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Di, 19:48 Uhr
18.09.2001

Zehn Muskeln für ein Lächeln

Nordhausen (nnz). Stadtratssitzungen in Nordhausen haben immer Höhepunkte. Mitunter sind sie aus Themen herzuleiten, manchmal durch Personen geprägt. Heute war es Tilly Pape vorbehalten, mehrere Höhepunkte zu setzen.


Tilly Pape, parteilos, jedoch Mitglied der CDU-Fraktion, ist Vorsitzende des Finanzausschusses. Ein schwerer Job, vor allem bei einem solch hohen Geheimhaltungsgrad, der den Sitzungen ihres Gremiums auferlegt wird. Die interessierte Öffentlichkeit hat schon oftmals den Eindruck gehabt, als müssen die Vorlagen des nichtöffentlichen Teils von den Ausschussmitgliedern zerkaut und runtergeschluckt werden. Tilly Pape ist darüber nicht glücklich, sie arbeitet - das wurde nnz mehrfach bestätigt - sehr engagiert und couragiert. Ins Deutsche übersetzt: Sie ist nicht einfach, was durchaus positiv besetzt sein soll.

Heute jedenfalls hatte Tilly Pape als Auschußvorsitzende einen Kaktus in der Hand. Denn schenkte sie Matthias Jendricke (SPD) zum Ausscheiden aus dem Stadtrat. Auf ihrer Art sagte sie „Danke“, verbunden mit dem symbolischen Wink des bekannten Zaunpfahls. Danke für die Zusammenarbeit mit dem jetzigen Beigeordneten der Kreisverwaltung, danke für seine Streitbarkeit. Sie wünschte ihm, daß er auch künftig immer was zu lachen habe, denn schließlich brauche man dazu nur zehn Muskeln.

Die zehn Muskeln brauchte der Leiter des städtischen Rechtsamtes, Gerald Riebel, heute mehrfach. Sein Lachen hörte nämlich schlagartig auf, als ihm Tilly Pape an den Kopf warf, daß sie seine Arbeit als sehr enttäuschend einschätzte. Monatelang habe man im Finanzausschuß auf eine schriftliche Antwort gewartet. Hintergrund der Attacke war eine Frage zur „aufschiebenden Wirkung eines Widerspruchs zu einer Klage gegen die Kreisumlage“, um es „einfach zu formulieren“. Pape war der Ansicht, daß die Fragen, die Bitten, schließlich die Arbeit der Stadträte ernster genommen und nicht als Belastung für die Verwaltung angesehen werden sollten. Gerald Riebel entschuldigte sich schließlich für das Versäumnis seines Amtes und versprach umgehende Besserung.
Autor: nnz

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