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Do, 08:55 Uhr
03.01.2019
Orgelfeuerwerk

Klangfeuerwerk zündete in Blasii

Ein absolut feinstaubfreies, wenn auch nicht staubfreies Klangfeuerwerk zündete Kantor Michael Kremzow in der Silvesternacht an der Orgel der Blasiikirche in Nordhausen. Zu dieser Premiere ließen sich gut 200 Musikbegeisterte einladen...

Knaller und Böller der Orgelliteratur von Bach (Toccata d-Moll), Widor (aus der V. Symphonie) und anderen erklangen kurz vor Mitternacht. Dabei stieg so manche musikalische Rakete und nicht nur die. Die Empore war mit Wunderkerzen präpariert, die zusätzlich ihr kleines Feuerwerk entfachten.

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Damit es auch gesehen werden konnte, war die Bestuhlung des Konzerts dieses Mal ein wenig anders. Auch im Altarraum standen Bänke mit Blick auf die Orgel. Ob der Kantor wohl mit so viel Zuspruch gerechnet hatte? „Nein, nicht gleich beim ersten Mal“, gibt er ehrlich zu. Das war auch für ihn eine schöne Silvesterüberraschung. Und wie sollte es auch anders sein, plant er schon jetzt eine Wiederholung für 2019.

Sein Publikum wird es ihm danken, schwappte die Begeisterung doch noch im Neujahrsgottesdienst durch die Reihen. Schön sei es gewesen, die Musik, die Gelegenheit Silvester nicht allein, sondern entspannt im Kreise Gleichgesinnter feiern zu können, waren Worte, die immer wieder zu hören waren. Von diesem Abend ließen sich auch Menschen einladen, die sonst nicht unbedingt den Weg in einen Gottesdienst finden. „Viele neue Gesichter waren unter den Gästen“, resümiert Rüdiger Neitzke erfreut.

Orgelfeuerwerk in St. Blasii (Foto: Regina Englert) Orgelfeuerwerk in St. Blasii (Foto: Regina Englert)

Ein schöner „Nebeneffekt“ des Musikgenusses - die Reinigung der Schuster-Orgel ist mit diesem Konzert wieder ein Stückchen näher gerückt. „Vielleicht kann es mit der Reinigung schon 2019 losgehen“, freut sich der Kantor sichtlich. Und diese Reinigung ist dringend notwendig. Viel Staub hat sich in den letzten 25 Jahren in der Orgel abgesetzt, der sich klanglich bemerkbar macht. Bei diesem Orgelfeuerwerk wurde also doch ein bisschen Staub aufgewirbelt – der echte auf den Pfeifen und der in unseren Köpfen. Denn solch ein musikalisch außergewöhnlicher Start ist neue Jahr lässt erahnen, dass dies nur der Beginn vieler wunderbarer Ideen sein wird. Michael Kremzow überrascht eben immer wieder und lässt sich dabei auch schon mal in die Karten gucken.

Hier ein kleiner Kremzow-Ausblick auf das frische Jahr:

14. April - Bach: Markuspassion

Nach mehreren Aufführungen der Bach-Passionen nach Johannes und Matthäus wagt sich die Nordhäuser Kantorei erstmals an die Markuspassion von Bach, von der nur Fragmente erhalten sind. Die Rekonstruktion der Evangelien-Vertonung ist eine spannende Herausforderung – und es gibt garantiert bislang Ungehörtes zu erleben. Die Kantorei wird unterstützt vom Mitteldeutschen Kammerorchester.

15./16. Juni - „Concerto“ durch die Zeiten

In zwei Konzerten in Görsbach und Ellrich präsentiert das Orchester der Nordhäuser Kantorei Concerti verschiedener Meister aus unterschiedlichen Epochen. Höhepunkt sind zwei Bearbeitungen von Peter Breiner. Unter dem Titel „Beatles go Baroque“ erklingen berühmte Beatles-Titel im barocken Gewand.

17. November - Kantorei trifft Tango

Die Nordhäuser Kantorei hat bereits Erfahrung im „Tango-Singen“ – schließlich stand schon zweimal die „Tangomesse“ von Martin Palmeri auf dem Programm. Grund für eine Erweiterung des Repertoires. Im Herbstkonzert stehen Werke lateinamerikanischer Komponisten auf dem Programm. Zudem erklingt das Bandoneonkonzert „Aconcagua“ von Astor Piazzolla. Mit dabei ist das Orchester der Nordhäuser Kantorei – also „Tango made in Nordhausen“.

12. Dezember - Weihnachtsoratorium

Alle Jahre wieder – und doch immer wieder schön und nicht wegzudenken. Ohne „Jauchzet, frohlocket“ kann es in Nordhausen nicht Weihnachten werden. Die Nordhäuser Kantorei und das Mitteldeutsche Kammerorchester spielen das beliebte Werk in mitreißender Form. Für Kantor Michael Kremzow ist es übrigens bereits die elfte Auflage des „WO“ in Nordhausen.

Und wer die kreative Spontaneität des Kantors kennt, der weiß, dass dies nur das allererste Grundgerüst seines musikalischen Kalenders ist. Wir dürfen also gespannt sein.
Regina Englert
Autor: red

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