Di, 07:27 Uhr
18.09.2001
nnz-Forum: Gemeinsames erkennen
Nordhausen/Sollstedt (nnz). Die aktuelle Entwicklung um die Sollstedter Schwimmhalle greift nnz-Leser Volker Theuerkauf auf. Er fordert von der kommunalen Politik, nun endlich nach gemeinsamen Lösungen zu suchen.
Die Politik in diesem Landkreis ist nicht mehr nachvollziehbar. Da klagt die Stadt Nordhausen gegen die Höhe der Kreisumlage, der Landrat muß mit Auflagen die Haushaltsmittel absetzen und eine gut funktionierende Schwimmhalle wird am Ende plattgemacht. Sollstedter Ausschüsse befürchten, daß die Kosten für einen Zweckverband zum Erhalt der Schwimmhalle in Sollstedt nicht aufgebracht werden können.
Sämtliche Argumentation aus irgendwelchen Ängsten heraus, ohne klares betriebswirtschaftliches Fundament. Dabei haben gerade Zweckverbände die Aufgabe, Kosten auf mehrere Schultern gerecht zu verteilen. Das Problem aus meiner Sicht ist dabei die permanente Abgrenzungspolitik zwischen der Stadt und Landkreis Nordhausen, welche den Niedergang der gesamten Region noch forciert. Im Rahmen der Tätigkeit als Elternsprecher an einer Nordhäuser Schule hatte ich mich in der Zeit der Schließung des Nordhäuser Hallenbades um die von den Eltern geforderte Hallenunterbringung unserer Schwimmschüler zu kümmern.
Ohne die Schwimmhalle Sollstedt, wäre das Problem sowohl für den Landkreis als auch für die Stadt Nordhausen nicht zu klären gewesen. Selbst der Nachbarlandkreis Osterode mußte und konnte mit einer Institution aushelfen. Heute steht ein tolles Bad in der Stadt und eine erhaltenswerte Schwimmhalle im Umland. Schüler sind zu befördern und dabei Wege zu verkürzen um Kosten zu reduzieren. Hier sind sowohl die Stadt als auch der Landkreis in der Pflicht, sich gegenseitig zu unterstützen. Was liegt also näher, als die Stadt Nordhausen und alle anderen Kommunen in einen Zweckverband zu integrieren und somit die Kosten mehrerer Objekte im Rahmen einer vernünftigen Auslastungsplanung auf viele Schultern zu verteilen.
Wenn es kein Zweckverband sein darf, wie wäre es denn mit der vorhandenen Parkhaus-und Bäder-Gesellschaft der Stadt Nordhausen als Träger, mit entsprechendem Finanzausgleich aller beteiligten Gemeinden des Landkreises? Verschmelzungen zum Zwecke des Ausgleichs von Verlusten in verbundenen Unternehmen und der eigenen Bilanzverlängerung kennt man heute genügend, ob volkswirtschaftlich gesund steht auf einem anderen Blatt. Unsere Politiker sollten hier aber einmal doch von der Wirtschaft lernen. Streitereien um Oberzentrum und Kreisfreiheit oder nicht, sollten den verantwortlichen Politikern insbesondere den beteiligten Unternehmern in den Stadt- und Kreistagsfraktionen und den Ausschüssen langsam peinlich werden, denn es ist schlichtweg unprofessionell und unzeitgemäß nur seine eigenen Esel kämmen zu wollen, ohne dabei die Region als Ganzes im Blick zu haben.
Ein Oberzentrum mit den entsprechenden Zuführungen und Einnahmen und der wirtschaftliche Aufschwung wird automatisch wachsen, wenn alle im Landkreis Nordhausen begreifen, daß hier zur Zeit an einem Strang gezogen werden muß. Eine erneute Klage der Stadt gegen die Kreisumlage kostet zusätzlich Geld und sorgt für Mißstimmung bei der Gegenpartei. Es ist an der Zeit sich zu versöhnen und die Karten auf den Tisch zu legen, denn es gibt jetzt dringendere Aufgaben als sich erneut mit Dreck zu bewerfen. Wenn wir uns angesichts der Ereignisse in den USA mit den Mitbürgern dort solidarisch erklären, sollte es uns ein ebensolches Bedürfnis sein, diese Solidarität innerhalb der Gemeinschaft auch im Landkreis Nordhausen vorzuleben. Wer diesen Weg allerdings nicht mitgehen will, der soll jetzt die politischen Konsequenzen für sich selbst ziehen.
