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Di, 19:18 Uhr
02.04.2019
nnz-Forum

Faktencheck deckt Falschmeldungen auf

Glaubwürdigkeit ist ein hohes Gut der freien Medien. Von Fake News und dem Pauschalvorwurf Lügenpresse wird es heute bedroht. In den Echokammern der sozialen Medien werden zugleich Falschmeldungen rasant verbreitet...


So wie es am Morgen nach der Sendung „Hart aber fair“ in der ARD einen Faktencheck gibt, in dem zweifelhafte Behauptungen überprüft werden, so nimmt auch die Deutsche Presseagentur (dpa) oft Nachrichten unter die Lupe.

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„Stimmt das?“ oder „Ist das wirklich so?“ fragen Recherche-Teams, denn die dpa will nicht nur aktuell und unabhängig, sondern auch zuverlässig sein. Krasses Beispiel am Dienstag: „Merkels Gäste“ – so die hämische Bezeichnung für Flüchtlinge aus kriegszerstörten Ländern – hätten 2017 in Deutschland 447 Menschen ermordet. Als Quelle wird das Bundeskriminalamt angegeben. Dem gegenüber stünden Null Tötungsdelikte Einheimischer an Zuwanderern, hieß es fälschlicherweise in den im Netz geteilten Meldungen.

„Laut Kriminalstatistik haben Zuwanderer 2017 nicht 447 Menschen ermordet“, stellt dpa fest. In Kriminalstatistiken werden Asylbewerber, anerkannte Flüchtlinge, abgelehnte Asylsuchende und illegal in Deutschland Lebende zusammenfassend als Zuwanderer bezeichnet. Hieb- und stichfeste Beweise werden Hetzer und Verleumder nicht von dem Vorurteil abbringen, denn gefälschten Statistiken sei nicht zu glauben, sie würden doch manipuliert.

Nach Angaben der dpa, die 1949 in Goslar gegründet wurde und von 180 Gesellschaftern aus den deutschen Medien getragen wird, führt das BKA keine eigene Statistik über Zuwanderer. Der polemische Post im Internet bezieht sich offenbar auf ein Dokument mit dem Titel „Kriminalität im Kontext von Zuwanderung“ (abrufbar auf der Website des BKA). Diese fußt auf der Polizeilichen Kriminalstatistik, in der nur Tatverdächtigte, nicht verurteilte Täter aufgeführt sind.

Nirgendwo steht in dem BKA-Dokument, im Jahre 2017 habe es 447 Morde gegeben. Tatsächlich waren es 32. Hingegen ist 447 die Zahl der Straftaten gegen das Leben – neben Mord auch Totschlag, Schwangerschaftsabbruch und fahrlässige Tötung – vollendete Delikte wie auch Versuche. Zuwanderer wurden nur in 38 Fällen Opfer einer Straftat gegen das Leben, bei der ein Deutscher tatverdächtig war. In allen Fällen kam keiner ums Leben.

Der dpa-Faktencheck deckte in dieser Woche einen verleumderischen Screen Shot in der Schweiz auf. Angeblich in einem Bericht der „Basler Zeitung“ sei die Migrationspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel kritisiert worden, weil sie „ein starkes, homogenes und geordnetes Land wie Deutschland destabilisiert und verheerende Zustände hergestellt habe“.

Bei der Suche auf Facebook, so bemerkt dpa, stößt man auf den Beitrag eines AfD-Kreisverbandes, der die umstrittenen Zeilen als „Leserkommentar“ deklariert und einen Link zur BaZ-Quelle angibt.

Nur ausländische Medien würden die Wahrheit über die deutsche Flüchtlingspolitik verbreiten, „in Deutschland sei eine außerrechtsstaatliche Asylmaschine in Gang gesetzt worden“. So die irrwitzigen Behauptungen. Für ein Medium wie die „Basler Zeitung“ wäre eine solche Wortwahl ungewöhnlich, betont die dpa. Es handelt sich also um einen gescheiterten Versuch, eine angesehene Publikation in der neutralen Schweiz in eine Lügen-Kampagne einzubeziehen. Manfred Neuber
Autor: red

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Kommentare
Leser X
02.04.2019, 19.51 Uhr
Fake News...
... gedeihen dort besonders gut, wo es um die gesellschaftlichen Verhältnisse schlecht bestellt ist. Dafür trägt die Kanzlerin nach 13 Jahren quasi Alleinherrschaft die Hauptverantwortung.

