Do, 17:06 Uhr
03.01.2019
EINMAL MEHR GEHT ES UM VISIONEN
Auch im Rathaus sitzen kluge Köpfe
Noch vor wenigen Jahren titulierten ihn Leser dieser Zeitung als abgehoben und arrogant, als einen, der sich Luftschlösser baue. Mit der Zeit verstummten die Kritiker mehr und mehr. Derzeit nur noch verhalten vernehmbar. Heute sieht man den Mann mit anderen Augen, meint Kurt Frank...
Er hatte durch ein tiefes Tal zu gehen, bevor er bergan schreiten konnte. Unverdrossen geht es weiter bergauf. Der Gipfel lockt. Auf dieser Wegstrecke verbucht er inzwischen Beachtliches auf der Habenseite: Landrat Matthias Jendricke.
Nordhausen. Noch hat er den Gipfel nicht erreicht, um sagen zu können, es geschafft und die Ziele erreicht zu haben, die er sich zu Beginn seiner Zeit als Landrat setzte. Auch die Visionen, die man kaum als realisierbar hielt. Harter Arbeit bedarf es da noch, weiß der Kreischef. Als Beispiel steht die Wohnbebauung des ehemaligen Gaswerkgeländes. Schafft er die mit seinem Team, wäre ein weiteres bedeutsames Kapitel Südharzer Geschichte geschrieben.
Seine Neujahrsgrüße an die Einwohner des Landkreises sind ein einziger Sonnenstrahl. Voller Optimismus. Wir informierten. Ehrlich: Selbst die der Kanzlerin verblassen da glattweg: Investitionen im Landkreis dank Fördermittel wie seit Jahren nicht. Projekte, die undenkbar schienen: Energetische Sanierung des Schiller-Gymnasiums in Bleicherode. Sanierung des Albert-Kuntz-Sportparks und des Humboldt-Gymnasiums in Nordhausen.
Moderne Technik für die Stützpunktfeuerwehren. Umrüstung auf Digitalfunktechnik, so für die Leitstelle, die man gemeinsam mit dem Kyffhäuserkreis betreibt und die in einem Gutachten des Landes als so leistungsfähig eingestuft wird, dass sie diese Aufgabe auch für ganz Nordthüringen erfüllen könne. Für die Belebung des Tourismus Fördervoranfrage für das Harzer Hexenreich in Rothesütte, Südharzer Dampflok Steig, der als Wanderweg im Südharz Sophienhof und Nordhausen verbindet. Mag der eine oder andere Leser die Neujahrsgrüße als eine persönliche Lobhudelei sehen, aus heiterem Himmel kam der Erfolg nicht.
Ist es der unerschütterliche Glaube an seine Fähigkeiten? Ist es die Dynamik des jungen Mannes? Ist es die Person Birgit Keller, seiner Vorgängerin, die jetzt als Bauministerin in Erfurt fungiert und die sich dem Südharz mit Fördermitteln sehr verbunden zeigt? Wohl eine Kombination aus Fähigkeiten und glücklichen Umständen, die den Landrat von großen Zukunftsplänen und Visionen nur so sprudeln lässt.
Hartnäckig ist er allemal. So lässt er von seiner Vision nicht ab, die Straßenbahnlinie nach Krimderode weiter zu führen und Salza zu verbinden. Um ihr Nachdruck zu verleihen, rief er eigens einen Pressetermin ein, um sie, öffentlichkeitswirksam, schmackhaft zu machen. Wir berichteten. Mit Verlaub: Hat er da nur die Fußballfans von Wacker und die Krimderöder im Blick, als er diese Idee nach sechs Jahren wieder aufwärmte? Oder schwingt da nicht auch eine Abrechnung gegen Ex-OB Klaus Zeh im Hinterkopf mit? Der hatte sie als Oberbürgermeister seinerzeit als völlig abgehoben und wirtschaftlich untragbar umgehend verworfen.
Mit dieser Vision habe auch ich so meine Bedenken. Durch den Stadtpark soll sie jetzt nicht führen. Bäume müssten fallen. Der Charakter des Parks wäre dahin. Matthias Jendricke denkt jetzt an eine Linie über den bituminierten Rad- und Wanderweg an den Kleingärten vorbei. Doch auch mit dieser Variante ist es dann kein reiner Rad -und Fußweg mehr, kämen die Gleise hinzu. Außerdem müssten Kastanienbäume fallen. Wie zu hören ist, fehle es für Neupflanzungen an Platz. Mit der Erweiterung der Linie sieht Landrat Jendricke sogar städtebauliche Potentiale und bringt eine Wohnbebauung zwischen AKS, Parkplatz Zollhäuschen und dem Weg zum Gumpetal ins Spiel.
Bei allem Respekt für Visionen - diese hier müssten allesamt mehr als überlegt sein. Das meint die überwiegende Mehrheit unserer Leser. Da sind auch Fragen, ob der Landrat jetzt auch noch der Ideengeber für das Rathaus und den Oberbürgermeister sei? Nun plädiere der Herr Jendricke auch noch für eine Bebauung des grünen Gürtels um die Stadt. Die kleine grüne Wiese links des Weges und die Streuobstwiese rechts seien doch Bestandteil des grünen Gürtels, dem sich die Stadt erfreuen könne. Auf so eine Idee wäre niemals jemand gekommen, der Grün und die Natur liebe.
Ich kann hier nur erneut betonen: Eine Wohnbebauung des Areals altes Gaswerk, was die nnz seit Jahren anregte, gliche einer Gipfelerstürmung, käme sie zustande. Es lohnt sich, darauf die Energie zu investieren. Und auf weitere anstehende Großbaustellen. Der Landrat als Ideengeber für die Stadt? Was wollte ich jetzt noch sagen? Ach ja: Auch im Rathaus sitzen kluge Köpfe!