Volker Theuerkauf
Autor: nnzDie Politik in diesem Landkreis ist nicht mehr nachvollziehbar. Da klagt die Stadt Nordhausen gegen die Höhe der Kreisumlage, der Landrat muß mit Auflagen die Haushaltsmittel absetzen und eine gut funktionierende Schwimmhalle wird am Ende plattgemacht. Sollstedter Ausschüsse befürchten, daß die Kosten für einen Zweckverband zum Erhalt der Schwimmhalle in Sollstedt nicht aufgebracht werden können.
Sämtliche Argumentation aus irgendwelchen Ängsten heraus, ohne klares betriebswirtschaftliches Fundament. Dabei haben gerade Zweckverbände die Aufgabe, Kosten auf mehrere Schultern gerecht zu verteilen. Das Problem aus meiner Sicht ist dabei die permanente Abgrenzungspolitik zwischen der Stadt und Landkreis Nordhausen, welche den Niedergang der gesamten Region noch forciert. Im Rahmen der Tätigkeit als Elternsprecher an einer Nordhäuser Schule hatte ich mich in der Zeit der Schließung des Nordhäuser Hallenbades um die von den Eltern geforderte Hallenunterbringung unserer Schwimmschüler zu kümmern.
Ohne die Schwimmhalle Sollstedt, wäre das Problem sowohl für den Landkreis als auch für die Stadt Nordhausen nicht zu klären gewesen. Selbst der Nachbarlandkreis Osterode mußte und konnte mit einer Institution aushelfen. Heute steht ein tolles Bad in der Stadt und eine erhaltenswerte Schwimmhalle im Umland. Schüler sind zu befördern und dabei Wege zu verkürzen um Kosten zu reduzieren. Hier sind sowohl die Stadt als auch der Landkreis in der Pflicht, sich gegenseitig zu unterstützen. Was liegt also näher, als die Stadt Nordhausen und alle anderen Kommunen in einen Zweckverband zu integrieren und somit die Kosten mehrerer Objekte im Rahmen einer vernünftigen Auslastungsplanung auf viele Schultern zu verteilen.
Wenn es kein Zweckverband sein darf, wie wäre es denn mit der vorhandenen Parkhaus-und Bäder-Gesellschaft der Stadt Nordhausen als Träger, mit entsprechendem Finanzausgleich aller beteiligten Gemeinden des Landkreises? Verschmelzungen zum Zwecke des Ausgleichs von Verlusten in verbundenen Unternehmen und der eigenen Bilanzverlängerung kennt man heute genügend, ob volkswirtschaftlich gesund steht auf einem anderen Blatt. Unsere Politiker sollten hier aber einmal doch von der Wirtschaft lernen. Streitereien um Oberzentrum und Kreisfreiheit oder nicht, sollten den verantwortlichen Politikern insbesondere den beteiligten Unternehmern in den Stadt- und Kreistagsfraktionen und den Ausschüssen langsam peinlich werden, denn es ist schlichtweg unprofessionell und unzeitgemäß nur seine eigenen Esel kämmen zu wollen, ohne dabei die Region als Ganzes im Blick zu haben.
Ein Oberzentrum mit den entsprechenden Zuführungen und Einnahmen und der wirtschaftliche Aufschwung wird automatisch wachsen, wenn alle im Landkreis Nordhausen begreifen, daß hier zur Zeit an einem Strang gezogen werden muß. Eine erneute Klage der Stadt gegen die Kreisumlage kostet zusätzlich Geld und sorgt für Mißstimmung bei der Gegenpartei. Es ist an der Zeit sich zu versöhnen und die Karten auf den Tisch zu legen, denn es gibt jetzt dringendere Aufgaben als sich erneut mit Dreck zu bewerfen. Wenn wir uns angesichts der Ereignisse in den USA mit den Mitbürgern dort solidarisch erklären, sollte es uns ein ebensolches Bedürfnis sein, diese Solidarität innerhalb der Gemeinschaft auch im Landkreis Nordhausen vorzuleben. Wer diesen Weg allerdings nicht mitgehen will, der soll jetzt die politischen Konsequenzen für sich selbst ziehen.
Volker Theuerkauf
Anmerkung der nnz-Redaktion: Die im nnz-Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht zwingend mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor. |
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.