Es gärt im Volk eines Landes voller Widersprüche, Ungerechtigkeiten, Reformstau und ungelösten Problemen. Das gemeine Volk wird dann leider empfänglich für Fake News, zumal sich auch die Politiker-Kaste selbst all zu gerne des Mittels der Lüge bedient, um eigenes Versagen zu kaschieren.
Realist 1.0
02.04.2019, 20.41 Uhr
Sehr geehrter Herr Neuber
Ich gebe ihnen zum Teil Recht, mit dem was sie hier niedergeschrieben haben. Was sind ihrer Meinung nach dann Nachrichten die die öffentlich Rechtlichen gar nicht oder extrem verspätet ausstrahlen, wo gewisse Seriöse Medien wie der Focus, der Spiegel und andere Magazine schneller sind. Ich habe da einen Grundsatz, der mir in meiner Ausbildung beigebracht hat, ich prüfe mehrere Quellen und bilde mir dann ein Urteil. Wen die öffentlich rechtlichen die pauschal Vorwürfe, wie Lügen Presse der Fake News entkräften wollen, dann müssten sie mal aus den Puschen kommen und Fakten nicht mehr unter den Tisch fallen zu lassen oder zu verschleiern.
Crimderöder
02.04.2019, 22.19 Uhr
Geschwurbel
Ziemliches Geschwurbel, dieser Artikel. Doch ich versuche, ihn zusammenzufassen: 2017 nur 32 Morde durch Flüchtlinge. Weitermachen!
Dixon
02.04.2019, 23.02 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Gehört nicht zum Thema
Mueller13
03.04.2019, 00.41 Uhr
Den Faktencheck checken
Ich habe gerade die offizielle PKS 2018 vor mir.
Ehrlich gesagt, ist es mir egal, ob der Richter die Tötung eines Menschen als Mord, Totschlag oder Totschlag auf Verlangen bezeichnet. Nein, da steht nichts von Schwangerschaftsabbrüchen oder fahrlässigen Tötungen. Aber zurück zu den Zahlen.

Die Kategorie heißt "Mord, Totschlag, Tötung auf Verlangen".
Im Jahr 2018 gab es 2471 Delikte.
Davon entfielen 1609 auf Deutsche Tatverdächtige (inkl. der Eingedeutschten),
1214 auf ausländische Tatverdächtige, davon widerum 524 Flüchtlinge.

Wir haben also insgesamt 2823 Verdächtige, davon sind 43% Ausländer und davon wiederum 43% sind "Zuwanderer".

Jetzt kommt Manfred Neuber um die Ecke, verzapft einen Bericht, den er zum Großteil einer dpa-Meldung entnommen hat, reichert den mit einem nichtnachvollziehbaren Leserkommentar an und meint: "alles gut hier, mit dem bisschen ausländischer Kriminalität müssen wir halt leben". Wir können die eben genannten Zahlen natürlich verharmlosen, aber ob wir damit der Situation gerecht werden?
Undine
03.04.2019, 10.58 Uhr
Hanebüchener Unsinn,
was sie da von sich geben. Mord, Totschlag, fahrlässige Tötung....ist bei der deutschen Kuscheljustiz auch alles sehr relativ. Und selbstverständlich lassen sie es sich nicht nehmen, die AfD in diesem Zusammenhang negativ zu erwähnen. Wählen wir die AfD in Regierungsverantwortung, dann brauchen wir uns um diese Wortklaubereien keine Gedanken mehr zu machen!
Paulinchen
03.04.2019, 12.14 Uhr
Schon bemerkenswert,...
... wer trifft eigentlich die Entscheidung bei den Zuwanderern, wer von denen gut und schlecht ist? Denn das waren einst die Worte von der Grünen C. Roth. Sollte die gestrige Statistik von Seehofer tatsächlich stimmen, dann kommen nur die guten Zuwanderer nach Deutschland. Die "schlechten" Zuwanderer bleiben offensichtlich bei unseren Nachbarn in Österreich hängen. Die Krone. at berichtet gestern, dass die Kriminalität unter den Zuwanderern um 200% gestiegen sei.
Da haben wir ja wirklich echt Glück gehabt. Aber was sagt man meist über Statistiken.......?
Real Human
04.04.2019, 10.43 Uhr
„Egal weshalb, Rübe runter!“
„Ehrlich gesagt, ist es mir egal, ob der Richter die Tötung eines Menschen als Mord, Totschlag oder Totschlag auf Verlangen bezeichnet.“ (Zitat von „Mueller13“)