Kurt Frank
Autor: redEr hatte durch ein tiefes Tal zu gehen, bevor er bergan schreiten konnte. Unverdrossen geht es weiter bergauf. Der Gipfel lockt. Auf dieser Wegstrecke verbucht er inzwischen Beachtliches auf der Habenseite: Landrat Matthias Jendricke.
Nordhausen. Noch hat er den Gipfel nicht erreicht, um sagen zu können, es geschafft und die Ziele erreicht zu haben, die er sich zu Beginn seiner Zeit als Landrat setzte. Auch die Visionen, die man kaum als realisierbar hielt. Harter Arbeit bedarf es da noch, weiß der Kreischef. Als Beispiel steht die Wohnbebauung des ehemaligen Gaswerkgeländes. Schafft er die mit seinem Team, wäre ein weiteres bedeutsames Kapitel Südharzer Geschichte geschrieben.
Seine Neujahrsgrüße an die Einwohner des Landkreises sind ein einziger Sonnenstrahl. Voller Optimismus. Wir informierten. Ehrlich: Selbst die der Kanzlerin verblassen da glattweg: Investitionen im Landkreis dank Fördermittel wie seit Jahren nicht. Projekte, die undenkbar schienen: Energetische Sanierung des Schiller-Gymnasiums in Bleicherode. Sanierung des Albert-Kuntz-Sportparks und des Humboldt-Gymnasiums in Nordhausen.
Moderne Technik für die Stützpunktfeuerwehren. Umrüstung auf Digitalfunktechnik, so für die Leitstelle, die man gemeinsam mit dem Kyffhäuserkreis betreibt und die in einem Gutachten des Landes als so leistungsfähig eingestuft wird, dass sie diese Aufgabe auch für ganz Nordthüringen erfüllen könne. Für die Belebung des Tourismus Fördervoranfrage für das Harzer Hexenreich in Rothesütte, Südharzer Dampflok Steig, der als Wanderweg im Südharz Sophienhof und Nordhausen verbindet. Mag der eine oder andere Leser die Neujahrsgrüße als eine persönliche Lobhudelei sehen, aus heiterem Himmel kam der Erfolg nicht.
Ist es der unerschütterliche Glaube an seine Fähigkeiten? Ist es die Dynamik des jungen Mannes? Ist es die Person Birgit Keller, seiner Vorgängerin, die jetzt als Bauministerin in Erfurt fungiert und die sich dem Südharz mit Fördermitteln sehr verbunden zeigt? Wohl eine Kombination aus Fähigkeiten und glücklichen Umständen, die den Landrat von großen Zukunftsplänen und Visionen nur so sprudeln lässt.
Hartnäckig ist er allemal. So lässt er von seiner Vision nicht ab, die Straßenbahnlinie nach Krimderode weiter zu führen und Salza zu verbinden. Um ihr Nachdruck zu verleihen, rief er eigens einen Pressetermin ein, um sie, öffentlichkeitswirksam, schmackhaft zu machen. Wir berichteten. Mit Verlaub: Hat er da nur die Fußballfans von Wacker und die Krimderöder im Blick, als er diese Idee nach sechs Jahren wieder aufwärmte? Oder schwingt da nicht auch eine Abrechnung gegen Ex-OB Klaus Zeh im Hinterkopf mit? Der hatte sie als Oberbürgermeister seinerzeit als völlig abgehoben und wirtschaftlich untragbar umgehend verworfen.
Mit dieser Vision habe auch ich so meine Bedenken. Durch den Stadtpark soll sie jetzt nicht führen. Bäume müssten fallen. Der Charakter des Parks wäre dahin. Matthias Jendricke denkt jetzt an eine Linie über den bituminierten Rad- und Wanderweg an den Kleingärten vorbei. Doch auch mit dieser Variante ist es dann kein reiner Rad -und Fußweg mehr, kämen die Gleise hinzu. Außerdem müssten Kastanienbäume fallen. Wie zu hören ist, fehle es für Neupflanzungen an Platz. Mit der Erweiterung der Linie sieht Landrat Jendricke sogar städtebauliche Potentiale und bringt eine Wohnbebauung zwischen AKS, Parkplatz Zollhäuschen und dem Weg zum Gumpetal ins Spiel.
Bei allem Respekt für Visionen - diese hier müssten allesamt mehr als überlegt sein. Das meint die überwiegende Mehrheit unserer Leser. Da sind auch Fragen, ob der Landrat jetzt auch noch der Ideengeber für das Rathaus und den Oberbürgermeister sei? Nun plädiere der Herr Jendricke auch noch für eine Bebauung des grünen Gürtels um die Stadt. Die kleine grüne Wiese links des Weges und die Streuobstwiese rechts seien doch Bestandteil des grünen Gürtels, dem sich die Stadt erfreuen könne. Auf so eine Idee wäre niemals jemand gekommen, der Grün und die Natur liebe.
Ich kann hier nur erneut betonen: Eine Wohnbebauung des Areals altes Gaswerk, was die nnz seit Jahren anregte, gliche einer Gipfelerstürmung, käme sie zustande. Es lohnt sich, darauf die Energie zu investieren. Und auf weitere anstehende Großbaustellen. Der Landrat als Ideengeber für die Stadt? Was wollte ich jetzt noch sagen? Ach ja: Auch im Rathaus sitzen kluge Köpfe!
Kurt Frank


