Sa, 10:58 Uhr
15.12.2018
Inge Klaan:
Kein Bock mehr auf Politik
Nein, ich nehme jetzt nicht das Mandat für den Thüringer Landtag an. Ich trete 2019 auch nicht wieder für den Kreistag an, die CDU muss in dem Wahljahr 2019 ohne mich auskommen - diese klare Ansage macht Inge Klaan...
In dieser Woche hat der Landeswahlleiter Inge Klaan kontaktiert mit der Frage, ob sie das Mandat in den Thüringer Landtag zum 6.1.2019 annehmen möchte?
"Diese Frage habe ich mit einem klaren Nein beantwortet. Mit Beginn der Legislatur wäre ich gern für Nordhausen in den Landtag gegangen. Zum jetzigen Zeitpunkt ist es völlig abwegig. Noch bin ich im Kreistag, auch dafür werde ich im nächsten Jahr nicht wieder kandidieren. Ich ziehe mich spätestens mit Ende dieser Legislaturperiode aus allen politischen Mandaten zurück.
Mein Job als Geschäftsführerin der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft ist ein Vollzeitjob. Wir haben viele Projekte in Vorbereitung. Mir fehlt die Zeit, mich auf Kreistags- und Ausschusssitzungen ausreichend vorzubereiten. Ich schaffe es oft nicht pünktlich oder manchmal auch gar nicht zu den Sitzungen. Bei den für mich wichtigen Themen konnte ich deshalb nicht die dafür erforderlichen Mehrheiten organisieren.
Der Brief an den Ministerpräsidenten zum Thema Gipsabbau hat mir mit jetzt 15 Unterschriften gezeigt, dass es nicht reicht, einen Briefentwurf zu erarbeiten, wenn ich selbst nicht in der Sitzung sein kann. Ich hoffe nicht, dass alle, die nicht unterschrieben haben, den Wahnsinn der Gipsindustrie und diesen Regionalplan unterstützen. Die Gipsindustrie macht mit der Neuverritzung in der geplanten Größenordnung unsere Region nachhaltig kaputt.
Ich kann und will nicht weiter auf halben Reifen fahren, was mein politisches Engagement angeht. Seit fast 30 Jahren bin ich in unterschiedlichen Positionen neben meiner Arbeit politisch tätig. An vielen Abenden in der Woche und an den Wochenenden war ich in ganz unterschiedlichen Terminen und Themen unterwegs. Ich habe Stadt und Region mitgestalten dürfen. Dankbar und ein bisschen stolz schaue ich auf diese Zeit zurück.
Ich bin in die Politik gegangen, weil ich das Leben der Menschen und die Welt ein wenig besser machen wollte. Es entspricht meiner christlichen Erziehung, die mir stets Wegweiser war. Heute habe ich oft den Eindruck, dass der Misserfolg des politischen Gegners schon für die eigene Profilierung reicht. Mein Anspruch war stets, die Themen der Zukunft mutig anzugehen, alle Generationen einzubinden, um die beste Lösung zu ringen und aber vor allem eigene Ideen einzubringen. Politik ist kein Selbstzweck.
Wenig Zeit blieb dabei für meine Familie, Freunde und für viele andere Dinge, die es wert sind, sie zu tun. Das soll sich jetzt ändern. Bereits nach der letzten Wahl war für mich klar, dass ich so schnell nicht wieder in den Wahlkampf ziehen werde. Ich möchte mehr Zeit für meine Enkelkinder, meinen Mann und für Freunde haben. Deutlich mehr möchte ich mich im Verband der Thüringer Wohnungswirtschaft engagieren, seit vier Wochen bin ich dort in den Verbandsrat gewählt.
In der SWG sind wir mitten im Generationswechsel, die Kollegen brauchen Kontinuität und nicht schon wieder Wahlkampf. Wir haben so viel vor, wenn ich mir das Wettbewerbsergebnis für Nordhausen-Nord ansehe, den Wohnungsneubau am Rüdigsdorfer Weg oder die zweite Sanierungswelle in unseren Wohnungsbeständen. Ich kann an dieser Stelle noch sehr viel für unsere Stadt bewegen, auch ohne politisches Mandat.
