Di, 12:16 Uhr
15.02.2005
Ganz bei Sinnen
Nordhausen (nnz). Wie muß Brause schmecken und wonach der Weichspüler riechen? Und wie sollten Sektgläser zur Labortaufe klingen? Letzteres hat Bürgermeister Klaus Wahlbuhl ausprobiert.
Ganz bei Sinnen (Foto: nnz)
Zur Eröffnung des Sensoriklabors gab´s Sekt. Bürgermeister Klaus Wahlbuhl nutzte die Chance zu einem ersten Test der neuen Einrichtung an der Fachhochschule. Wie klingen Sektgläser bei der eher unfreiwilligen Taufe des Labors? Das war die Aufgabe. Nach kurzem Aufkreischen der weiblichen Teilnehmer, die Antwort.
Das Mißgeschick zu Beginn tat der Freude über das neue Forschungsfeld der Fachhochschule keinen Abbruch. Gemeinsam mit Rektor Professor Jörg Wagner und den beteiligten Lehrenden konnten Firmen aus der Umgebung die Einrichtung testen. Einige Kooperationspartner wie Nordbrand stehen schon fest. Auch andere Interessierte dürfen das einzige Sensoriklabor an einer Thüringer Hochschule für ihre Forschung nutzen.
Das Thema Forschung soll verstärkt werden und damit das eigenständige Profil der Hochschule noch deutlicher machen, so Wagner zur Eröffnung. Der Bau des Kompetenzzentrums trage ebenfalls dazu bei. Unternehmen aus der Region, die selbst nicht über Forschungseinrichtungen verfügen, können dort zum Beispiel Kurbelwellen testen lassen. Das Sensoriklabor soll jedoch besonders die Forschung im Bereich der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften fördern.
Im Allgemeinen befänden sich derartige Labors unter Leitung von Ernährungswissenschaftlern oder Lebensmittelchemikern, berichtet der zuständige Professor Andreas Scharf. Er selbst ist Marketingexperte und Wirtschaftswissenschaftler. Deshalb geht es an der Fachhochschule Nordhausen weniger um die Überprüfung von Haltbarkeit oder schlechtem Beigeschmack von Speisen. Hier soll die Sensorik, die Untersuchung von Produkten mit allen fünf Sinnen, Innovationsprozesse neuer Produkte unterstützen. Nicht nur Lebensmittel, sondern auch Hygieneartikel und Kosmetik können Tests unterzogen werden. Etwa 50 % aller wirtschaftswissenschaftlichen Absolventen haben laut Scharf mit Produkten zu tun, außerdem seien derartige Tests bei der Industrie schon lange Standard. Deshalb ist es für die Hochschule ein großer Pluspunkt nun auch ein Sensoriklabor zu haben.
Es besteht aus sechs Testplätzen und einer Küche mit spezieller Klimaanlage. Durch kleine Fenster können die Testprodukte an die Kandidaten gereicht werden. Die Testplätze sind mit Computern gekoppelt, was die Auswertung der Ergebnisse vereinfacht. Die Tester, meist sind es Frauen, sitzen im halbdunklen Rotlicht. So können sie die Farben der Produkte nicht erkennen und ihre Entscheidung danach treffen. Besonders rote und gelbe Speisen wecken nämlich Sympathie.
In einem weiteren Raum mit Spezialtechnik können nicht nur Produkte und Verpackungen bewertet, sondern auch psychologische Beratungsgespräche durchgeführt werden. Zu dem Zweck sind Mikrofone, ein halbdurchsichtiger Spiegel und Kameratechnik installiert. Mit den Aufnahmen kann die Wirkung bestimmter Fragen und Aussagen in Informations- oder Beratungsgesprächen untersucht werden. Das hat den Zweck Gespräche effektiver zu machen.
Eine Zusammenarbeit mit einem weltweit arbeitenden Labor besteht bereits. Die Firma Symrise, früher zum Bayer Konzern gehörend, begegnet uns täglich. In Lebensmitteln, Getränken und Zahnpasta stecken ihre Aromen und Duftstoffe. Weltweit wird mit 20 Unis zusammengearbeitet. Kundenprojekte sollen in Zukunft auch nach Nordhausen geholt werden. Da die Firma rund 8 % ihres Umsatzes im Forschungsbereich investiert, sicher ein verlockender Kooperationspartner.
