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Mi, 07:16 Uhr
19.09.2001

nnz-Rückspiegel: 19.September 2001

Nordhausen (nnz). Können Sie sich noch erinnern, was vor einem Jahr im Landkreis Nordhausen los war? Die nnz hat im Archiv gesucht und folgende Meldungen gefunden.


Minister als Geldbote: 730.000 Mark Nordthüringer Lebenshilfe

Es ist immer noch selten, daß Minister aus Erfurt oder gar Berlin den Weg in die nordthüringer Provinz finden. Und wenn sie kommen, dann etwa nicht, um sich über Probleme zu informieren. Meistens erweisen sich die Ministerialen aus Erfurt als Geldboten. Auch Sozialminister Frank-Michael Pietsch macht da heute keine Ausnahme. Und dabei schlägt er gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Am Mittag will sich Pietsch das organisierte Spektakel der „Karawane 2000 für mehr Kinderfreundlichkeit“ vor dem Nordhäuser Rathaus nicht entgehen lassen. Anschließend fährt er dann weiter in Richtung Straße der Genossenschaften. Hinter der Steinmühle 6, dort wo die Nordthüringer Lebenshilfe ihren Sitz hat, wird der Gast aus der Landeshauptstadt einen Bewilligungsbescheid übergeben. 730.000 Mark steht da drauf. Geld für die Erweiterung der Werkstatt und die Schaffung von zusätzlichen 38 Plätzen. Die Erweiterung der Einrichtung kostet insgesamt fast zwei Millionen Mark. Davon übernehmen das Thüringer Sozialministerium und das Bundesarbeitsministerium jeweils 730.000 Mark. Die Lebenshilfe als Träger der Einrichtung beteiligt sich an der Finanzierung mit rund 300.000 Mark, der Rest wird durch ein Darlehen des Landesarbeitsamtes abgedeckt.


Vereine und Verbände des Landkreises aufgelistet

Der Verein Südharztouristik hat ein Verzeichnis der Verbände und Vereinigungen im Landkreis Nordhausen herausgegeben. Es wurde in mühevoller Kleinarbeit erstellt und hat eine Auflage von 1.000 Stück. Nach Angaben des Vereins ist es das erste „Vereinsregister“ dieser Art im Landkreis, das in dieser Form aufgelegt wurde. Es beinhaltet die aktuellen Daten (Stand Juni 2000) von Vereinen und Verbänden aus den Bereichen Heimat, Tradition und Brauchtum, Musik und Gesang, Kunst und Kultur, Tourismus, Sport, Soziales, Gartenbau und Tierzucht, Wirtschaft und sonstiges. Erhältlich ist die Broschüre ausschließlich über Südharztouristik e.V. Neanderplatz 6a oder per E-Mail: suedharztouristik@t-online.de. Für Vereine und Verbände ist jeweils eine Broschüre kostenfrei, für andere Benutzer wird eine Schutzgebühr von drei Mark erhoben.


Arbeitskreis „Suchtprävention“ bereitet kommende Projekte vor

Der Arbeitskreis „Suchtprävention“, der vor zwei Jahren durch das Nordhäuser Gesundheitsamt ins Leben gerufen wurde, will in der kommenden Zeit weitere Aktionen starten. So wird gegenwärtig einen Wanderausstellung zum Thema „Sucht und Drogen“ mit zwei Berufsbildenden Schule des Landkreises erarbeitet. Weiterhin hat eine achte Klasse der Nordhäuser Regelschule „Frauenberg“ ein Theaterstück zum gleichen Thema einstudiert, das auch anderen Schulen zugänglich gemacht werden kann. Der Arbeitskreis bietet darüber hinaus Abendveranstaltungen an, die sich vor allem an Lehrer und Eltern wenden. Hierzu soll ein Vertreter der Nordhäuser Kriminalpolizei eingeladen werden, der sicherlich viele Antworten geben und Tips zur Suchtprävention geben kann.


Nach fünf Jahren macht „Burger-King“ dicht

Während am Samstag in Glanz und Gloria der fünfte Geburtstag der Südharz-Galerie gefeiert wurde, gingen im „Burger King“ die Lichter aus. Für immer. Nach Aussagen der Betreiberfirma habe sich das Geschäft in Nordhausen nicht rentiert. Zu hohen Kosten standen zunehmend weniger Kunden oder Gäste gegenüber. Burger King war seit Eröffnung der Galerie im Jahr 1995 an diesem Standort präsent. Vor allem die junge Kundschaft nahm das Angebot nicht an, mit dem Auto oder Moped kann man eben nicht bis vor die Tür des Fast-Food-Ladens fahren. Nach zweieinhalb Jahren wechselten die Betreiber, die Probleme blieben. Heute wurde bereits die demontierte Einrichtung ausgeräumt und abgefahren. Zurückbleiben 20 Mitarbeiter, vor allem Frauen, die ihren Arbeitsplatz verloren. Ihre Kündigungen erhielten sie zu Beginn dieses Monats.


