon lange kämpfen die Abfallwirtschaftsbetriebe in ihren Regionen gegen Plastik im Bioabfall. Dabei sind Plastiktüten, auch die kompostierbaren, das Hauptproblem“, sagt Thomas Mund, Geschäftsführer der Südharzwerke.

„Unter dem Motto #wirfuerbio arbeiten gerade viele Abfallwirtschaftsbetriebe aus ganz Deutschland zusammen - mit dem Ziel, den Anteil an Plastik im Bioabfall zu verringern. Auch unser kommunales Entsorgungsunternehmen Südharzwerke macht bei dieser Kampagne mit“, ergänzt Landrat Matthias Jendricke. „Mit einem plastikfreien Bioabfall kann jeder konkret einen Beitrag für eine gesunde Umwelt leisten.“

Der Landkreis Nordhausen und die Südharzwerke werden nun mit Anhängern und Aufklebern auf den Biotonnen und mit Flyern auf diese Problematik aufmerksam machen. Denn jeder Nutzer hat es selbst in der Hand, dass kein Plastik im Biomüll landet. „Eine gute Lösung ist, den Bioabfall lose in einem Gefäß zu sammeln, gern auch in Papiertüten oder in Zeitungspapier eingewickelt“, so Kathrin Materlik, Leiterin des Fachgebiets Abfallwirtschaft des Landratsamtes.

„Wer Plastikbeutel, auch die kompostierbaren, nutzen will, sollte die Tüte direkt in die Biotonne entleeren und die Plastiktüte dann einfach in dem meist gleich daneben stehenden Restabfallbehälter entsorgen.“

Für die Südharzwerke hat das Problem von Plastik im Biomüll besonders große Auswirkungen. Denn das Unternehmen betreibt im Abfallwirtschaftszentrum Nentzelsrode eine Biogasanlage, in der jährlich etwa 15.000 bis 16.000 Tonnen Bioabfall und Grüngut verwertet werden. Dabei bleiben am Ende mehrere Hundert Tonnen Störstoffe übrig - größtenteils sind das Plastiktüten, die in der Regel aus Erdöl bestehen. Deshalb benötigen sie etwa 20 Jahre, um sich zu zersetzen. Zersetzt heißt aber nicht immer biologisch abgebaut.

Übrig bleibt Mikroplastik, das dann in die Nahrungskette, ins Grundwasser und in die Weltmeere gelangt und dort dem Ökosystem schadet. „Auch die als kompostierbar gekennzeichneten Plastiktüten dürfen einen Anteil von Erdöl enthalten, der sich zwar zersetzt, aber nicht innerhalb des üblichen Produktionsprozesses einer Biogasanlage.

Diese Tüten brauchen einfach länger, bis sie vollständig biologisch abgebaut sind“, so Thomas Mund. „In unserer Anlage stellen wir Kompost aus dem Bioabfall her und seit neuestem ist ein Teil des Kompostes auch für den Biolandbau geeignet. Dafür muss aber der Kompost störstofffrei sein und das können wir nur erreichen, wenn schon von Anfang an keine Fremdbestandteile wie Plastiktüten enthalten sind.“ Dabei soll jetzt die neue Kampagne #wirfuerbio helfen.
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Kommentare

25.04.2019, 12.54 Uhr
Realist 1.0 | Super Foto! diesmal lies Jendricke auch 5 andere Personen
mit aufs Foto, aber Sarkasmus beiseite. Ich frage mich ja immer wieder was für ungebildete Menschen ihren Bio Abfall mit einer Plastiktüte in die Biotone schmeißen, obwohl es für Biotonnen kompostierbare Papiertüten in den Supermärkten gibt, die nicht gerade die Welt kosten.

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25.04.2019, 13.48 Uhr
CaromitMia | Auch auf Zigarettenstummel...
...muss aufmerksam gemacht werden! Diese gehören ebenso wenig in die Biotonne, landen aber leider immerwieder achtlos drin. Aber Daumen hoch für den ersten Schritt. Plastk raus!

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25.04.2019, 15.21 Uhr
Pe_rle | Biotonne
„Wer Plastikbeutel, auch die kompostierbaren, nutzen will, sollte die Tüte direkt in die Biotonne entleeren und die Plastiktüte dann einfach in dem meist gleich daneben stehenden Restabfallbehälter entsorgen.“
Toller Vorschlag,
nur,wozu hab ich dann den gelben Sack,wenn die Plastiktüte die dann im Restmüll landet auf der Mülldeponie entsorgt wird.???? Dann liegt Sie in der Natur oder wird verbrannt Der Umwelt zu liebe

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26.04.2019, 08.35 Uhr
ottilie | Biotonne
Ich trenne unseren Müll ganz genauso wie vorgeschrieben.
Dadurch bekomme ich natürlich keine Tonne voll, weder Bio noch Restmüll.
Was ist das Ergebnis, ich muß trotzdem jede Woche beides fürs Abfahren bezahlen, obwohl ich keine Kübel rausstellte.
Wie erzieht man so Menschen, ist doch klar, dass sich einige deshalb das Sortieren ersparen. Und noch etwas, ich nenne das Abzocken.
Bin am Überlegen, ob ich mir auch keinen Kopf mehr machen sollte bei so einer Handhabung? Und dann sagt man auch noch, es ist nichts teurer geworden. Für mich schon, wenn ich eine Arbeit bezahlen muss, die nicht geleistet wurde. Die Grünabfallkarte kostet jetzt auch 5 Euro mehr, davon spricht keiner.

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