Nach der Vorstellung durch die Professoren hatten Besucher die Möglichkeit das Labor auszuprobieren. Auch die wissenschaftliche Mitarbeiterin Kareen Schlangen (im Bild) nutzte die Chance für den Limotest.
Autor: wf
Ganz bei Sinnen (Foto: nnz)
Zur Eröffnung des Sensoriklabors gab´s Sekt. Bürgermeister Klaus Wahlbuhl nutzte die Chance zu einem ersten Test der neuen Einrichtung an der Fachhochschule. Wie klingen Sektgläser bei der eher unfreiwilligen Taufe des Labors? Das war die Aufgabe. Nach kurzem Aufkreischen der weiblichen Teilnehmer, die Antwort. Das Mißgeschick zu Beginn tat der Freude über das neue Forschungsfeld der Fachhochschule keinen Abbruch. Gemeinsam mit Rektor Professor Jörg Wagner und den beteiligten Lehrenden konnten Firmen aus der Umgebung die Einrichtung testen. Einige Kooperationspartner wie Nordbrand stehen schon fest. Auch andere Interessierte dürfen das einzige Sensoriklabor an einer Thüringer Hochschule für ihre Forschung nutzen.
Das Thema Forschung soll verstärkt werden und damit das eigenständige Profil der Hochschule noch deutlicher machen, so Wagner zur Eröffnung. Der Bau des Kompetenzzentrums trage ebenfalls dazu bei. Unternehmen aus der Region, die selbst nicht über Forschungseinrichtungen verfügen, können dort zum Beispiel Kurbelwellen testen lassen. Das Sensoriklabor soll jedoch besonders die Forschung im Bereich der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften fördern.
Im Allgemeinen befänden sich derartige Labors unter Leitung von Ernährungswissenschaftlern oder Lebensmittelchemikern, berichtet der zuständige Professor Andreas Scharf. Er selbst ist Marketingexperte und Wirtschaftswissenschaftler. Deshalb geht es an der Fachhochschule Nordhausen weniger um die Überprüfung von Haltbarkeit oder schlechtem Beigeschmack von Speisen. Hier soll die Sensorik, die Untersuchung von Produkten mit allen fünf Sinnen, Innovationsprozesse neuer Produkte unterstützen. Nicht nur Lebensmittel, sondern auch Hygieneartikel und Kosmetik können Tests unterzogen werden. Etwa 50 % aller wirtschaftswissenschaftlichen Absolventen haben laut Scharf mit Produkten zu tun, außerdem seien derartige Tests bei der Industrie schon lange Standard. Deshalb ist es für die Hochschule ein großer Pluspunkt nun auch ein Sensoriklabor zu haben.
Es besteht aus sechs Testplätzen und einer Küche mit spezieller Klimaanlage. Durch kleine Fenster können die Testprodukte an die Kandidaten gereicht werden. Die Testplätze sind mit Computern gekoppelt, was die Auswertung der Ergebnisse vereinfacht. Die Tester, meist sind es Frauen, sitzen im halbdunklen Rotlicht. So können sie die Farben der Produkte nicht erkennen und ihre Entscheidung danach treffen. Besonders rote und gelbe Speisen wecken nämlich Sympathie.
In einem weiteren Raum mit Spezialtechnik können nicht nur Produkte und Verpackungen bewertet, sondern auch psychologische Beratungsgespräche durchgeführt werden. Zu dem Zweck sind Mikrofone, ein halbdurchsichtiger Spiegel und Kameratechnik installiert. Mit den Aufnahmen kann die Wirkung bestimmter Fragen und Aussagen in Informations- oder Beratungsgesprächen untersucht werden. Das hat den Zweck Gespräche effektiver zu machen.
Eine Zusammenarbeit mit einem weltweit arbeitenden Labor besteht bereits. Die Firma Symrise, früher zum Bayer Konzern gehörend, begegnet uns täglich. In Lebensmitteln, Getränken und Zahnpasta stecken ihre Aromen und Duftstoffe. Weltweit wird mit 20 Unis zusammengearbeitet. Kundenprojekte sollen in Zukunft auch nach Nordhausen geholt werden. Da die Firma rund 8 % ihres Umsatzes im Forschungsbereich investiert, sicher ein verlockender Kooperationspartner.
Nach der Vorstellung durch die Professoren hatten Besucher die Möglichkeit das Labor auszuprobieren. Auch die wissenschaftliche Mitarbeiterin Kareen Schlangen (im Bild) nutzte die Chance für den Limotest.

