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Do, 10:41 Uhr
17.02.2005

Kommen jetzt doch Klagen?

Nordhausen (nnz). Neben dem BUND hat auch der NABU ein Klagerecht bis zum Bundesverwaltungsgericht, wenn es um die Verhinderung von Projekten wie dem Bau der Autobahnen geht. Und davon könnten Naturschützer in Nordthüringen jetzt Gebrauch machen...


Wer dachte, daß Klagen gegen den Bau der Autobahn 38 nur im niedersächsischen Teil der Trasse möglich seien, der sieht sich getäuscht. Auch in Nordthüringen machen Autobahn-Verhinderer jetzt mobil. Die sitzen im Landkreis Eichsfeld, kümmern sich aber intensiv um den Abschnitt zwischen Bleicherode und Breitenworbis. Konkret geht es um den Bereich bei Sollstedt. Der NABU-Vorsitzende im Obereichsfeld, Rainer Hanke, sagte dieser Tage, daß die jetzt favorisierte Trasse bei Sollstedt ein Schutzgebiet von internationaler Bedeutung zerstören würde. Denn dort würde die nach europäischem Recht geschützte Bechstein-Fledermaus leben.

Schon im Frühjahr 2004 hatte der NABU die bisherige Planung kritisiert, jetzt wurde erneut eine 20seitige Stellungnahme an das Landesverwaltungsamt nach Weimar geschickt. Zwar soll der Bau der A 38 nicht grundsätzlich verhindert werden, doch es solle eine naturverträglichere Variante bitteschön schon sein. Damit wären quasi Jahre der Planung zunichte gemacht. Warum die Naturschützer im Eichsfeld nicht schon ihre Einwände Mitte der 90er Jahren verkündeten, bleibt unklar. Damals gab es ein ordentlich durchgeführtes Raumordnungsverfahren und eine Linienbestimmung.

Eigentlich gehört ja der Raum um Sollstedt in das Hoheitsgebiet der Naturschützer im Landkreis Nordhausen. Der Vorsitzende des Naturschutzbundes im Landkreis Nordhausen, Richard Krause, wird zum Bau der Autobahn 38 keine Stellungsnahme abgeben. Er kennt auch die Position der Eichsfelder Kollegen nicht. „Wir haben davon keine Kenntnis“, sagte der NABU-Mann aus Bielen der nnz auf Anfrage.

Zur Erinnerung: Umweltschützer in Niedersachsen hatten in den zurückliegenden Jahren bis vor das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig gegen die Trasse geklagt. Die Klage wurde zwar abgewiesen, doch der Bau der Trasse ist dadurch auch nicht schneller vorangekommen. Alles was diese Region jetzt nicht braucht, das ist eine weitere Verzögerung der Fertigstellung der Autobahn, Dann könnte im Raum Sollstedt der Fertigstellungstermin schnell von 2007 auf 2010 verschoben werden.
Autor: nnz

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