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Do, 12:45 Uhr
14.03.2019
Commerzbank zieht Bilanz

Weiter auf Wachstumskurs

Die leichten Fahrwasser, auf die man vor einem knappen Jahr gehofft hatte, gab es an den Finanzmärkten in 2018 nicht. Dennoch konnte die Nordhäuser Niederlassung der Commerzbank heute auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken, die selbstgesteckten Ziele habe man erreicht, berichtete Filialeiter Andrew Brotrück...

Sabine Schanzmann-Wey und Filialeiter Andrew Brotrück legten die Bilanz der Nordhäuser Commerzbank dar (Foto: Angelo Glashagel)
Gut 13.400 Kunden betreut die Nordhäuser Commerzbank heute, dahinter steht ein Geschäftsvolumen von rund 245 Millionen Euro. Der Schwerpunkt liegt mit 11.600 Kunden weiter auf dem privaten Bereich, berichtete Filialleiter Andrew Brotrück heute. Die Zahl der Privatkunden stieg im vergangenen Jahr um 370 Neukunden, knapp 50% davon seien auf persönliche Empfehlung zur Commerzbank gekommen, knapp 20% hätten auf Werbemaßnahmen reagiert, der Rest hätten vor allem aus Unzufriedenheit mit der Konkurrenz gewechselt. "Die Ergebnisse unserer kleinen Erhebung freuen uns sehr, wir können nicht viel verkehrt gemacht haben wenn unsere Stammkunden uns weiter empfehlen", sagte Brotrück.

Der Umfang des Kreditgeschäftes belief sich im privaten Bereich auf 47,6 Mio. Euro. Bemerkenswert sei vor allem die verstärkte Nutzung der Ratenkredite gewesen, die im Vergleich zu 2017 um 51% auf ein Volumen von fünf Millionen Euro gestiegen sei. "Wir haben hier einen sehr schlanken Prozess, der in der Regel nur wenige Minuten in Anspruch nimmt", erklärt der Filialeiter, möglich sind Kredite zur freien Nutzung, für den Automobilerwerb oder für Modernisierungsmaßnahmen.

In der Baufinanzierung verzeichnete man ein Plus von 18% auf 8,7 Millionen Euro. Kredite wurden hier vor allem für den Kauf oder den Neubau von Immobilien vergeben, weniger für Modernisierungen. "Die Immobilien- und Baupreise haben sich auch bei uns nach oben entwickelt", sagte Brotrück, die Entwicklung sei aber bei weitem nicht so extrem verlaufen wie in den Ballungsgebieten, eine mögliche Blase sei hier nicht zu erkennen.

Für Verwunderung sorgt derweil das Sparverhalten der Kundschaft. Knapp 79 Millionen Euro lägen praktisch unverzinst allein auf den Konten der Nordhäuser Commerzbankkunden, ein Anstieg um 14,6% im Vergleich zum Vorjahr. "Es war ein schwieriges Jahr an der Börse. Wenn der DAX ein Minus von 18% verzeichnet, dann tut das für den Moment weh. Anlegen heißt aber langfristig denken, allein seit Jahresbeginn hat der DAX wieder um 10% zugelegt".

Eine weitere Erklärung für die Skepsis der Kunden sieht Brotrück in den Folgen neuer Finanzmarktrichtlinien. Anstatt für mehr Anlegerschutz zu sorgen hätten die zu mehr Unsicherheit geführt. "Wir sehen das die Beratungsgespräche deutlich länger dauern. Berater müssen den Kunden jetzt alle möglichen Folgekosten für die kommenden fünf Jahre auflisten, das ist so als würden sie ein Auto kaufen und man würde ihnen vorrechnen was sie in den nächsten Jahren an Benzin, Steuern und Reparaturkosten investieren müssen. Das ist eine Herausforderung der sich nicht jedes Kreditinstitut gestellt hat", erklärte Brotrück.

Ruhiges Fahrwasser erwarte man auch nicht für das neue Jahr, aber der DAX sei günstig bewertet und insgesamt liege das globale Wachstum im Plus. "Dividenden sind die neuen Zinsen", meint der Banker, die Renditen lägen heute je nach Anlage bei drei bis fünf Prozent.

Mehr Verantwortung habe die Bank im Bereich der Unternehmerkunden übernommen. Habe man bisher Selbstständige, Freiberufler und Unternehmer mit einem Jahresumsatz von bis zu 2,5 Millionen betreut, sei die Obergrenze jetzt auf bis zu 15 Mio. Euro gestiegen. Insgesamt betreue man jetzt 1.830 Unternehmerkunden, sagte Sabine Schanzmann-Wey, dieses Kundensegment habe andere Bedürfnisse als die "großen" Unternehmen, unterscheide sich aber auch von den klassischen Geschäftskunden. Das Kreditvolumen sei hier um 4,9 Mio. Euro auf insgesamt 35 Millionen Euro gestiegen.

Mit dem Zuwachs habe man einen Anteil am gelingen der Gesamtstrategie der Commerzbank geleistet, die bis 2020 insgesamt zwei Millionen neue Kunden gewinnen will, erklärte der Filialeiter. Zunehmenden Anklang fänden auch die digitalen Angebote der Bank, insgesamt 48,6% der Kunden würden inzwischen die Möglichkeit des Online-Bankings nutzen. Auf das Filialsystem werde man in Zukunft aber nicht verzichten, die Kunden wollten beides - den bequemen Zugang von zu Hause bei einfachen Geschäften und die Beratung vor Ort bei komplexeren Fragen.
Angelo Glashagel
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