Ab morgen dreht sich alles um Energien der Zukunft

Heute sind in der Nordhäuser Wiedigsburghalle die fünften Umweltfesttage des Landkreises Nordhausen feierlich eröffnet worden. Das Programm gestalteten mehrere Schulen und der ökumenische Kindergarten. Als Dank erhielten die kleinen Künstler Tickets für eine Fahrt mit den historischen Straßenbahnen. Außerdem präsentieren sich verschiedene Vereine, Schulen, Unternehmen und Verbände mit Infoständen. Während der Veranstaltung erhielten die ehrenamtlichen Umweltinspektoren ihre Urkunden aus den Händen von Landrat Joachim Claus. Die kommenden fünf Tage stehen ganz im Zeichen zahlreicher Vorträge zu den unterschiedlichsten Themen, deren Tenor jedoch dem Motto der Umweltfesttage „Unsere Energie für die Energien der Zukunft“ Rechnung tragen wird.


Karawane machte Station in Nordhausen

Die „Karawane für mehr Kinderfreundlichkeit 2000“ machte heute Station in Nordhausen. Mehrere hundert Kinder machten von den zahlreichen Angeboten Gebrauch. Für die Stadt ist der Stop der Karawane erneut ein Zeichen für die Kinderfreundlichkeit, für die Nordhausen 1998 in einem Thüringer Wettbewerb ausgezeichnet wurde. Nordhausen ist auch die einzige Stadt im Freistaat, die von der Karawane angefahren wird. Mittelpunkt der Veranstaltung war eine große Bühne vor dem Rathaus, auf der ein abwechslungsreiches und spannendes Programm angeboten wurde. Und natürlich ging es am Nachmittag auch um die gesunde Ernährung für die Kleinsten. So war zum Beispiel das Gesundheitsamt mit vielen Aktionen zum „Tag der Zahngesundheit“ dabei, aber auch die Vereine und Träger der freien Jugendarbeit präsentierten sich fünf Stunden mit ihren Infoständen.


Wirtschaft im Landkreis Nordhausen gewinnt an Fahrt

Im Landkreis Nordhausen ist mehr als ein Hauch von wirtschaftlichem Aufschwung zu registrieren. So stiegen im ersten Quartal 2000 die Industrieumsätze im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 18 Prozent an. Das geht aus einer Auswertung der IHK Erfurt hervor. Der anteilige Auslandsumsatz konnte sogar um 60 Prozent gesteigert werden und liegt damit etwa doppelt so hoch wie der Durchschnitt im Kammerbezirk der IHK Erfurt. Die von Januar bis März 2000 gemeldeten 59 Unternehmen erzielten einen Umsatz von mehr als 470 Millionen Mark. Damit entfallen auf jeden Mitarbeiter fast 32.000 Mark Umsatz.

Gegenüber dem ersten Quartal des Vorjahres erhöhte sich die Zahl der Industriebetriebe im Landkreis Nordhausen. Sechs neue Unternehmen konnten hier angesiedelt werden. Das drückt sich auch in den steigenden Beschäftigungszahlen aus. Hier verzeichnet der Landkreis Nordhausen ein Plus von 212 Arbeitnehmern. Das „Sorgenkind“ der regionalen Wirtschaft bleibt die Baubranche. Obwohl sich im Landkreis zwei weitere Baubetriebe ihre Tätigkeit aufnahmen, weisen viele Wirtschaftsdaten negative Vorzeichen auf.


Unterschriften für „mehr Demokratie in Thüringen“

Die Kreisverbände der PDS und SPD sowie der Nordthüringer DGB führten am Nachmittag eine weitere Unterschriftensammlung für ein Volksbegehren „Für mehr Demokratie in Thüringen“ durch. Bereits in der ersten halben Stunde hatten sich mehr als 50 Bürger in die Listen eingetragen. „Die Thüringer sollen nicht nur zu den Wahlen die Möglichkeit haben, sich in die Politik einzumischen, sondern auch in den Jahren dazwischen“, so SPD-Landtagsabgeordnete Dagmar Becker gegenüber der nnz. Die Grenze für eine Volksbegehren in Thüringen soll von derzeit 14 Prozent auf fünf Prozent gesenkt werden, fordert die Initiative. Landesweit müssen bis zu 280.000 Unterschriften gesammelt werden.
Autor: nnz

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