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Do, 11:26 Uhr
15.11.2018
60.000 Euro für verschiedene Projekte

Natura 2000-Station kämpft für die Artenvielfalt

Die Natura 2000-Station Südharz/Kyffhäuser wird im kommenden Winterhalbjahr sechs Arten- und Biotopschutzprojekte im Kyffhäuserkreis und dem Landkreis Nordhausen durchführen. Träger der Natura 2000-Station ist der Landschaftspflegeverband...

Mitarbeiter der Landschaftspflegefirma S. Haselhuhn beim Auswurzeln von neuausgetriebenen Gehölzen im Teichtal bei Hainrode (Foto: LPV) Mitarbeiter der Landschaftspflegefirma S. Haselhuhn beim Auswurzeln von neuausgetriebenen Gehölzen im Teichtal bei Hainrode (Foto: LPV) Mitarbeiter der Landschaftspflegefirma S. Haselhuhn beim Auswurzeln von neuausgetriebenen Gehölzen im Teichtal bei Hainrode

Die Station konnte insgesamt 60.000 Euro für die verschiedenen Projekte beim Land Thüringen über das Förderprogramm NALAP (Förderung von Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege in Thüringen) einwerben. Die verschiedenen Pflegemaßnahmen werden von regionalen Landschaftspflegefirmen umgesetzt und durch Mitarbeiter der Natura 2000-Station begleitet.

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Zwei der geplanten Projekte dienen dem Erhalt und der Verbesserung der wertvollen Heideflächen am Panorama bei Bad Frankenhausen und am Heidemaul bei Auleben. Beide Projektgebiete zeichnen sich durch großflächige und zusammenhängende Heidekrautbestände aus. Diese beherbergen neben der Besenheide auch eine Vielzahl von seltenen Tier- und Pflanzenarten wie das Berg-Sandglöckchen oder den Felsen-Gelbstern.

Die Heideflächen drohen im Zuge der fortschreitenden Ausdehnung der angrenzenden Waldbereiche immer weiter mit Gebüschen und Pionierbaumarten zuzuwachsen. Am Heidemaul bei Auleben wurden im Rahmen der Pflegemaßnahmen bereits Gehölze von der Fläche entnommen um die Offenlandbereiche freizuhalten. Im Anschluss wurden die Flächen gemäht und entfilzt. Zur langfristigen Sicherung der Heidebestände wurden außerdem Rohbodenstellen angelegt, auf denen eine natürliche Verjüngung der Bestände stattfinden kann. Die Pflegearbeiten wurden durch die Landschaftspflegefirma L. Hörning aus Bad Frankenhausen durchgeführt und konnten im Oktober erfolgreich abgeschlossen werden.

In drei weiteren Projekten werden naturnahe Trockenrasen im Kyffhäuserkreis durch angepasste Pflegemaßnahmen wiederhergestellt. Die Projektgebiete befinden sich am Gatterberg bei Hachelbich, am Helbeufer bei Thüringenhausen sowie am Polarsch bei Niederbösa. Die hier vorkommenden Trockenbiotope weisen aktuell einen schlechten Pflegezustand auf und sind in Folge fehlender Nutzung innerhalb von Jahren stark mit Weißdorn, Schlehe und Schwarzem Holunder zugewachsen. Außerdem ist die Grasnarbe stark verfilzt, sodass charakteristische Pflanzenarten wie das Adonisröschen oder die Skabiosen-Flockenblume nicht mehr gedeihen können.
Projektfläche „Teichtal Hainrode“ nach Beendigung der Pflegemaßnahmen (Foto: LPV)
Heidefläche „Heidemaul“ bei Auleben vor der Pflegemaßnahme (Foto: LPV)
Heidefläche „Heidemaul“ bei Auleben nach Umsetzung der Pflegemaßnahme (Foto: LPV)
 Heidekraut nach der Pflege am „Heidemaul“ bei Auleben (Foto: LPV)
Es ist geplant, die zugewachsenen Wiesenbereiche von Gehölzen zu befreien, um die lichtbedürftigen Pflanzenarten zu fördern. Davon profitieren außerdem Tiere wie die Zauneidechse oder der Neuntöter. Nach Beendigung der Maßnahmen soll eine kontinuierliche Nutzung auf den Flächen etabliert werden. Durch die Beweidung der Flächen mit Schafen beziehungsweise Rindern wird ein erneutes Zuwachsen verhindert und der naturschutzfachliche Wert der Flächen langfristig gesichert.

Zum Erhalt des 2017 erstgepflegten Geburtshelferkrötenbiotops im Teichtal bei Hainrode hat die Station im September 2018 eine Nachpflege durchführen lassen. Im Rahmen der ersteinrichtenden Maßnahmen wurde 2017 ein Hangbereich im Teichtal, der den Geburtshelferkröten als Landlebensraum dient, von Gebüschen und Gehölzen befreit. Bei den diesjährigen Nachpflegearbeiten wurden die wiederausgetriebenen Gebüsche erneut entfernt um die Fläche langfristig für die Kröten freizuhalten. Neben der Geburtshelferkröte profitieren viele lich- und wärmeliebenden Pflanzenarten von den Pflegemaßnahmen. An der Finanzierung des Projektes ist neben dem Land Thüringen auch die Naturstiftung David sowie die Deutsche Bundesstiftung Umwelt beteiligt.

Mit der Umsetzung von verschiedenen Arten- und Biotopschutzmaßnahmen möchte die Natura 2000-Station Südharz/Kyffhäuser die Pflege und Entwicklung des europäischen Schutzgebietsnetzes im Raum Nordthüringen fördern und somit die Biodiversität der attraktiven Kulturlandschaft Nordthüringens erhalten.
Autor: red

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Kommentare
Bodo Schwarzberg
23.11.2018, 01:35 Uhr
Landschaftspflegeverband muss Kontinuität beweisen
Ich würde mir wünschen, dass es der LPV tatsächlich schafft, die typischen Probleme bei der Erzeugung einer Kontinuität der Landschaftspflege zu überwinden. Letztlich muss er auf Infrastrukturen aufbauen, die durch die Ignoranz der Politik von Jahrzehnten faktisch kaum noch vorhanden sind.

Man darf gespannt sein, ob die Flächen, die hier erwähnt werden, wirklich langfristig naturschutzfachlich sauber gepflegt werden.

Immer wieder beobachte ich leider Diskontinuitäten oder Bewirtschaftungsfehler im Gebiet: Sei es Überweidung mit Schafen wie 2018 am Solberg bei Auleben, fehlende oder zu geringe Biomassentnahme (zwischen NSW und Woffleben) und anderes, so diskontinuierliche Gehölzentfernung Nähe Sportplatz Steigerthal.

Es ist eine Riesenaufgabe, die sich der LPV vorgenommen hat. Aber jetzt stehen ja 4 Mio zur Verfügung. Dennoch ist das Hotspotprojekt zeitlich und finanziell begrenzt. Und wenn es dem LPV nicht gelingt, eine sich tragende Kontinuität der Pflege zu erzeugen, ist das Geld zumindest teilweise in den Sand gesetzt.

Letztlich wird auch der Klimawandel dafür sorgen, dass die Schönwetterreden in Sachen Erhaltung Biodiversität leider Schönwetterreden bleiben. Die Erosion der Genotypen schreitet viel schneller als gedacht voran.
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