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Mo, 07:00 Uhr
11.02.2019
Stellungnahme zum Einzelhandelskonzept

"Deutschlandweit einmalig"

Ende Januar wurde im Nordhäuser Bürgerhaus der Entwurf des neuen Einzelhandels- und Zentrenkonzepts für Nordhausen vorgestellt. Die nnz erreichte jetzt eine erste Stellungnahme eines Lesers, die wir in unserer Doku-Reihe veröffentlichen...


Detlef Molin bezieht sich unter anderem auf die Seite 39 des Entwurfs . Da "wird durch Division eines geschätzten Jahresumsatzvolumens im Einzelhandel mit einem Kaufkraftpotential eine Kennziffer errechnet, die ihrerseits Schlüsse über einen Zufluss an Kaufkraft aus der Region ermöglichen soll Eine Betrachtung der gegebenen Preisniveaus fehlt völlig. Schon das stetig abnehmende Preisgefälle zwischen den Discountern und den weiteren Anbietern verbietet eine solche Betrachtungsweise. Eine 44%ige "Übererfüllung" wäre theoretisch allein aus einem entsprechend überhöhten Preisniveau erklärbar.

Auch weitere benutzte bzw. errechnete Kennziffern wie die einwohnerbezogene Verkaufs­flächenausstattung auf S. 37 sind ohne Berücksichtigung dieses Zusammenhanges nur von begrenzter Aussagekraft.

Der vorliegende Entwurf ist darum ungeeignet, um daraus irgendwelche Schlussfolgerungen für die stadtplanerische Entwicklung zu ziehen.
Selbstverständlich muss eine vernünftige Stadtplanung auch die Ausgewogenheit der Einkaufsangebote zwischen Zentren und Peripherie berücksichtigen, um übermäßige Leerstände nach Möglichkeit vermeiden.

Dass aber die Angebotsseite bei Verbraucher- und Supermärkten in Nordhausen ausschließlich durch Edeka und Rewe repräsentiert ist und Anbieter wie Kaufland, Real oder Globus nicht vorhanden sind, dürfte deutschlandweit für eine Stadt dieser Größe einmalig sein.

Alles in allem scheint der vorliegende Entwurf nur eine vorweggenommene Rechtfertigung sein, die gegebenen Verhältnisse in Nordhausen für weitere 25 Jahre fortzuschreiben und eine normale Entwicklung des Wettbewerbs zu erschweren oder zu verhindern. Interessen einzelner Konzerne überwiegen offenbar die Interessen der Bevölkerung.

Kennziffern solcher Art kennen wir aus DDR-Zeiten zur Genüge. Auf dem Papier wurden die Pläne stets übererfüllt. Das reale Leben dagegen sah ganz anders aus. Die Attraktivität des wird man so mit Sicherheit. nicht verbessern können.
Detlef Molin, Nordhausen
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Kommentare

11.02.2019, 08.59 Uhr
Flitzpiepe | Warum
macht man aus ein einer Vermutung im Text eine Tatsache als Überschrift? Das ist Populismus.
Da Herr Molin nur für sich sprechen kann, soll er nicht so tun als ob dies die Meinung der Bevölkerung ist. Ein Fehler, der sehr oft in Kommentaren gemacht wird. Für mich spricht er jedenfalls nicht.

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11.02.2019, 09.46 Uhr
Zukunft | Herr Flitzepiepe
Im Gegensatz zu Ihnen, versteckt sich der Autor der Stellungnahme nicht hinter einem Pseudonym wie Sie. Er hat den Mut, der Ihnen zu fehlen scheint.

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11.02.2019, 11.10 Uhr
Spätzlevernichter | ... Verständnisproblem...
Sehr geehrter Herr Molin,
Die von Ihnen angezweifelt Kennzahl errechnet sich aus den Jahresumsatzvolumen und dem Kaufkraftpotenzial. Das Kaufkraftpotenzial ist die Summe der verfügbaren Einkommen in der Stadt Nordhausen (nehme ich an) und das (geschätzte) Jahresumsatzvolumen im Einzelhandel dürfte dem Bruttoumsatz der Einzelhändler entsprechen. Die Aussage der Kennzahl ist einzig und allein, dass die Einzelhändler in Summe mehr Umsatz machen, als Kaufkraft in der Stadt vorhanden ist. Das bedeutet, dass eben von Außerhalb Käufer nach NDH kommen....nicht mehr und nicht weniger. Ich verstehe nicht, wozu sie dort eine (maximal vergleichende) Größe wie das Preisniveau einrechnen wollen. Könnten Sie Ihre Gedankengänge bitte erläutern?

Leider muss ich anonymisiert bleiben.

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