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Mi, 12:00 Uhr
28.11.2018
BEOBACHTET:

Nordhausen - oben in Thüringen?

Nordhausen - oben in Thüringen! Nur Menschen mit einem außerordentlichen Gedächtnis werden sich noch an diesen Slogan erinnern, mit dem Nordhausen einst warb. Geografisch mag das immer noch stimmen...

Fernradwege ohne Nordhausen (Foto: TMIL)
... aber bei anderen Themenfeldern wird der Thüringer Norden, vor allem aber die Nordhäuser Region immer mal wieder ausgeblendet. So war das zum Beispiel bei der Veröffentlichung einer Tourismuskarte durch die Landesregierung. Ausflugsziele gab es darin nur bis zur Feuerkuppe bei Sondershausen.

Nun hat das Ministerium von Birgit Keller eine Broschüre herausgebracht, die den Titel "Thüringen steigt auf" trägt. Dabei geht es inhaltlich um das Radverkehrskonzept 2.0 in diesem Freistaat.

Keine Frage, auch im Landkreis Nordhausen ist in den zurückliegenden Jahren viel Geld in den Ausbau von Radwegen geflossen. Jüngste Beispiele gibt es zwischen Niedersachswerfen und Neustadt oder in der Goldenen Aue. Schön für die Menschen in der Region, Doch mit dem Ausbau des Radwegenetzes sollen bekannterweise auch Touristen in den Landkreis Nordhausen gelockt werden. Das funktioniert eventuell oder vielleicht im Südharzrevier, doch in der Goldenen Aue kaum.

Also wurde die Idee der Fernradwege entwickelt, die nicht nur Thüringer Regionen verbinden sollen, sondern auch Bundesländer miteinander. Ein solcher Fernradweg soll entlang des ehemaligen "Eisernen Vorhangs" entstehen. Im Landkreis Nordhausen soll die Route bei Ellrich beginnen und verlässt dann hinter Stempeda den Landkreis in Richtung Sachsen-Anhalt.

Soweit so gut, doch der Blick über den Landkreis Nordhausen hinaus, lässt ein wesentliches touristisches Problem erkennen. Heiligenstadt, Leinefelde, Mühlhausen, Bad Langensalza, Sondershausen, Sömmerda oder Artern - all diese Städte, die in ihrer Einwohnergröße kaum oder überhaupt nicht an Nordhausen heranreichen, sind Stationen des einen oder anderen Fernradweges. Dort können also Fahrradtouristen als boomende Zielgruppe Station machen. Können eventuell übernachten und Geld ausgeben.

Nur nicht in Nordhausen, an der Stadt mit rund 42.000 Einwohnern führen alle Fernradwege vorbei, damit wird hier nicht abgestiegen, keine Gaststätte angesteuert, von einer Übernachtung ganz zu schweigen.

Nun ist das Radeln an Nordhausen nur ein Beispiel der Vernachlässigung der Rolandstadt, die vermutlich noch intensiver wäre, würde sich Birgit Keller als Ministerin nicht um die Region kümmern. Und das ist nicht ironisch formuliert.

Letztes Beispiel, wenn auch klitzeklein, ist eine Meldung der Vereins der Thüringer Städte. Immer in der Vorweihnachtszeit kommt aus diesem Verein, dem auch Nordhausen angehört und Mitgliedsbeiträge zahlt, der ausführliche Hinweis auf besonders zu erwähnende Weihnachtsmärkte in Thüringen. Klar, Erfurt, die Wartburg oder Weimar sind gesetzt, aber eben auch Sondershausen oder Bad Langensalza mit vier Markttagen.

Nordhausen hingegen wird am Ende der Meldung aufgezählt mit Saalfeld, Apolda oder Ilmenau. Dabei ist unser Weihnachtsmarkt doch der längste, schönste, abwechslungsreichste, der mit der höchsten Kerze. Nur, die Leser dieser Mitteilung des Städte-Vereins wissen das nicht, dafür aber den Fakt, dass es in Mühlhausen rund um den dritten Advent Glühwein und Rostbratwurst gibt.

Bleibt zum Schluss die Frage. Wurden dem Verein keine Details des Nordhäuser Weihnachtsmarktes gemeldet oder wurden die nicht berücksichtigt? Wenigstens hat es in diesem Jahr mit der Veröffentlichung des Marktes am Nordhäuser Rathaus auf den Seiten des Harzer Tourismusverbandes geklappt.
Peter-Stefan Greiner

Update aus dem Rathaus: Dem Verein Thüringer Städte liegt das Programm zum Nordhäuser Weihnachtsmarkt vor! Die redaktionelle Bearbeitung im Rahmen der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit ist Vereinsangelegenheit.
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