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Mo, 20:52 Uhr
17.09.2001

I-News: Privatsphäre im Netz

Nordhausen (nnz). Nach den Terroranschlägen in den USA versuchen die Geheimdienste ihre Abhörmassnahmen zu verstärken. Datenschützer sehen das Recht auf Privatsphäre gefährdet. Eine Betrachtung des nnz-Datenbank-Experten René Brothuhn.


Bereits wenige Stunden nach den Anschlägen in den USA bekamen Anbieter von Internetdiensten und ISP`s (Internet Service Provider) Besuch vom FBI. Ein Administrator eines Internetproviders berichtete, dass Agenten des FBI an seinem Arbeitsplatz erschienen seien und dazu aufforderten, das "Carnivore" - Abhörsystem im dortigen Netzwerk zu installieren. Bei "Carnivore" (Fleischfresser) handelt es sich um ein eMail-Abhörsystem des FBI.

Die Internetprovider AOL und Earthlink sowie Yahoo haben ihre Zusammenarbeit mit dem FBI bereits bestätigt. Auch wurde bekannt gegeben, dass Microsoft's eMail-Dienst Hotmail abgehört wird. Laut Hotmail konzentrieren sich die Abhörmassnahmen auf Accounts die den Begriff "Allah" im Namen enthalten und von denen arabische Nachrichten verschickt wurden.

Das FBI strebt nun eine flächendeckende Überwachung an und begründet dies mit dem derzeitigen Ausnahmezustand. Datenschutzorganisationen wie die EPIC (Electronic Privacy Information Center; www.epic.org) beginnen jedoch Widerstand gegen solche umfassenden Abhörmassnahmen zu entwickeln. Sie sind der Ansicht, dass der Schutz der Privatsphäre von Millionen Menschen auch nach einem solchen Vorfall nicht einfach ausser Kraft gesetzt werden darf. Auch wenn jetzt umfassende Abhörmassnahmen begonnen würden, könnten sie nicht viel zur Aufklärung der Anschläge beitragen. Ein EPIC-Sprecher: "Wir werden allen Versuchen entgegen treten, diese schreckliche Katastrophe als Vorwand zu missbrauchen, um die demokratischen Rechte weiter einzuschränken." Weiterhin befürchten Datenschützer, dass in Zukunft jeder, der verschlüsselte Nachrichten versendet, Ziel von Abhörmassnahmen wird.

Bei einer Online-Umfrage eines Providers in den USA gaben 54 Prozent der Befragten an, sie seien nicht bereit Einschränkungen ihres Rechts auf Privatsphäre, freie Meinungsäusserung oder Reisefreiheit hinzunehmen, auch nicht unter dem Vorwand der Bekämpfung von Terrorismus. Nur 23 Prozent der 15.600 Befragten zeigen Verständnis für solche Massnahmen.

Wie weit solche Abhörmassnahmen mittlerweile gehen können, zeigt der am 3. Juli verabschiedete Abschlussbericht des EU-Untersuchungsausschusses über das weltweite Satelitenabhörsystem "Echelon". Hier wird bestätigt, dass mit "Echelon" weltweit Wirtschaftsspionage betrieben wurde. US-Geheimdienste sollen detailiert die Kommunikation zwischen Unternehmen abgehört haben und sich besonders für die Vergabe von Verträgen zwischen Unternehmen interessiert haben. Die EU-Kommission empfiehlt daher, geschäftliche Gespräche über elektronische Medien wie Mobiltelefone und Internet nur noch verschlüsselt durchzuführen. Quelle: quintessenz
Autor: seline

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