Da sollte eigentlich jeder Bescheid wissen, was auf sie/ihn zukommen könnte, wenn z.B. einer wie Jürgen Pohl Bundes- oder gar REICHSjustizminister werden sollte. Genau betrachtet, wird hier die schmerzlose Tötung auf (eigenes) Verlangen mit MORD gleichgesetzt.

Da waren die Nazis vergleichsweise richtige Humanisten, als sie die schmerzlose Tötung auf eigenes Verlangen von schwer- und unheilbar Kranken – zurecht! – als „Euthanasie“ bezeichneten. Man google mal nach dem Film „Ich klage an“ von 1941!

Das ist nicht zu verwechseln mit der „Aktion T4“, der systematischen Ermordung von mehr als 70.000 Menschen mit körperlichen, geistigen und seelischen Behinderungen in Deutschland von 1940 bis 1945 unter Leitung der Zentraldienststelle T4! (Wikipedia)

(((„Euthanasie“ setzt sich aus den altgriechischen Worten „eu“ = „gut, richtig, leicht, schön“ und „thanatos“ = Tod zusammen und steht für ein schmerzfreies Sterben ohne vorherige lange Krankheit. Leider muss man das von Zeit zu Zeit immer wieder klarstellen. Das STERBEN in den NS-Gaskammern wird von Ungebildeten oft – völlig unzulässig – damit vermischt. Dieses sehr qualvolle STERBEN soll aber oft bis zu 20 Minuten gedauert haben.)))

„Wählen wir die AfD in Regierungsverantwortung, dann brauchen wir uns um diese Wortklaubereien keine Gedanken mehr zu machen!“ (Zitat „Undine“)

Dann behaupte ich mal Folgendes:

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Die AfD ist – mindestens zu großen Teilen – sowohl die späte Nachfolgepartei der NSDAP als auch die der postfaschistischen, von Stalin initiierten, SED! Wer sie wählt, wählt die Demokratie ab.
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Die NSDAP entstand wesentlich aus dem Morast des Versailler Rachefriedens und dem kapitalistischen Börsenchaos von 1929. Skrupellose, peinlich dumme, deutsche Machteliten unterschätzten sträflich das kriminelle Potenzial des Putschisten, Zuchthäuslers und Vabanque-Politikers A.H..

Man google mal nach der Thüringen-Prognose der LEIPZIGER VOLKSZEITUNG 12.01.2019 und den „Neueste[n] Wahlumfragen im Wahltrend zur Landtagswahl in Thüringen“!

So sehr ich 1990 gegen eine schnelle Wiedervereinigung war, so sehr bin ich heute froh, dass sie überhaupt stattgefunden hat. Trotz der vielen extremen Spinner in dieser Partei, werde ich wohl BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bei der Thüringer Landtagswahl als kleinstes Übel wählen. Denn sie ist bisher die einzige Bewegung/Partei, die sowohl den Postfaschismus in Westdeutschland als auch den Poststalinismus in der „DDR“ aufgearbeitet hat. (Die SPD hat den Putinfreund Schröder immer noch in ihren Reihen und scheidet daher als Alternative aus.)

Die Thüringer CDU hätte ohne die von ihr (bis jetzt!) ausgeschlossenen Parteien (AfD und LINKE) nur eine hauchdünne Koalitionsmehrheit (FDP bei 5%). Die Tendenz für diese Mehrheit scheint zu fallen. Ich bin mal gespannt, welches Übel die CDU als das kleinste betrachtet, wenn es ernst wird.

Jörg Birkefeld
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