nnz-tv Eichsfelder Nachrichten Kyffhäuser Nachrichten Mansfeld-Südharz-Zeitung Unstrut-Hainich Zeitung
Mo, 06:44 Uhr
07.01.2019
nnz-Forum

Natur pur in jeder Hinsicht

Der Jahreswechsel ist die Zeit der guten Wünsche und Vorsätze. Es sind erst wenige Tage her, als der Weltklima- und Umweltgipel zu Ende ging um neue Wege einzuschlagen. Leider haben viele Menschen noch nicht begriffen, dass wir mit einem "weiter so" nicht weitermachen können, meint Manfred Kappler aus Ilfeld...


Ilfeld liegt eingebettet in eine fantastische Landschaft. Hier kann man Natur pur erleben und genießen. Man kann nur staunen wie hier versucht wird Mensch und Natur in Einklang zu bringen. Es wird sogar versucht, der Tierwelt das Leben zu erleichtern und zu verbessern.

So brachte man in den letzten Tagen sogar einen Plastikbeutel mit einer Kaffeemaschine und einen Toaster an die Brücke zum Espenteich. Jetzt können Herr Fuchs der Frau Elster sogar einen ordentlichen Kaffee kochen und Toastbrot dazu anbieten. Wenige Meter daneben scheinen Schnatterinchen und Struppi eine Schnapspartie am Bachufer oder auf der Brücke gefeiert zu haben.

Rechts um die Ecke muss wohl unser Sandmann seine Ersatzreifen deponiert haben. Wer noch dabei war konnte keiner sagen, aber Hilfe muss er wohl gehabt haben. Denn daneben lagen noch drei große abgenagte frische Knochen. Was man nicht alles so in unserer Natur an Vielfältigkeit und Artenreichtum entdecken kann?

Hier, dicht an Straße und Bach wo der historische Weg über den Hummelkopf nach Königerode führte, heute aber nur bis zu den großen Misthaufen geht. Hier gibt es eine viel größere Artenvielfalt an Müll und Plastik, als Grünpflanzen, Wildkräuter und Kleinlebewesen, auf der total überdüngten (Wiese) Grünlandfläche.

Hier herrscht eine leblose Grassteppe, die als Verrieselungsfläche von Gülle genutzt wird. Das hier wachsende Gras hat mit einer Wiese, wie sie es einmal war, nichts mehr gemein. Noch nicht mal ein Maulwurfshügel oder ein Mauseloch sind zu finden. Herr Fuchs und andere Tiere würden hier verhungern müssen. Nicht ein Vogel war zu sehen, denn die früheren Hecken am alten Weg und an den Geländestufen sind auch zum absterben verurteilt.

Selbst die robusten Holunderbüsche sind größtenteils schon verschwunden oder dem Tode geweiht. Was für eine trostlose Landschaft ist aus dieser einst lebendigen Wiesenlandschaft gemacht worden?

Eine Landschaft zwischen Appenröderstrasse mit dem Sachswerfer Bach zum Bemmel und dem Wald vom Kleinen Brocken mit seinen bekannten Keppstuken und dem Dornberg. Weiter über den Hummelskopf und dem Wald am Schiefen Lieht oder bis ins Dietrichs Tal runter zum Bemmel.

Hier zwischen Dietrichs Tal und Espenberg befindet sich auch eine der bekanntesten und größten Streuobstwiesen der Region. Wieweit diese auch schon in Mitleidenschaft gezogen ist, kann ich noch nicht sagen. Diese ganze Fläche ist geologisch, hydrologisch und biologisch eine Einmaligkeit. Selbst der Espenteich war ein Refugium für Amphibien bis hin zum Feuersalamander und eine Brutstätte für Enten und Nilgänse ist heute nur noch eine nichtssagend Feuchtstelle. Was nutzt es, wenn man hier - aus welchem Grund auch immer - Bäume angepflanzt hat, wenn das ganze Umfeld nur einer Gülle und Düngerüberbelastete Landschaft ist? Sind diese Bäume überhaupt resistent gegen Gülle, Dünger und andere Spritzmittel?

Wir haben zwei Möglichkeiten: entweder wir machen so weiter wie bisher und hoffen dann auf eine zweite Erde oder Umsiedlung zum Mond wo der Chinese schon Gemüse ohne Dünger anbauen will.

Oder wir ändern mal unsere Einstellungen und Handlungsweisen. Im Interesse unserer Umwelt und des Klimas. Ein freiwilliges, achtjähriges Unterlassen von Gülleverrieselung, Düngen und Spritzen mit Chemikalien und der Gleichen. Eine Einzäunung der ehemaligen Hecken und Remisen Streifen zwecks Neubestockung. Einfach mal die Natur seinlassen.

Dieses steht einer naturbelassenen Bewirtschaftung nicht entgegen, sondern ist dieser sogar behilflich. Ein Parzellen weise Beweidung. Auch eine etwas spätere Heuernte würde viele Vögel und Insekten schützen und der Samenbildung von Wildkräutern nützlich sein.

Es gibt viele Möglichkeiten um hier wieder eine blühende Landschaft hinzubekommen. Die Fachberater wissen welche Wege man gehen kann. Ich wünsche allen Lesern ein gesundes umweltfreundliches Jahr.
Manfred Kappler, Ilfeld
Natur pur, in jeder Hinsicht (Foto: M. Kappler)
Natur pur, in jeder Hinsicht (Foto: M. Kappler)
Natur pur, in jeder Hinsicht (Foto: M. Kappler)
Natur pur, in jeder Hinsicht (Foto: M. Kappler)
Natur pur, in jeder Hinsicht (Foto: M. Kappler)
Natur pur, in jeder Hinsicht (Foto: M. Kappler)
Natur pur, in jeder Hinsicht (Foto: M. Kappler)
Natur pur, in jeder Hinsicht (Foto: M. Kappler)
Natur pur, in jeder Hinsicht (Foto: M. Kappler)
Natur pur, in jeder Hinsicht (Foto: M. Kappler)
Natur pur, in jeder Hinsicht (Foto: M. Kappler)
Natur pur, in jeder Hinsicht (Foto: M. Kappler)
Natur pur, in jeder Hinsicht (Foto: M. Kappler)
Natur pur, in jeder Hinsicht (Foto: M. Kappler)
Natur pur, in jeder Hinsicht (Foto: M. Kappler)
Natur pur, in jeder Hinsicht (Foto: M. Kappler)
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
← zum Nachrichtenüberblick
→ Druckversion

Kommentare

07.01.2019, 10.11 Uhr
AktenzeichenXY | Sehr schön geschrieben,
Aber ob das bei denjenigen mal ankommt - also den verursachern, das bezweifle ich.
→ Kommentar hinzufügen



Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.

 
Wir verwenden Cookies um die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren und geben hierzu Informationen zu Ihrer Nutzung unserer Website an Partner weiter. Mehr Informationen hierzu finden Sie im Impressum und der Datenschutzerklärung.