Die nächste Generation in der Politik verdient es, dass wir ihr Raum geben, selbst Verantwortung zu übernehmen. Deshalb werde ich in der Mitgliederversammlung alle jungen Kandidaten mit meiner Stimme unterstützen. Wir haben so tolle junge Menschen in der CDU, die Lust darauf haben, sich politisch zu engagieren. Die sollen nicht warten müssen, bis ich mit dem Gehstock in der Hand Platz für sie mache. "
Autor: redIn dieser Woche hat der Landeswahlleiter Inge Klaan kontaktiert mit der Frage, ob sie das Mandat in den Thüringer Landtag zum 6.1.2019 annehmen möchte?
"Diese Frage habe ich mit einem klaren Nein beantwortet. Mit Beginn der Legislatur wäre ich gern für Nordhausen in den Landtag gegangen. Zum jetzigen Zeitpunkt ist es völlig abwegig. Noch bin ich im Kreistag, auch dafür werde ich im nächsten Jahr nicht wieder kandidieren. Ich ziehe mich spätestens mit Ende dieser Legislaturperiode aus allen politischen Mandaten zurück.
Mein Job als Geschäftsführerin der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft ist ein Vollzeitjob. Wir haben viele Projekte in Vorbereitung. Mir fehlt die Zeit, mich auf Kreistags- und Ausschusssitzungen ausreichend vorzubereiten. Ich schaffe es oft nicht pünktlich oder manchmal auch gar nicht zu den Sitzungen. Bei den für mich wichtigen Themen konnte ich deshalb nicht die dafür erforderlichen Mehrheiten organisieren.
Der Brief an den Ministerpräsidenten zum Thema Gipsabbau hat mir mit jetzt 15 Unterschriften gezeigt, dass es nicht reicht, einen Briefentwurf zu erarbeiten, wenn ich selbst nicht in der Sitzung sein kann. Ich hoffe nicht, dass alle, die nicht unterschrieben haben, den Wahnsinn der Gipsindustrie und diesen Regionalplan unterstützen. Die Gipsindustrie macht mit der Neuverritzung in der geplanten Größenordnung unsere Region nachhaltig kaputt.
Ich kann und will nicht weiter auf halben Reifen fahren, was mein politisches Engagement angeht. Seit fast 30 Jahren bin ich in unterschiedlichen Positionen neben meiner Arbeit politisch tätig. An vielen Abenden in der Woche und an den Wochenenden war ich in ganz unterschiedlichen Terminen und Themen unterwegs. Ich habe Stadt und Region mitgestalten dürfen. Dankbar und ein bisschen stolz schaue ich auf diese Zeit zurück.
Ich bin in die Politik gegangen, weil ich das Leben der Menschen und die Welt ein wenig besser machen wollte. Es entspricht meiner christlichen Erziehung, die mir stets Wegweiser war. Heute habe ich oft den Eindruck, dass der Misserfolg des politischen Gegners schon für die eigene Profilierung reicht. Mein Anspruch war stets, die Themen der Zukunft mutig anzugehen, alle Generationen einzubinden, um die beste Lösung zu ringen und aber vor allem eigene Ideen einzubringen. Politik ist kein Selbstzweck.
Wenig Zeit blieb dabei für meine Familie, Freunde und für viele andere Dinge, die es wert sind, sie zu tun. Das soll sich jetzt ändern. Bereits nach der letzten Wahl war für mich klar, dass ich so schnell nicht wieder in den Wahlkampf ziehen werde. Ich möchte mehr Zeit für meine Enkelkinder, meinen Mann und für Freunde haben. Deutlich mehr möchte ich mich im Verband der Thüringer Wohnungswirtschaft engagieren, seit vier Wochen bin ich dort in den Verbandsrat gewählt.
In der SWG sind wir mitten im Generationswechsel, die Kollegen brauchen Kontinuität und nicht schon wieder Wahlkampf. Wir haben so viel vor, wenn ich mir das Wettbewerbsergebnis für Nordhausen-Nord ansehe, den Wohnungsneubau am Rüdigsdorfer Weg oder die zweite Sanierungswelle in unseren Wohnungsbeständen. Ich kann an dieser Stelle noch sehr viel für unsere Stadt bewegen, auch ohne politisches Mandat.
Die nächste Generation in der Politik verdient es, dass wir ihr Raum geben, selbst Verantwortung zu übernehmen. Deshalb werde ich in der Mitgliederversammlung alle jungen Kandidaten mit meiner Stimme unterstützen. Wir haben so tolle junge Menschen in der CDU, die Lust darauf haben, sich politisch zu engagieren. Die sollen nicht warten müssen, bis ich mit dem Gehstock in der Hand Platz für sie mache. "

